Werbung
Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    17.118,12
    +49,69 (+0,29%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.775,31
    +15,03 (+0,32%)
     
  • Dow Jones 30

    38.515,29
    -48,51 (-0,13%)
     
  • Gold

    2.034,30
    -5,50 (-0,27%)
     
  • EUR/USD

    1,0813
    +0,0001 (+0,01%)
     
  • Bitcoin EUR

    47.236,80
    -344,38 (-0,72%)
     
  • CMC Crypto 200

    885,54
    0,00 (0,00%)
     
  • Öl (Brent)

    77,65
    +0,61 (+0,79%)
     
  • MDAX

    25.714,20
    -44,11 (-0,17%)
     
  • TecDAX

    3.339,51
    -21,37 (-0,64%)
     
  • SDAX

    13.725,51
    +5,34 (+0,04%)
     
  • Nikkei 225

    38.262,16
    -101,45 (-0,26%)
     
  • FTSE 100

    7.662,51
    -56,70 (-0,73%)
     
  • CAC 40

    7.812,09
    +16,87 (+0,22%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.521,73
    -109,06 (-0,70%)
     

Gründerin von Interior Circle bekommt Deal trotz Mini-Umsatz – was wurde daraus?

Gründerin Chanté Nöhlen stellt ihre App Interior Circle vor den Löwen vor. - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer
Gründerin Chanté Nöhlen stellt ihre App Interior Circle vor den Löwen vor. - Copyright: RTL / Bernd-Michael Maurer

Chanté Nöhlen wird mit ihrem Startup Interior Circle wohl doch in Mönchengladbach bleiben, statt nach München oder Berlin zu ziehen. Die Gründerin hat in der TV-Show die „Höhler der Löwen“ am Montagabend ihren Marktplatz für gebrauchte Möbelstücke, Design-Klassiker und Deko-Artikel der Jury vorgestellt. Die Investoren Dagmar Wöhrl und Carsten Maschmeyer bekundeten Interesse, bei der App einzusteigen – geknüpft an einen Umzug der Gründerin.

Bevor es zum Doppel-Deal kam, zogen sich die Juroren drei Mal zurück, um das Angebot zu besprechen. Zusammen boten sie 200.000 Euro für 40 Prozent der Anteile – doppelt so viel wie die Gründerin eigentlich bereit war, abzugeben. Nöhlen akzeptierte zunächst die Bedingungen.

Letztlich konnte sich die Gründerin mit den Investoren im Nachgang an die Show allerdings nicht einig werden, wie Gründerszene erfahren hat. „Bei den späteren Gesprächen hat sich gezeigt, dass wir in einigen Punkten zu weit auseinanderlagen, sodass wir uns in beiderseitigem Einverständnis gegen einen Einstieg bei Interior Circle entschieden haben“, heißt es in einem Statement von Dagmar Wöhrl. Auch Carsten Maschmeyer erklärt: „Leider kam der Deal mit Interior Circle nach der Sendung nicht zustande, da wir uns in einigen entscheidenden Details nicht einigen konnten.“

Die Wohnraumgestalterin Nöhlen war ursprünglich angetreten, um für ihre Werbe-Kampagne 200.000 Euro einzusammeln, um so die Reichweite ihrer Plattform Interior Circle zu erhöhen. Dafür war sie bereit, 20 Prozent ihrer Unternehmensanteile an die Investoren abzutreten. Das Problem: Die Investoren empfanden die Bewertung als viel zu hoch. So hatte Nöhlen bis dato einen Umsatz von 50 Euro mit ihrem Startup erwirtschaftet. Mit mehr Reichweite würde sich ihr Geschäftsmodell schnell hochskalieren, so das Argument der Gründerin.

Zum Zeitpunkt der Ausstrahlung berichtete die Gründerin von rund 7.000 App-Downloads und rund 1.000 Nutzern, die sich bei der Plattform registriert haben. Die Nutzer können bei Interior Circle – ähnlich zu Ebay-Kleinanzeigen – von Vintage-Stücken, die sie auf dem Flohmarkt gefunden haben, über ausgemusterte Ikea-Möbel und Vasen bis zu alten Design-Lampen, eigene Inserate einstellen. Sind Fotos, Beschreibungen und Videos hochgeladen, können Interessenten Artikel direkt kaufen oder Preisvorschläge machen. Bei jedem Verkauf sollen 98 Prozent des Preises an die Privat-Händler, die restlichen zwei Prozent an soziale Projekte fließen. Das Startup selbst finanziert sich ausschließlich durch Werbeanzeigen, die Möbel-Unternehmen in der App schalten.

Vom Enthusiasmus und sozialen Gedanken der Gründerin „sofort begeistert“, äußerte Wöhrl jedoch während der Show bereits Bedenken: „Es sind verschiedene Komponenten, die Pro sind, aber auch verschiedene Komponenten, die dagegensprechen.“ Weiter führte sie an: „Es wird nicht einfach. Du brauchst sehr viel Unterstützung.“ Nöhlens Bereitschaft, den Wohnort zu wechseln, um mit Investmentteams von Maschmeyer und Wöhrl in München oder Berlin vor Ort zu arbeiten, gab schließlich den Ausschlag für den Deal.

Nach Show: Bonify-Gründer Andreas Bermig steigt als Investor beim Startup ein

Trotz des gescheiterten Investments ist die Gründerin heute froh über ihre Erfahrung und steht mit den Löwen weiter im Austausch: „Wie sind im absolut Guten verblieben und ich bin nach wie vor sehr dankbar für den Kontakt zu den beiden und ihren Teams und vor allen Dingen für den Input, den ich bekommen habe.“ Auch Wöhrl betont, gerne zu helfen, wenn die Interior-Designerin Rat benötigt. Carsten Maschmeyer nennt Nöhlen "eine smarte und leidenschaftliche Gründerin mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell".

Nach ihrer DHDL-Teilnahme hat Chanté Nöhlen nun andere Investoren gewinnen können. Diese unterstützten sie zum Teil mit Risikokapital, zum Teil würden beteiligte Business Angels auch strategische Rollen beim Startup übernehmen. Die Gründerin betont: „Aus Friends and Family ist nach wie vor niemand dabei, sondern es sind alles Investoren, um die ich tatsächlich kämpfen musste.“ Die neuen Gesellschafter hätten der Interior Circle-Gründerin zufolge zudem bessere Bedingungen geboten – sie musste weniger Anteile an Dritte abtreten. Bereits vor ihrem Show-Auftritt hatte Nöhlen einen Business Angel an Bord, der 25 Prozent ihrer Anteile hält. Wäre der Doppel-Deal zustande gekommen, hätte sich ihr Unternehmensanteil auf 45 Prozent dezimiert.

Zwar gesteht Nöhlen, nun auf weniger „Smart Money“, also Geld erfahrener Investoren zählen zu können. „Mit unserem letzten Investor in seiner Mentor Rolle, Andreas Bermig, sieht das natürlich wieder besser aus,“ so die Gründerin. Bermig ist Mitgründer der Bonitätsprüfungs-Plattform Bonify, die er im Dezember 2022 an die Auskunftei Schufa für rund 20 Millionen verkauft hat.