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Bitcoin: An diesen Orten kann man Immobilien mit der Digitalwährung zahlen

Hauskauf mit digitaler Währung? Dank Bitcoin ist das vielerorts bereits möglich. (Symbolbild: ddp Images)

Immer mehr Privatpersonen vertrauen der digitalen Währung Bitcoin. Auch der Immobilienmarkt lässt sich langsam auf das Kryptogeld ein.

Seit der Einführung von Bitcoin Anfang 2009 hat die Digitalwährung eine rasante Entwicklung hingelegt: Während sich der Wechselkurs von Euro nach Bitcoin lange Zeit im einstelligen Bereich bewegte, ist ein Bitcoin mittlerweile etwa 5100 Euro wert. Aufgrund der hohen Sicherheit, Transparenz und Anonymität der Nutzer wickeln immer mehr Privatpersonen ihre Geschäfte über das digitale Zahlungssystem ab.

Auch im Immobiliensektor kann man immer häufiger mit dem Kryptogeld zahlen: Makler ermöglichen ihren Kunden digitale Transaktionen in Millionenhöhe, um Anwesen erwerben zu können.

An diesen Orten wurden bereits hochpreisige Immobilien mit Bitcoin bezahlt:

Florida
Anfang September wurde in Coral Gables im US-Bundesstaat Florida ein Haus für 6,4 Millionen Dollar (5,5 Millionen Euro) zum Verkauf angeboten. Schlagzeilen machte das Inserat jedoch nicht wegen des hohen Kaufpreises, sondern weil als Zahlungsoption auch Bitcoin angegeben wurde. Wie der Makler Stephan Burke gegenüber dem „Miami Herald“ erklärt, sieht er in der sicheren, schnellen und globalen digitalen Zahlungsart großes Potenzial für das lokale Immobiliengeschäft. „Miami ist ein idealer Markt für Bitcoin, das Käufern und Investoren aus Südamerika, Kanada, Russland, Asien und dem Mittleren Osten die Möglichkeit gibt, schnelle und reibungslose Käufe zu tätigen“, sagte er Zeitung.

Dubai
Wie im September bekannt wurde, wird in Dubai aktuell an einem Luxus-Bauprojekt gearbeitet, dessen Gesamtwert sich auf 250 Millionen Pfund (280 Millionen Euro) beläuft. Auf einer Fläche von über 22.3000 Quadratmetern sollen zwei Wohnhochhäuser mit jeweils 40 Etagen entstehen – und jede der Wohnungen soll mit Bitcoin bezahlt werden können. „Bisher gab es mal eine Wohnung oder ein Haus hier und da, aber nie ein gesamtes 250-Millionen-Pfund-Bauprojekt“, erklärte die verantwortliche britische Unternehmerin Michelle Mone gegenüber „CNBC“ das bisher einmalige Vorhaben. Die über 1000 Apartments, die im Herbst 2019 bezugsfertig sein sollen, sind für einen Mindestpreis von je 30 Bitcoin (150.000 Euro) erhältlich.

Bitcoin im täglichen Zahlungsverkehr: Immer mehr Geschäfte nehmen das Kryptogeld an. (Bild: ddp Images)

New York
Die Magnum Real Estate Group verkauft derzeit Wohnungen im Wert von 700.000 bis 1,5 Millionen Dollar auf Manhattans Lower East Side. Die Bezahlung soll auch mit Bitcoin möglich sein. „Wenn jemand mit einer bestimmten Zahlungsart bezahlen will, möchte man natürlich mit ihm arbeiten und ihm geben, was er will – besonders auf einem sehr geschäftigen Immobilienmarkt“, erklärte Geschäftsführer Ben Shaoul gegenüber „CNBC“. Er erhoffe sich durch die Nutzung des Bitcoin-Systems vor allem bei jungen Käufern einen Vorteil gegenüber der lokalen Konkurrenz.

Lake Tahoe
In der größten Bitcoin-Transaktion bis dato erwarb ein anonymer Käufer aus dem Silicon Valley 2013 ein Grundstück am Lake Tahoe in Kalifornien. Für 2739 Bitcoin (1,6 Millionen Dollar) kaufte er sich 5600 Quadratmeter Land in der beliebten Urlaubsregion. Wie Brian Hull, der Verkaufsleiter des Martis-Camp-Resorts gegenüber dem „Wall Street Journal“ erklärte, war die Zahlungsart die Idee des Käufers. „Als wir zum ersten Mal die Bitcoin-Idee hörten, herrschte bei uns allen kurz Stille. Wir hatten keine Ahnung, wie die Transaktion ablaufen würde“, sagte er.

Nach einer der ersten Bitcoin-Transaktionen im Immobiliensektor im März 2013 (800 Bitcoin (damals eine halbe Million Dollar für eine Villa auf der indonesischen Insel Bali) wurden auch in London sowie in den US-Städten Austin, Kansas City und Los Angeles Anwesen mit dem Kryptogeld gezahlt. Obwohl immer mehr Makler die digitalen Zahlungen annehmen, zögern vor allem Käufer von Industrie- und Geschäftsimmobilien. Aktuell ist die Währung nämlich kaum reguliert und die Versteuerung ist unklar, sodass gerade bei Neueinsteigern noch Unsicherheiten herrschen.