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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- La France d’abord, Deutschland droht Ausgangssperre, europäische Aktien fallen zu Wochenbeginn, Laschet längst nicht gesetzt als Kanzlerkandidat, und wer hat, dem wird gegeben. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

La France d’abord

Frankreich zuerst, so lautet das Fazit des gescheiterten Versuchs der Übernahme von Carrefour durch die kanadische Alimentation Couche-Tard. Als deren Gründer in Paris vorstellig wurde, um das 20-Milliarden-Dollar-Angebot für die französische Supermarktkette zu retten, zerschellten seine Pläne am politischen Widerstand. Die strategische Bedeutung der Lebensmittelversorgung mache dies unmöglich, sagte Finanzminister Bruno Le Maire. Die Übernahme hätte Couche-Tard zu einem globalen Einzelhandelsgiganten gemacht, der es mit Walmart hätte aufnehmen können. Ein ähnliches Schicksal dürfte bei der versuchten Übernahme von Suez nicht drohen: Bei den rivalisierenden Parteien Veolia Environnement SA und Ardian SAS/Global Infrastructure Partners handelt es sich weitestgehend um eine affaire française.

Deutschland droht Ausgangssperre

Das Kanzerlamt will nach Informationen von Business Insider eine bundesweit einheitliche nächtliche Ausgangssperre verhängen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Vor den Beratungen am Dienstag über eine mögliche Verschärfungen der Pandemie-Maßnahmen hätten die Länder bereits grundsätzlich Zustimmung signalisiert, berichtete das Wirtschaftsmagazin unter Berufung auf Regierungskreise. Zudem sei eine strengere Maskenpflicht in der Diskussion. Deutschland registrierte jüngst 11.484 Neuinfektionen und 317 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Die 4-Tage-Reproduktionszahl stieg auf 1,07 von 0,99. Die Zahl der intensivmedizinisch Behandelten sinkt laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Europäische Aktien fallen zu Wochenbeginn

Die europäischen Aktien haben ihren Rückzug von den in der vergangenen Woche erreichten 11-Monats-Hochs fortgesetzt, konnten sich jedoch von ihren Tagestiefs erholen. Wirtschaftssensible Sektoren, die von dem Durchbruch an der Impfstoff-Front besonders profitiert hatten, führten die Rückgänge an. “Wir machen da weiter, wo wir am Freitag aufgehört haben”, sagte CMC-Markets-Chefmarktanalyst Michael Hewson in einem Interview. “Wir haben einen etwas schizophrenen Start ins Jahr 2021 erlebt, mit übermäßigem Optimismus in der ersten Woche, gefolgt von mehr Vorsicht”. In Deutschland litten Lufthansa unter der Schließung von Reisekorridoren in Großbritannien. Infineon profitierten von einer Anhebung bei Goldman Sachs.

Laschet längst nicht gesetzt als Kanzlerkandidat

CDU-Chef in spe Armin Laschet, der “joviale, aber etwas leichtgewichtige” Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, wird wohl nicht der Kandidat der Union für das Kanzleramt werden, schreibt Bloomberg-Kolumnist Andreas Kluth. Die personifizierte Kontinuität der Ära Angela Merkel sei wegen ihres Zickzack-Kurses in der Corona-Politik in den Umfragen jüngst zurückgefallen. Der bayrische Ministerpräsident Markus Söder habe eine bessere Figur gemacht als Laschet und werde während der Pandemie als geradliniger wahrgenommen als der wankelmütige Aachener. Im Gegensatz zu den gescheiterten CSU-Kandidaten Franz-Josef Strauß und Edmund Stoiber sei der “opportunistische und populistische” Franke auch nördlich des Weißwurstäquators beheimatet. Entschieden werden soll nach den Landtagswahlen im März.

Wer hat, dem wird gegeben

Amerikaner sind während der Pandemie nach manchen Maßstäben reicher geworden als je zuvor. Während der wirtschaftliche Einbruch zu einem Anstieg der Zahl der Arbeitslosen, Obdachlosen und Hungernden führte, profitierten die oberen 20% der Einkommensbezieher von beispiellosen Notfallmaßnahmen der Federal Reserve. Sie haben ihre Hypotheken zu rekordverdächtig niedrigen Zinssätzen refinanziert, Zweitwohnungen gekauft, um den Städten zu entfliehen, und dabei zugesehen, wie Aktien und Anleihen in ihren Depots aufwärts kletterten. Der einfache Zugang zu Krediten oder Finanzmärkten half dabei, das Nettovermögen der Haushalte auf einen neuen Rekordwert zu heben. In Großbritannien geht die Schere zwischen reich und arm ebenfalls auseinander, was die Rufe nach einer Vermögenssteuer anschwellen lässt.

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