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Berliner Startup-Report: In diese Branche fließt das meiste Investoren-Geld

Das Finanzierungsvolumen in Berliner Startups ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.  - Copyright: Lisa Kempke
Das Finanzierungsvolumen in Berliner Startups ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. - Copyright: Lisa Kempke

Alle Wege führen nach Berlin – zumindest für die meisten Gründerinnen und Gründer. Die Bundeshauptstadt gilt als der Startup-Schmelztiegel Deutschlands. Entwicklungen und Trends lassen sich daher bei einem genauen Blick auf die Berliner Startups vorhersagen. So zeigt eine Studie des Berliner Senats: Energy-Startups gehört die Zukunft. Sie erhalten am meisten Geld aus den Finanzierungstöpfen der Investoren.

Laut Erhebung der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe haben Berliner Startups aus dem Energy-Bereich 604 Millionen Euro im vergangenen Jahr erhalten. Geldgeber setzen vermehrt auf die Unternehmen mit modernen Energielösungen. Auch wir haben mit Investoren darüber geredet, wie ihr ein erfolgreiches Energie-Startup gründen könnt und welche Startups aus dem Bereich ihr auf dem Schirm haben solltet.

Auf die Energy-Startups folgen beim Finanzierungsvolumen die Fintechs (533 Millionen Euro) sowie der Food-Bereich (393 Millionen Euro). Aus den Experteninterviews in der Studie geht allerdings hervor, dass die Fintechs vor großen Herausforderungen stehen. Regularien sowie der Wettbewerb werde es den Fintechs in Zukunft erschweren, Finanzierungsrunden erfolgreich abzuschließen, heißt es.

Finanzierungsvolumen in Berliner Startups sinkt deutlich

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Investitionen in Berliner Startups deutlich gesunken, wie die Studie zeigt. Insgesamt lag das Finanzierungsvolumen 2023 bei 2,9 Milliarden Euro – und damit ganze 2,6 Milliarden Euro unter der Summe im Jahr 2022. Das investierte Kapital verteilt sich auf weniger Startups. Bei Frühfinanzierungen wie Pre-Seed-, Seed- und Series-A-Runden liegt das Volumen 35 Prozent unter dem von 2022. Bei allen Finanzierungen darüber lag das Finanzierungsvolumen 27 Prozent unter dem Vorjahr. Sogenannte Mega-Deals – Finanzierungen von mehr als 250 Millionen Euro – gab es 2023 überhaupt nicht. Ein Grund zur Sorge?

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Die Senatorin und ehemalige Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft, heißt es in der Studie. Berlin sei weiterhin der Startup-Standort Nummer eins in Deutschland. Ein Rückgang der Investitionen sei auch auf gestiegene Zinsen sowie die Inflation zurückzuführen. Auch die Startup-Experten sprechen von einem langfristig gesunden Finanzierungsvolumen. Der große Unterschied falle aufgrund der investitionsstarken Jahre 2021/2022 besonders auf. Probleme gebe es jedoch beim Wachstumskapital für Startups. Hier seien zu wenige Optionen verfügbar.

Dass Berlin ein deutsches Startup-Mekka ist, zeigen auch die Zahlen. Beim Finanzierungsvolumen liegt die Hauptstadt weiterhin vor Bayern und damit auch dem zweitbeliebtesten Standort München – wenn auch knapp. In Bayern lag das Finanzierungsvolumen 2023 bei 2,6 Milliarden Euro. Damit schließt das süddeutsche Bundesland zu Berlin auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier das Finanzierungsvolumen nur um 100 Millionen Euro eingebrochen.

Auch im europäischen Vergleich lässt Berlin beim Finanzierungsvolumen nach. Stockholm und Paris haben in den vergangenen Jahren Berlin überholt. Einsame Spitze in Europa ist und bleibt London.

Kommt es vermehrt zu Startup-Insolvenzen?

2023 kam es in Deutschland zu einem Anstieg der Startup-Insolvenzen. Firmen können seltener gerettet werden. In 297 Fällen mussten Startups eine Insolvenz anmelden - 117 mehr als noch 2022. Ein Rekordhoch, wie das Handelsblatt schreibt. Die Experten in der Studie gehen von einer Konsolidierung einzelner Branchen aus. In diesem Jahr sollen es jedoch noch mehr Insolvenzen werden, wenn es nach ihrer Einschätzung geht. Hinweise darauf gibt der hohe Kapitalbedarf der Startups. 70 Prozent der deutschen Startups benötigen demnach in den nächsten zwölf Monaten frisches Kapital.

Die Studie wurde im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe erstellt. Die Daten stammen von Startup-map.de, Dealroom, Startupdetektor, Crunchbase, Pitchbook, dem Startup-Verband und dem Deutschen Startup Monitor. Zudem wurden Interviews mit Experten und Gründern aus der Szene geführt.