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Bosch-Chef: 2020 drohen rote Zahlen und Stellenstreichungen

Der Autozulieferer Bosch könnte 2020 in die roten Zahlen rutschen. Das sagte Bosch-Chef Volkmar Denner im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Der Auto-Absatz ist eingebrochen, es bestehen massive Überkapazitäten. Das kriegt auch Zulieferer Bosch zu spüren. Foto: dpa

2019 war der Gewinn bereits um 45 Prozent auf 3 Milliarden Euro zurückgegangen. Ein Grund für den möglichen Verlust im laufenden Jahr ist laut Denner der erwartete Markteinbruch: „2017 wurden 98 Millionen Fahrzeuge, also Pkws und Lkws, weltweit verkauft. In diesem Jahr werden es maximal 70 Millionen sein. Das bedeutet, dass es weltweit derzeit 30 Prozent Überkapazität gibt. Das führt in der gesamten Branche zu einem hohen Anpassungsbedarf, und dem können auch wir uns nicht entziehen.“

Dass es in diesem Jahr zu Massenentlassungen bei Bosch kommen könnte, dementierte Denner nicht. „Wir müssen unsere Strukturen und Kapazitäten an diesen deutlich reduzierten Bedarf anpassen“, sagte Denner.

„Denn so einen Rückgang kann auch ein Innovationsführer wie Bosch nicht kompensieren. Auch eine Anpassung der Personalkapazität werden wir nicht vermeiden können. Wir schauen uns jeden Standort einzeln an und ermitteln den Anpassungsbedarfs.“ Die Situation erfordere „ein schnelles und konsequentes Handeln“: „Deswegen verhandeln wir gerade mit Hochdruck mit den Sozialpartnern.“

In den Jahren 2021 und 2022 rechnet Denner mit einem wachsenden Markt. „Aber selbst das Jahr 2023 wird voraussichtlich unter 90 Millionen Fahrzeugen bleiben, also immer noch ein Minus um zehn Prozent gegenüber 2017“, so Denner. Dabei handle es sich um das positivste Szenario, das Bosch errechnet habe. Andere Szenarien gingen von einer langsameren Erholung aus.

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