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Fintech stuft Schutzwesten-Startup dieser Gründerin als Waffenproduzent ein – und sperrt sämtliche Konten

Madina Katter gab Anfang 2022 ihren Job als Venture Builder bei Founderslane auf, um schusssichere Westen zu bauen.  - Copyright: Madina Katter
Madina Katter gab Anfang 2022 ihren Job als Venture Builder bei Founderslane auf, um schusssichere Westen zu bauen. - Copyright: Madina Katter

Was macht man eigentlich, wenn die Bank auf einmal das Geschäftskonto sperrt? Genau das ist Madina Katter passiert – und zwar ausgerechnet zwischen den Jahren. Sie ist Gründerin von Bulletproof Ukraine. Das Startup stellt Westen her, die vor harten Geschossen wie Langwaffen oder Kalaschnikows schützen sollen. Nun sperrte der britische Zahlungsdienstleister Wise das Geschäftskonto der Firma. „Wir unterstützen keine Transaktionen im Zusammenhang mit Waffen, militärischen und halbmilitärischen Gütern und Dienstleistungen“, heißt es in der Mail, von der Katter ein Screenshot auf Linkedin teilt.

Den Vorwurf weist die 26-jährige Gründerin im Gespräch mit Gründerszene entschieden zurück. „Wir liefern keine kugelsicheren Westen ans Militär“, sagt sie. Lediglich an zivile Hilfsorganisationen und Journalisten in der Ukraine. „Dadurch befeuern wir auch nicht den Krieg, falls das einige denken“, führt sie fort. „Menschen, die humanitäre Arbeit in Krisengebieten leisten, benötigen Schutz. Unsere kugelsicheren Westen sorgen für ihre Sicherheit.“

Bislang habe sie seit der Gründung von Bulletroof Ukraine im März 2022 um die 600 kugelsichere Westen verkauft. Vor der Auslieferung führe das Team rund um Katter sogenannte Background Checks durch. Sie überprüfen also, ob eine Person oder Organisation auch diejenigen sind, die sie vorgeben zu sein.

Es wird nicht so leicht sein, eine andere Bank zu finden

Der Zahlungsdienstleister aus London scheint da keine Unterschiede zu machen – und betrachtet ein passives Verteidigungsmittel wie die Schutzweste als ein militärisches Gut und Waffe. Bulletproof Ukraine, das den Sitz ebenfalls in London hat, habe seit August 2022 einen Account bei dem Fintech. Da Wise in der Ukraine operiert, seien Transaktionen in dem Land recht unkompliziert. Ein Grund, weshalb sich Katter für Wise entschied. Ein Großteil der Produktion der schusssicheren Westen und somit auch Transaktionen, finden in der Ukraine statt.

Offenstehende Rechnungen kann Katter durch die Kontosperre nicht mehr begleichen – zumindest so lange, bis sie ein anderes Finanzinstitut findet, bei der sie mit Bulletproof Ukraine ein Geschäftskonto führen darf. „Es wird nicht so leicht sein, einen passenden Anbieter zu finden“, sagt sie. Allgemein scheuen sich Geldinstitute wie etwa Banken, aber auch Venture-Capital-Firmen, vor Investitionen in Firmen, die irgendetwas mit Krieg und Militär zu tun haben. Katter ist mit dem Problem also nicht allein.

Das Geschäft mit den schutzsicheren Westen steht sowieso vor dem Ende

Die Kontosperre kommt etwa einen Monat, bevor Katter das Geschäft mit den kugelsicheren Westen sowieso beenden wollte. „Es gibt keine akute Not für schusssichere Westen mehr, wie vor einem Jahr“, erklärt sie. Die Idee für Bulletproof Ukraine hatte sie, als Russland im Februar 2022 gegen die Ukraine in den Krieg zog. Dafür kündigte sie ihren festen Job als Venture Builder beim Berliner Corporate Venture Builder Founderslane.

Nach Bulletproof Ukraine wisse Katter, was sie als Nächstes machen möchte. Die aus Kasachstan stammende Gründerin habe viele Freunde in der Ukraine. Darum werde sie in einem Projekt mitarbeiten, das geflüchteten Familien bei der Suche nach einer neuen Heimat helfen soll.