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Exklusiv: Nach schweren Vorwürfen von Mitarbeitern stellt Amazon Strafanzeige gegen eigenen Lieferdienst

·Lesedauer: 2 Min.
Paketzusteller von Amazon.
Paketzusteller von Amazon.

Der Online-Händler Amazon hat Strafanzeige gegen Sebastian Döhring erstattet, Ex-Inhaber der Oberland Logistik GmbH. Das erfuhren Business Insider und das ZDF-Magazin „Frontal“ aus Unternehmenskreisen. Der Kurierdienst hatte für das Unternehmen Pakete in Bayern ausgeliefert.

Die Strafanzeige des US-Konzerns erfolgt nach schweren Vorwürfen, die Angestellte gegen den Kurierdienst erhoben haben. Fahrer berichten, dass sie am Tag bis zu 270 Pakete ausliefern mussten. Es seien teilweise so hohe Stückzahlen gewesen, dass sie nicht alle in den Kofferraum gepasst haben – und deswegen auf den Beifahrersitzen verstaut werden mussten. „Das war hart“, sagen Fahrer zu Business Insider und Frontal.

Autos schrottreif, Schlafplätze desolat

Die Autos, die ihnen für den Kurierdienst zur Verfügung gestellt wurden, seien zum Teil schrottreif gewesen, erzählen die Fahrer. Business Insider und Frontal liegen Fotos vor von den teils kaputten Fahrzeugen. Bei Glatteis im Winter hätten sie Angst gehabt, zu fahren.

„Der Zustand der Autos war sehr schlecht: Sie waren demoliert, die Seitenspiegel abgebrochen und die Windschutzscheibe war gesprungen. Vor allem die Reifen, die hatten kaum Profil. Ich musste natürlich damit fahren, es war lebensgefährlich“, sagt ein Mitarbeiter.

Die Oberland hat den Angestellten nicht nur Autos, sondern auch Schlafplätze zur Verfügung gestellt – für einen ordentlichen Preis. „Wir haben pro Person 300 Euro monatlich für ein Bett bezahlt. Wenn wir vier Leute waren, dann also viermal 300 Euro. In den Wohnungen war überall Dreck. Die Küche war völlig nutzlos - auf einem einzigen Herd mussten wir das Wasser erhitzen, um uns zu waschen. Es gab nur eine Dusche, die auch nur kaltes Wasser hatte oder gar kein Wasser. Die Badewanne konnte nicht benutzt werden, die Dusche war oft kaputt.“

Business Insider und Frontal liegen die Lohnabrechnungen der Mitarbeiter vor. Dabei macht die Oberland eine ganze Reihe an Abzügen geltend. Es tauchen in einer Lohnabrechnung etwa 234 Euro Bearbeitungsgebühr für Blitzer, 500 Euro für einen KFZ-Schaden und 300 Euro Miete auf. Den Fahrern bleiben zum Teil nur wenige hundert Euro übrig am Ende des Monats, einmal sind es nur rund 30 Euro.

Die ganze Geschichte der Amazon-Fahrer, die über die prekären Arbeitsbedingungen bei den Lieferdiensten auspacken, könnt ihr hier lesen

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