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Dietmar Bartsch nennt Stiko-Aussagen zur Kinder-Impfung "einigermaßen irre"

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Dietmar Bartsch warf in einem TV-Interview der Ständigen Impfkommission vor, sie habe ihre besondere Verantwortung "desavouiert". (Bild: Getty Images 2021/Pool)
Dietmar Bartsch warf in einem TV-Interview der Ständigen Impfkommission vor, sie habe ihre besondere Verantwortung "desavouiert". (Bild: Getty Images 2021/Pool)

Die Kritik an den Aussagen von Stiko-Chef Thomas Mertens zur Coronaschutzimpfung für Kinder reißt nicht ab. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch erkannte einen "Widerspruch, der kaum aufzuklären ist". Die Ständige Impfkommission habe ihre Verantwortung "desavouiert".

Dietmar Bartsch, Co-Vorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, hat in einem Fernsehinterview scharfe Kritik an den Aussagen des Stiko-Vorsitzenden zur Kinderschutzimpfung gegen das Coronavirus geübt. Zuvor hatte Thomas Mertens, der dem ehrenamtlich besetzten Gremium vorsteht, in einem Podcast-Gespräch betont, er selbst würde sein eigenes sieben Jahre altes Kind derzeit nicht gegen das Coronavirus impfen lassen.

Bartsch reagierte mit Unverständnis auf dieses Bekenntnis. "Das finde ich einigermaßen irre, wenn der Chef der Impfkommission, der die Impfung empfiehlt, dann aber sagt, dass er es einem Kind nicht empfehlen würde", wetterte der Linken-Politiker in der Sendung "Frühstart" des Nachrichtenkanals n-tv. Daraus ergebe sich "ein Widerspruch, der kaum aufzuklären ist". Bei Eltern würde daraus Verunsicherung erwachsen. Bartsch: "Die Impfkommission hat eine besondere Verantwortung, die ist mit dieser Äußerung deutlich desavouiert worden."

Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), hat mit seinen Aussagen zur Kinderschutzimpfung gegen das Coronavirus für Irritationen gesorgt. (Bild: Getty Images / ODD ANDERSEN)
Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), hat mit seinen Aussagen zur Kinderschutzimpfung gegen das Coronavirus für Irritationen gesorgt. (Bild: Getty Images / ODD ANDERSEN)

Thomas Mertens sieht Daten-Mangel zur Impfstoff-Verträglichkeit

Die in der Kritik stehenden Ausführungen entstammen einem Podcast-Gespräch der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", an dem der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission vor Kurzem teilgenommen hatte. Seine persönliche Einschätzung hatte Thomas Mertens damit begründet, "keinerlei Daten" über die Verträglichkeit des Impfstoffs in der Gruppe der Kinder zwischen fünf und elf Jahren vorliegen zu haben. Aussagen über etwaige Langzeitschäden ließen sich derzeit nicht treffen. Zugleich hatte Mertens bekräftigt, die Stiko-Empfehlung zur Coronaschutzimfpung für Kinder werde bis spätestens 11. Dezember vorliegen: "Sie wird sicher fertig sein, bevor der Kinder-Impfstoff in Deutschland verfügbar ist."

Sollte sich die neu in Südafrika entdeckte Omikron-Variante auch in Deutschland stärker verbreiten, könnte dies die Debatte um die Coronaschutzimpfung für Kinder noch mal befeuern. Der "Spiegel" zitierte am Freitag die Chef-Wissenschaftlerin des Nationalen Instituts für übertragbare Krankheiten, Michelle Groome, man registriere in Südafrika eine zunehmende Infektion auch junger Kinder. Explizit genannt wurde "eine Zunahme bei Krankenhauseinlieferungen von Kindern der Altersgruppe bis fünf Jahre". Diese Altersgruppe ist in der erwarteten Stiko-Empfehlung allerdings noch nicht inkludiert.

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