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Preiserhöhung bei vielen Girokonten und wo sie noch gratis sind

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)


Die Banken und Sparkassen drehen auch 2017 weiter an der Preisschraube. Viele haben angekündigt, ihre Kontoführungsgebühren zu ändern und die Grundpreise für Girokonten zu erhöhen. Das Verbrauchermagazin Finanztest hat die Preisänderungen gecheckt und erklärt, wo es noch günstige Alternativen gibt.

Bereits im vergangenen Jahr haben viele Banken und Sparkassen ihre Gebühren für das Führen von Girokonten erhöht, 24 weitere Banken haben eine Erhöhung angekündigt, berichtet Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe von Finanztest.

Für viele Kunden ist es also teurer geworden. Etwa für alle, die ein Girokonto bei der BBBank haben. Die berechnet seit dem 1. Februar für alle Überweisungen auf Papier 1,50 Euro. Gleichzeitig wurde der Jahrespreis für eine Kreditkarte von 19,90 Euro auf 25 Euro angehoben. Auch die VR Bank Ostholstein langt seit Anfang Februar kräftig zu und kassiert nun für eine Girocard fünf Euro pro Jahr, so das Verbrauchermagazin.

Bei anderen Kreditinstituten gelten laut Finanztest schon seit Januar neue Preise. So lasse sich die Sparda-Bank Münster jede Überweisung auf Papier mit 3,50 Euro bezahlen. Die sind seit Jahresanfang bei der Sparda-Bank Hamburg ebenfalls nicht mehr kostenlos, wenn auch mit 0,75 Euro weitaus günstiger. Für die gleiche Leistung veranschlagt die Sparda-Bank Hessen seit Jahresanfang einen Euro.

Verschiedene Institute haben die Grundpreise für Kontomodelle erhöht. So wie etwa die Kreissparkasse Köln. Dort kosten gleich vier Kontomodelle seit Jahresanfang einen Euro mehr, zudem werden dort Buchungen über das Selbstbedienungsterminal mit 0,50 Euro veranschlagt. Die PSD Brandenburg hat dagegen festgelegt, dass nur Kunden mit 1.000 Euro Mindesteingang keine Monatsgebühren zahlen, andernfalls sind drei Euro monatlich fällig.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte Finanztest Girokonten genau unter die Lupe genommen und bekam von vielen Banken Mitteilungen mit Hinweis auf anstehende Preisänderungen. Zehn Banken hätten das noch in 2016 umgesetzt, so die Experten. Darunter auch die Berliner Sparkasse. Das Onlinekonto Digital kostet nun drei statt vorher zwei Euro. Günstiger ist dort das Konto Individual, es kostet einen Euro, allerdings fallen für jede Buchung zwischen 30 und 60 Cent an. Alternativ bieten die Berliner noch den Kontotyp Pauschal für sieben Euro monatlich an, für den Preis sind alle Buchungen inklusive.

Im Süden Deutschlands gelten seit vergangenem Jahr bei der Münchner Bank neue Preise. Das genossenschaftliche Geldinstitut bietet drei Konten an: „Partnerschaftlich“ kostet 8,40 Euro, „Ehrlich“ 5,40 Euro und „Unabhängig“ ist ein Onlinekonto und schlägt mit 2,50 Euro monatlich zu Buche.

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Hier geht es noch kostenlos
Aber es geht auch noch kostenlos, so die Finanztester. Gratiskonten finden Kunden bei den Direktbanken Comdirect Bank, Consorsbank, Ing-Diba und bei der Norrisbank. Als überregionale Filialbanken benennen die Verbraucherschützer die Santander Bank und die Santander Consumer Bank, bei der sogar die Kreditkarte kostenlos sei.

Grundsätzlich raten die Experten: „Wenn Sie für Ihr Girokonto mehr als 60 Euro pro Jahr inklusive aller Buchungen und Girocard bezahlen, sollten Sie einen Kontowechsel prüfen.“

Den vollständigen Bericht von Stiftung Warentest zum Thema „Girokonto“ finden Sie hier (kostenpflichtig).