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Erivan Haub: Deutschlands geheimnisvoller Milliardär ist tot

Erich Reimann, dpa
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In der breiten Öffentlichkeit war sein Name bis zuletzt fast unbekannt: Erivan Haub. Dabei schrieb der nun im Alter von 85 Jahren verstorbene Unternehmer in den 1970er-, 80er- und 90er-Jahren Einzelhandelsgeschichte. Zu dem von ihm unter dem Dach der Unternehmensgruppe Tengelmann errichteten Familienimperium gehören Deutschlands größter Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi - und lange Zeit war das Unternehmen auch im Lebensmittelhandel ein ernstzunehmender Wettbewerber. Das „Manager-Magazin“ schätzte das Vermögen der Unternehmerfamilie 2017 auf rund 4,2 Milliarden Euro.

„Die Freude am Gestalten und am Führen, die habe ich in Amerika gelernt und sofort auf Deutschland übertragen“

Geprägt wurde der am 29. September 1932 in Wiesbaden geborene Diplomvolkswirt nicht zuletzt durch seine in den 1950er Jahren erworbenen Erfahrungen in den USA. „Die Freude am Gestalten und am Führen, die habe ich in Amerika gelernt und sofort auf Deutschland übertragen“, erinnerte er sich später.

Die Möglichkeit dazu bot sich ihm, als er 1963 in die familieneigene Handelsgruppe Tengelmann eintrat und wenige Jahre später die Leitung übernahm. Zu dieser Zeit machte die Gruppe insgesamt 1,4 Milliarden Mark Umsatz. Doch das reichte Haub nicht. Er schaltete rasch auf Expansion.

Der Kauf des Erzrivalen Kaiser's im Jahr 1971 war der Startschuss zu einer ganz großen Einkaufstour. Haub erwarb Unternehmen und Beteiligungen in den USA, den Niederlanden sowie Italien und expandierte nach Osteuropa. Und er wagte den Schritt vom reinen Lebensmittelhandel zum Handel mit Bekleidung und Baumaterialien. Insgesamt konnte er so nach Berechnungen des „Handelsblattes“ die Erträge in gut 30 Jahren um das Fünfzigfache steigern.

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