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Nach Expansion in Deutschland: Tierversicherungs-Startup Lassie sammelt 23 Millionen ein

Sie wollen den Versicherungsmarkt für Haustiere europaweit durchdringen: Die Lassie-Gründer Sophie Wilkinson (l.), Hedda Båverud Olsson (m.) und Johan Jönsson. - Copyright: Lassie
Sie wollen den Versicherungsmarkt für Haustiere europaweit durchdringen: Die Lassie-Gründer Sophie Wilkinson (l.), Hedda Båverud Olsson (m.) und Johan Jönsson. - Copyright: Lassie

Vor dem Gang zum Tierarzt haben Hunde und Katzen nicht größere Angst als ihre Besitzer – zumal die Behandlungsgebühren erst vor einer Woche drastisch angehoben wurden. Für eine einfache Untersuchung zahlen Haustierhalter nach neuer Ordnung 23,62 Euro – über 70 Prozent mehr als vorher. Auch der Preis für Impfungen hat sich mit 11,50 Euro nunmehr verdoppelt. Insgesamt müssen Besitzer über die Lebzeit ihres Tieres hinweg mit Kosten ab 17.500 Euro für Anschaffung, Futter, Zubehör, Hundesteuer und Arztbesuche rechnen, schätzt der Tierschutzbund. Für viele Deutsche werden daher Krankenkassen für Hunde und Katzen zunehmend interessant, um Behandlungs-Kosten abzufedern. Der Markt ist hierzulande noch nicht so weit entwickelt wie etwa in den USA, Großbritannien und Skandinavien – das ändert sich jetzt aber.

Der schwedische Anbieter Lassie, der seit Januar 2023 in Deutschland am Markt ist, gibt an, in Deutschland mittlerweile fast die Hälfte seiner insgesamt rund 60.000 Nutzer zu betreuen. Heute verkündet das Tierversicherungs-Startup, eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen zu haben. In seiner Series B-Runde sammelte Lassie rund 23 Millionen Euro von Investoren ein. Angeführt wurde die Runde vom Londoner VC Balderton Capital. Außerdem beteiligten sich Bestandsinvestoren wie Felix Kapital und Passion Capital aus Großbritannien, der nordische Fonds Inventure sowie die Stockholmer Beteiligungsgesellschaft Philian Invest des H&M-Erben und -Vorsitzenden Karl-John Persson. Insgesamt sind bisher 36,5 Millionen Euro in das Insurtech geflossen.

Mit dem Geld will das Startup seine Versicherungs-App erweitern, zum Beispiel durch den Verkauf von Gesundheitsprodukten für Tiere und neue Angebote. Zudem soll sich das Team vergrößern. Innerhalb der nächsten zwölf Monate plant Lassie, in weitere europäische Länder zu expandieren.

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Im Gegensatz zu herkömmlichen Versicherungsplattformen coacht das Unternehmen Besitzer, wie sie sich optimal um ihre Fellnasen kümmern. Dadurch sollen Krankheitsfälle vorgebeugt werden. Zudem soll der bürokratische Aufwand von Haustierhalter gering gehalten werden, wenn es um die Erstattung eines tiermedizinischen Eingriffes geht. So seien Versicherungsdokumente in der App gesammelt abrufbar und Rechnungen können online hochgeladen werden.

Lassie: Haustierbesitzer sparen Geld, wenn sie an Online-Kursen teilnehmen

In der App bietet das Startup personalisierte Online-Kurse mit Videos, Artikeln und Quiz-Fragen an und erteilt Ratschläge. Die Lektionen befassen sich thematisch etwa mit der richtigen Ernährung von Hund und Katze, Stressreduktion, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Welpenerziehung. Wer die Kurse abschließt, erhält Belohnungen in Form von Versicherungsrabatten. Nutzer sollen so dauerhaft pro Jahr zwischen 25 und 50 Euro Preisnachlass bekommen. Alternativ können sie mit gutgeschriebenen Punkten im Lassie-App-Store einkaufen. Die Inhalte der Plattform werden in Zusammenarbeit mit Tierärzten entwickelt, gibt das Startup an.

Je nach Paket, ob nur für Operationen oder generelle Tierarztbehandlungen und Vorsorge-Checkups, zahlen Hundebesitzer ab sieben und 15 Euro aufwärts. Bei Katzen fangen OP-Versicherungen ab rund vier Euro an. Die Preise hängen dabei auch von Rasse, Alter, Geschlecht und Wohnort des Tieres ab.

Das Startup wurde im Jahr 2021 von der Schwedin Hedda Båverud Olsson gegründet, die sich als Tochter einer Veterinärin von klein auf mit Haustieren beschäftigt. Co-Gründerin ist die Versicherungsexpertin Sophie Wilkinson, die früher den Bereich Tierversicherungen bei dem großen nordischen Versicherungsunternehmen If Insurance leitete. Zudem gehört Entwickler Johan Jönsson zum Gründerteam.

Neuinvestor Balderton gesteht, bisher vorsichtig bei Investitionen in Versicherungen gewesen zu sein. Lassie sei das erste Versicherungs-Startup, in das der Londoner VC innerhalb der vergangenen fünf Jahre Geld gesteckt habe. Dazu Partner Rob Moffat: „Der Versicherungsmarkt war aus unserer Sicht schon lange reif für eine technologische Disruption. Doch die Einstiegshürde ist hoch und eine Skalierung schwierig. Es bestehen zahlreiche Herausforderungen bei der Risikoeinschätzung, den hohen Marketingkosten und der Sachbearbeitung.“ Lassie biete nun eine Plattform, die das Potenzial mitbringen würde, weit über Versicherungsleistungen hinauszugehen.