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Dieser Gründer warnt vor „riesigen“ Waldbränden – und hat eine Lösung parat

Björn Stoffers hat Ororatech 2018 gegründet und 2021 den ersten, selbstentwickelten Satelliten ins All schießen lassen.  - Copyright: Ororatech
Björn Stoffers hat Ororatech 2018 gegründet und 2021 den ersten, selbstentwickelten Satelliten ins All schießen lassen. - Copyright: Ororatech

Zuerst war die Software des Münchener Startups Ororatech ein viel gefragtes Programm in Australien. Die Bilder von den Bränden dort gingen um die ganze Welt, riesengroße Flächen waren plötzlich pechschwarz. „Die Bilder haben mich emotional ziemlich mitgenommen“, sagt der Gründer von Ororatech, Björn Stoffers zu Gründerszene. Für die Zukunft sieht er genauso schwarz: „Das Problem mit Waldbränden wird schlimmer.“ Weltweit. Und in Deutschland sei man darauf nicht vorbereitet.

Darum entwickelte er mit seinem Mitgründer Thomas Grübler 2018 eine Software, die bei der Früherkennung von Bränden Alarm schlagen soll. Dafür bauen sie eigene Satelliten mit Infrarot- und Wärmebildkameras. Die sollen obendrein noch Vegetationsanalysen durchführen können, die bestimmen, wie trocken oder feucht Gebiete sind.

Einige Bundesländer haben gar kein Früherkennungssystem für Waldbrände

Das ist hohe Kunst im Vergleich zu dem, was einzelne Bundesländer bisher tun, um Brände frühzeitig zu erkennen. Dem Portal Agrarheute zufolge kocht da jedes Bundesland nämlich sein eigenes Süppchen. So setzen Bundesländer wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf ein sogenanntes automatisches Waldbrand-Früherkennungssystem, das beispielsweise über Sensorik und installierten Kameras am Boden Brände erkennen soll.

Nordrhein-Westfalen glaubt, Waldbrände mit Wachtürmen frühzeitig erkennen zu können, Bayern und Schleswig-Holstein führen Aufklärungsflüge durch. Hessen, das Saarland sowie Thüringen brauchen all das nicht: Sie verzichten dem Magazin zufolge komplett auf Maßnahmen zur Früherkennung. Dabei gilt: „Je früher man von einem Feuer weiß, desto kontrollierbarer ist es“, sagt Stoffers.

Erkannt haben das schon viele andere Länder. So kommt ein Großteil der Kunden, die Ororatech nutzen, außerhalb von Europa: Australien, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. In Kanada und Australien macht sogar der öffentliche Sektor Gebrauch von der Software aus München. Und Deutschland? Da tue sich nur langsam was, findet Stoffers. Dabei geht der Gründer davon aus, dass es auch hierzulande in den nächsten Jahren zu „riesigen Waldbrandkatastrophen“ kommen könnte.

„Wir kriegen deutlich mehr Anfragen“

Erste Anzeichen dafür zeigte dieser Sommer: Vor allem Brandenburg war stark von Waldbränden betroffen. Einige Menschen mussten ihre Häuser verlassen, um sich vor den Flammen zu schützen. Und siehe da: „Wir kriegen deutlich mehr Anfragen“, so Stoffers. Eins der ersten Pilotprojekte hierzulande hat die Münchener Firma gerade mit dem Katastrophenschutz Havelland in Brandenburg gestartet. „Menschen reagieren erst dann, wenn eine Katastrophe bereits passiert ist“, erzählt der Gründer. Wie er das findet, als aufmerksamer Beobachter der Prognosen rund ums Klima? „Natürlich ist es frustrierend.“

Das Startup bereitet sich darauf vor, dass in den kommenden Jahrzehnten noch mehr Hitzewellen Wälder anzünden werden. Der erste Satellit des Startups wurde Anfang 2022 mit der Raketenfirma von Elon Musk, SpaceX, ins All befördert. Der zweite Satellit soll Ende 2022 starten. Geplant ist dann auch wieder ein Start mit SpaceX von Cape Canaveral aus. Wobei das Ororatech-Gründerduo plant, langfristig mit dem Münchener Raketen-Startup Isar Aerospace zusammenzuarbeiten.

Hilfe von anderen Satellitenbetreibern

Bis der zweite Satellit im All ist, nutzt die junge Firma Daten von Forschungssatelliten anderer Betreiber wie der europäischen Weltraumorganisation ESA. Das Problem dabei: Aktuell gebe es Abdeckungslücken, da sich die meisten Satelliten mit der Rotation der Erde mitdrehen und es Stoffers zufolge dadurch zu wenige Bilder am Nachmittag gebe. Also zu einer Tageszeit, an der die Gefahr von Bränden recht hoch sei.

Die Gefahr zunehmender Hitzewellen und Waldbränden haben auch VC-Firmen auf dem Schirm: So hat Ororatech im Rahmen einer Series-A-Finanzierungsrunde im letzten Sommer 5,8 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von Findus Venture und Ananda Impact Ventures sowie APEX Venture und BayernKapital.

Über eine Million Euro Umsatz plant das Startup in diesem Jahr zu machen. Die Firma schließt mit seinen Kunden, darunter beispielsweise auch Nationalparks in Afrika, Jahresverträge ab, die monatlich beglichen werden. Die Höhe der Gebühren hängt von den Flächengrößen ab, die die Satelliten abdecken sollen, sowie von der Anzahl an Nutzeraccounts.

Gerade geht das Startup hierzulande proaktiv auf einzelne Bundesländer zu und spricht auch mit vielen Feuerwehren. „Der Erfahrungsaustausch ist für uns Nicht-Feuerwehrmänner sehr wertvoll“, so der gelernte Volkswirt Stoffers. Eine größere Vertriebspartnerschaft ist Ororatech bereits mit dem weltweit größten Feuerwehrwagenhersteller Rosenbauer aus Österreich eingegangen. Langfristig peilt die Münchener Firma an, dass die eigene Software auch über die Informationssysteme, die in den Wagen stecken, laufen.

Arbeit an Versicherungsprodukt

Aktuell zählt Ororatech 77 Beschäftigte. Ein Teil von ihnen sei derzeit damit beschäftigt, ein Versicherungsprodukt auf den Markt zu bringen, so Stoffers. Dem Gründer zufolge soll das Programm detaillierte Schadensanalysen im Fall von Waldbrandkatastrophen durchführen können. Dafür sollen auch Satelliten-Messdaten wie vergangene Vegetationsentwicklungen und aktuelle Klimaprognosen in die Berechnung mit einbezogen werden. Das Programm des Startups soll Versicherungen dann dabei helfen, sich bereits während und nach einer Katastrophe einen Erstüberblick über die Schäden verschaffen zu können. Geplant ist, das Produkt im nächsten Jahr an den Start zubringen.

„Die meisten Hürden, die ich überwinden musste, waren innere Ängste. Ich war unglaublich schüchtern“, sagt der erfolgsgekrönte Seriengründer Josef Brunner über seine Vergangenheit.
„Die meisten Hürden, die ich überwinden musste, waren innere Ängste. Ich war unglaublich schüchtern“, sagt der erfolgsgekrönte Seriengründer Josef Brunner über seine Vergangenheit.
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