Der Klang der Unendlichkeit: Raumsonde nimmt Ton des interstellaren Raums auf

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Die Raumsonde „Voyager 1“ hat unser Sonnensystem lange schon verlassen. Dennoch sendet sie weiter Daten aus dem interstellaren Raum. Dort hat sie ein „anhaltendes Brummen“ aufgezeichnet.

This undated artist's concept depicts NASA's Voyager 1 spacecraft entering interstellar space, or the space between stars. NASA's Voyager 1 spacecraft is officially the first human-made object to venture into interstellar space, according to a NASA statement. The 36-year-old probe is about 12 billion miles (19 billion kilometres) from our sun. REUTERS/NASA/JPL-Caltech/Handout  (UNITED STATES - Tags: SCIENCE TECHNOLOGY)

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Die NASA-Sonde "Voyager 1" ist schon vor Jahren in den interstellaren Raum vorgedrungen und sendet seither Daten von dort. Foto: REUTERS / NASA / JPL-Caltech

„Voyager 1“, eine der ältesten Sonden der US-Weltraumbehörde NASA, nahm vor 44 Jahren ihren Dienst auf. Heute ist sie beinahe 23 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt – und damit so weit ins Weltall vorgedrungen, wie kein anderes von Menschenhand geschaffenes Objekt.

Wie ist der interstellare Raum zusammengesetzt?

Auf ihrer Reise hat „Voyager 1“ bereits vor neun Jahren unser Sonnensystem hinter sich gelassen und ist seither im interstellaren Raum unterwegs. Dort hört sie mit ihren Messinstrumenten ganz genau hin, um mehr über die Dichte und Zusammensetzung des fernen Weltalls zu erfahren. Dabei zeichnet sie seit einiger Zeit ein Geräusch auf, ein „anhaltendes Brummen“.

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Die entsprechenden Daten hat eine Gruppe von Forschenden um die Astrophysikerin Stella Koch Ocker ausgewertet und diese Woche in einer Studie in Nature Astronomy veröffentlicht.

Sanfter Regen und Gewitter

Demnach geht das Brummen von interstellarem Gas, sogenannten Plasmawellen, aus. In einer Pressemitteilung der Cornell University, an der Koch Ocker forscht, wird die Astrophysikerin wie folgt zitiert: „Es ist ein sehr schwaches und monotones Geräusch, da es in einem sehr schmalen Frequenzbereich liegt.“

Mitautor der Studie, Astronomie-Professor James Cordes, drückt es bildhafter aus: „Der interstellare Raum klingt wie sanfter Regen. Nur unterbrochen von kurzem Donnergrollen in einem Gewitter – das sind dann die Turbulenzen, die durch Eruptionen auf der Sonne entstehen.“

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„Voyager 1“ ist mittlerweile über 150-mal so weit von der Sonne entfernt ist, wie die Erde. Dennoch beeinflusst die Sonne den interstellaren Raum, den die Sonde durchfliegt. Anhand ihrer neuen Messdaten hoffen die Forschenden, mehr über die Zusammensetzung des interstellaren Raums zu lernen und wie die Sonne damit interagiert.

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Bekannt ist, dass zwischen den Sternen der Milchstraße interstellares Gas vorkommt. Es handelt sich, so schreibt der Tagesspiegel, dabei vor allem um Wasserstoff, der zum Teil in ionisierter Form als Plasma vorliegt. Bei starken Sonnenaktivitäten kommt es häufig zu Störungen.

Unglaubliche technologische Leistung

Vor allem diese Störungen wurden bislang untersucht, um mehr über den interstellaren Raum zu erfahren. Die neuen Daten zeigen jetzt aber: „Voyager 1“ hat jahrelang auch die sehr schwachen Emissionen der Plasmawellen aufgezeichnet.

Dabei hätte beim Missionsstart von „Voyager 1“ im Jahr 1977 niemand damit gerechnet, dass die Sonde noch heute wertvolle Daten zur Erde schicken würde. Ursprünglich war sie für einen fünfjährigen Betrieb konzipiert. Doch sie rast noch immer durchs All, mit rund 17 Kilometern pro Sekunde, und sendet Daten. Insgesamt sind noch vier Messinstrumente aktiv, darunter das „Plasma Wave System“, das seit 2017 das anhaltende Brummen aufzeichnet.

„Aus wissenschaftlicher Sicht ist unsere Studie eine große Errungenschaft, weil sie die unglaubliche Leistung der Voyager bezeugt“, sagt Ocker Koch. „Sie ist ein Geschenk an die Wissenschaft.“

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