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Immer mehr Händler versuchen, mit Sonder-Aktionen und „Inflationsrabatten“ Konsumenten anzulocken

Viele Händler lassen sich derzeit besondere "Inflations-Rabatte" einfallen. - Copyright: picture alliance/dpa | Christian Charisius
Viele Händler lassen sich derzeit besondere "Inflations-Rabatte" einfallen. - Copyright: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Bis zu 50 Prozent Rabatt auf alles: Mit so hohen Reduzierungen warb der Mode-Onlinehändler About You ab Mittwoch auf seiner Instagram-Seite. Das Angebot war begrenzt, je mehr Kundinnen und Kunden das Angebot in Anspruch nehmen, desto geringer wurde der Rabatt. Dabei ist derzeit kein Saisonschlussverkauf, die Schnäppchen-Tage wie Black-Friday oder Cyber-Monday sind noch weit entfernt. Deshalb ist das Timing für derart hohe und das ganze Sortiment umfassende Rabattierungen ungewöhnlich. Üblich sind im Mode-Bereich Sale-Angebote auf ausgewählte Waren.

Die Sonder-Aktion von About You zeigt, dass in der Krise derzeit immer mehr Einzelhandelsunternehmen Rabatte anbieten. Denn die Händler sehen sich mit einer Konsumflaute konfrontiert, die sich über kurz oder lang dementsprechend auf die Umsätze auswirkt. About You wollte sich gegenüber Business Insider nicht zu der Rabatt-Aktion äußern.

57 Prozent der Verbraucher haben ihren Konsum bereits eingeschränkt

Viele Menschen fühlen sich angesichts der Gaskrise und hohen Inflation in Deutschland gezwungen, im Alltag mehr zu verzichten und zu sparen, der Einkaufskorb wird leerer. Das zeigt unter anderem eine Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) unter deutschen Verbraucherinnen und Verbrauchern. In den vergangenen zwölf Monaten haben laut der DSGV-Umfrage 57 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Konsum bereits eingeschränkt und 54 Prozent planen es auch für die kommenden Monate.

Dieser Rabatt-Trend lässt sich zumindest auch für einzelne Branchen mit Zahlen belegen. Das Portal Bonial* hat für Business Insider exklusive Preis- und Rabattdaten zahlreicher Einzelhändler ausgewertet. Als Marketing-Unternehmen für digitale Handelskommunikation, auf deren Plattformen Kaufda und Meinprospekt Händler ihre Aktionsangebote einstellen können, verfügt Bonial über eine große Datenbank über Produkte und die Preisentwicklung.

Ein klares Bild zeigt sich etwa im Möbelhandel: Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Rabatte bei allen von Bonial untersuchten Händlern im Oktober 2022 gestiegen.

Die Möbelbranche trifft das zurückgegangene Konsumklima mit am stärksten, ebenso wie die Bekleidungsbranche. Laut einer Umfrage des Handelsverbands HDE aus dem September planen knapp drei Viertel der Befragten mit Einsparungen im Mode-Einkauf, im Bereich Wohnen und Einrichten sind es mehr als 60 Prozent. Zwar erzielte die Möbelbranche im ersten Quartal noch einen Umsatzzuwachs, jedoch meldeten die Hersteller von Polstermöbeln zum Beispiel ab Juni und Juli einen Rückgang beim Auftragseingang in Höhe von fast 40 Prozent.

"Inflationsstopp"-Rabatt bei Amazon Fresh

Auch im E-Food-Bereich finden sich krisenbedingte Rabatt-Aktionen. Das US-Tech-Unternehmen Amazon bietet auf seiner Lebensmittellieferplattform Amazon Fresh etwa eigens einen „Inflationsrabatt“. Bis zum Ende des Jahres erhalten Kundinnen und Kunden fünf Prozent Rabatt auf über 75 Produkte des täglichen Bedarfs, wie etwa Toilettenpapier und Äpfel.

 - Copyright: Screenshot des Webshops von Amazon Fresh
- Copyright: Screenshot des Webshops von Amazon Fresh

Im stationären Lebensmitteleinzelhandel zeigt sich laut der Daten von Bonial jedoch ein anderes Bild:

Hier stagnieren, beziehungsweise reduzieren sich die Rabatte im Vergleich zum Oktober 2021. Das könnte an den Preiskämpfen liegen, welche die Händler seit Monaten verstärkt mit den Herstellern führen. Wie Business Insider berichtete, kommt es immer wieder zu leeren Regalen, weil sich die Supermärkte nicht auf die Forderungen der Hersteller wie Mars und Co. nach Preiserhöhungen eingehen wollen. Im angespannten Feld des Lebensmitteleinzelhandels in der Krise hohe Rabatte anzubieten, dürfte deshalb gerade in der aktuellen Situation schwierig sein.

*Disclaimer: Bonial ist ein Unternehmen von Axel Springer, ebenso wie Business Insider.