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Handwerk fordert Energiepreisbremse und Härtefallhilfen

BERLIN (dpa-AFX) - Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) dringt angesichts steigender Gas- und Strompreise auf Entlastungen. "Um die Wirkung der Gaspreise abzufedern, fordern wir eine Preisbremse beim Großhandel und zudem gezielte Härtefallhilfen bei den dann immer noch besonders betroffenen Betrieben", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Um den Gaspreis bereits im Großhandel "abzubremsen", schlägt der ZDH die Festlegung eines Referenzpreises vor. Als möglichen Referenzpreis bringz der Verband 150 Euro pro Megawattstunde ins Spiel, was dem Doppelten des Preises kurz vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine entspreche. Die Differenz zum aktuellen Marktpreis würde der Staat übernehmen. Die Rechnungen der Gaslieferanten begleichen würde im Auftrag des Staates die Trading Hub Europe als Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Fernleitungsnetzbetreiber.

Für künftige Preisanstiege sollte aus ZDH-Sicht gelten: Unternehmen würden nur ein Fünftel davon selbst tragen, den Rest übernähme der Staat - die Berechnungszeiträume für diese Sprünge müssten noch festgelegt werden. Preissteigerungen wären dabei weiter möglich und damit auch Anreize zum Sparen und Ersetzen von Gas, so der ZDH. Gedacht wäre diese Regelung nur für kleine und mittlere Unternehmen. Für diese entfiele dann auch die Gasumlage zur Stützung von Importeuren - die Importeure erhielten ja schließlich die Marktpreise.

"Unsere Betriebe stehen vor den gleichen Herausforderungen wie private Haushalte, allerdings mit dem Unterschied, dass für Privathaushalte aktuell im Detail über mögliche Hilfen diskutiert wird", beklagte Wollseifer. Dabei seien viele Handwerksbetriebe auf eine Abfederung des Energiepreises angewiesen, um zu überleben.

Unternehmen, die besonders viel Energie verbrauchen oder durch die hohen Preise in ihrer Existenz gefährdet sind, sollten zudem staatliche Zuschüsse nach Härtefallregelungen erhalten, so der ZDH.