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Evolutionsforschung: Das männliche Geschlecht gibt es vor allem, um schädliche Mutationen zu beseitigen

·Lesedauer: 2 Min.

Evolutionsbiologen versuchen schon lange herauszufinden, warum die menschliche Population durch sexuelle Reproduktion wächst und nicht durch ungeschlechtliche Fortpflanzung, wie es von anderen Tieren bekannt ist. Nun haben sie möglicherweise eine Antwort auf diese Frage gefunden: Eine im Juni im Fachmagazin „Evolution Letters“ veröffentlichte Studie ergab, dass das männliche Geschlecht vor allem dazu dient, schädliche Mutationen aus einer Population zu beseitigen. Männer seien sozusagen ein „Bauernopfer“, heißt es im Wissensmagazin „Scinexx“.

Asexuelle Populationen wachsen viel schneller als solche, die sich zweigeschlechtlich fortpflanzen. Das liegt unter anderem daran, dass nur ein Geschlecht den Nachwuchs zur Welt bringt. Die für die sexuelle Reproduktion notwendige Partnersuche hingegen kostet viel Zeit und Energie. Es müsse also einen speziellen Grund für die Existenz des männlichen Geschlechts geben, schreiben die Autoren der Studie, ein Team von Wissenschaftlern um Karl Grieshop vom Department of Molecular Biosciences der Universität Stockholm.

Männer werden der natürlichen Selektion geopfert

Ein in der Forschung verbreiteter Glaube ist, dass sich durch den Sex die Gene einer Population neu mischen und diese durch diesen Prozess anpassungsfähiger ist. Laut der Studie dient das männliche Geschlecht aber vor allem dazu, schädliche Mutationen weitgehend folgenlos aus einer Population zu entfernen und deren Gesundheit sicherzustellen. Wie ihnen das gelingt, erklären die Forscher so: Die Mutationen führen entweder zum Tod der Männchen oder zu Nachteilen bei der Partnerwahl und somit nur selten zur Reproduktion von Mutationen. Sie werden also der natürlichen Selektion geopfert.

Eine Population schrumpft, wenn die Zahl der Weibchen schrumpft. Aber schon wenige Männchen reichen, um viel Nachwuchs zu zeugen. Ihr Verlust durch natürliche Selektion beeinflusst demnach nicht das Fortbestehen der Population, sie sind also entbehrlicher als das weibliche Geschlecht. Weibchen dagegen fallen dieser Selektion nicht so häufig zum Opfer wie Männchen.

Grieshop und seine Kollegen untersuchten das am Beispiel des Vierfleckigen Bohnenfressers, einer Käferart. Sie beobachteten den Reproduktionserfolg der Männchen und Weibchen von 16 Inzuchtstämmen, die sie miteinander kreuzten. Dabei zeigte sich, dass die Fitness der Weibchen sich im Gegensatz zu der der Männchen erhöhte. Die Selektion wirkte sich demnach stärker auf männliche Mutationsträger aus und sorgte dafür, dass sie weniger Nachkommen zeugten. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entfernung schädlicher Mutationen durch Selektion tatsächlich bei Männchen stärker greift als bei Weibchen“, erklärten die Forscher. Die genetischen Mechanismen dahinter sind aber noch unklar.

it

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