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Auswirkung der Reform der Investmentbesteuerung

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
(Symbolbild: Getty Images)

Ich habe bereits an früherer Stelle über die neue Investmentbesteuerung geschrieben. Ab 2018 müssen inländische Fonds 15% Körperschaftsteuer auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien zahlen. Diese waren bisher auf Fondsebene steuerfrei.

Als Ausgleich für die neuen Regeln werden für Anleger ab 2018 Ausschüttungen und Verkaufsgewinne zum Teil von Abgeltungsteuer befreit: So bleiben zum Beispiel bei Aktienfonds 30% der Ausschüttungen steuerfrei, wenn der Fonds mindestens zu 51% in Aktien investiert ist. Der Gesetzgeber will aber auch bei nicht ausschüttenden (thesaurierenden) Fonds sicherstellen, dass Anleger einen Mindestbetrag versteuern. Deshalb müssen diese ab diesem Jahr eine sogenannte Vorabpauschale versteuern. Diese zieht die Bank direkt von einem Konto des Anlegers ab.

Anleger-Tipp 1: Anleger müssen darauf achten, dass sich auf ihrem Verrechnungskonto ein entsprechender Betrag befindet, um mit dem Konto nicht ins Minus zu rutschen, wenn die Pauschale abgebucht wird.

Die Besteuerung schon auf Fondsebene wird sich auch bei ETF auswirken, die sogenannte Performance-Indizes nachbilden. Performance-Indizes nehmen bei ihrer Wertberechnung keine Rücksicht auf steuerliche Aspekte. Der klassische Dax, von dem Sie in den Nachrichten hören, ist ein sogenannter Performance-Index. Im Dax werden Dividendenausschüttungen der einzelnen Dax-Unternehmen in den Index wieder eingerechnet. ETF, die den Dax nachbilden, bekommen dann aber ab 2018 das Problem, dass sie auf Fondsebene besteuert werden und ihre Performance dadurch von der Dax-Performance (die ohne Berücksichtigung der Besteuerung bleibt) stärker abweichen wird. Ihr Tracking-Error, ein Maß für die Abweichung der Performance eines Fonds von seinem Vergleichsindex, wird sich verschlechtern.

Der ETF-Anbieter Deka hat bereits reagiert und ändert ab Januar bei seinen thesaurierenden Dax-ETF den Referenzindex. Dieser ETF wird sich dann nicht mehr am Performance-Dax, sondern an einem neuen Index orientieren, dem DAX Net Return Index. Dieser Index berücksichtigt die einheitliche Besteuerung von inländischen Dividenden auf Fondsebene mit einem Steuersatz von 15%. Vermutlich werden auch weitere ETF-Anbieter ihre Basiswerte bei Dax-ETF umstellen.

Anleger-Tipp 2: Lassen Sie sich nicht verwirren. Letztlich ist ein ETF, der sich am Dax-Performance-Index orientiert, nun nicht schlechter, als der, der sich mit dem Net-Return-Index vergleicht. Alle ETFs müssen sich die neue Steuer gefallen lassen – es schaut eben nur hübscher aus.