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Aktien Europa: Verluste am Ende einer starken Börsenwoche

·Lesedauer: 3 Min.

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach einer starken Woche nehmen Anleger am Freitag bei europäischen Aktien erst einmal etwas Geld vom Tisch. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> fiel am letzten Handelstag der Woche um zuletzt 0,68 Prozent auf 3819,50 Punkte. Er hat aber im Wochenverlauf bislang immer noch vier Prozent an Wert gewonnen. Die Verluste durch den Corona-Crash hatte der Leitindex der Eurozone dabei jüngst komplett aufgeholt.

Der Pariser Leitindex Cac 40 <FR0003500008> gab am späten Freitagvormittag um 0,23 Prozent nach. Er blieb damit aber über der runden Marke von 6000 Punkte, die ebenfalls das höchste Niveau seit Februar 2020 bedeutet. Für den Londoner FTSE 100 <GB0001383545> ging es um 0,34 Prozent auf 6714,32 Punkte nach unten.

Experten sehen in den Verlusten aber nicht mehr als eine Konsolidierung nach dem zuletzt guten Lauf. "Die Aktienampel steht auf Grün", sagt etwa Chefvolkswirt Ulrich Kater von der DekaBank. "Dort, wo die Impfungen gegen das Coronavirus schnell vorangehen, zeigen sich sehr gute Ergebnisse bei der Eindämmung der Pandemie. Das befördert die Hoffnungen auf eine kräftige Konjunkturbelebung in diesem und im kommenden Jahr", so der Experte.

Zur Belastung für die Europa-Börsen wurden am Freitag vor allem fallende Auto- und Technologiewerte. Auto-Aktien zollten ihrer Rally seit Anfang des Monats weiter Tribut, ihr Teilindex sank um 1,2 Prozent. Noch größer war aber der Abschlag für den 1,9 Prozent tieferen Tech-Sektor. Techwerte schwächelten zuletzt insbesondere im Zusammenhang mit anziehenden Renditen am Anleihenmarkt. Denn diese lassen die nach der Rally 2020 teils sehr hoch bewerteten Tech-Aktien im Vergleich weniger attraktiv erscheinen.

Im Autosektor machte der Ausstieg von Renault <FR0000131906> als Aktionär bei Daimler <DE0007100000> Schlagzeilen. Die Daimler-Aktien büßten 2,3 Prozent an Wert ein. Renault nutzte den zuletzt guten Lauf, um den Anteil von rund 1,5 Prozent am Daimler-Aktienkapital für 69,50 Euro je Aktie loszuschlagen." Renault will mit dem Erlös seine Schulden senken. Die Aktien der Franzosen konnten davon aber nicht profitieren, sie fielen in Paris um 0,3 Prozent, was im Sektorvergleich aber immerhin recht milde war. Im Gegensatz zu Daimler wurden sie am Freitag vom Barclays-Experten Mueller auf "Underweight" abgestuft. Der Experte betonte, die Aktie sei die am wenigsten bevorzugte unter den Autobauern in Europa.

Im Technologiesektor fielen die Kurse bei Chipkonzernen, im Falle von STMicroelectronics <NL0000226223> ging es in Paris um 1,6 Prozent abwärts, während die Papiere des Sensorherstellers AMS <AT0000A18XM4> in Zürich sogar um 3,2 Prozent absackten. Laut dem Barclays-Experten Andrew Gardiner bringt eine mögliche Umstellung der Lieferketten durch Apple derzeit Unruhe in die Branche. Für AMS seien die damit verbundenen Risiken besonders groß.

Dem Tech-Sektor indirekt zugerechnet werden kann die Aktie von Prosus <NL0013654783>, die als EuroStoxx-Schlusslicht um 6,1 Prozent absackte. Bei der auf Internet-Unternehmen fokussierten Beteiligungsgesellschaft belastete ein mehr als vierprozentiger Kursrutsch bei der Kernbeteiligung Tencent in Hongkong. Dieser wurde auf Sorgen vor einer stärkeren kartellrechtlichen Kontrolle in China zurückgeführt.

In Zürich sackten die Aktien der Credit Suisse <CH0012138530> in einem ansonsten freundlichen Bankenumfeld um 3,3 Prozent ab, nachdem die US-Bank Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung gestrichen hatte. Der Bankenindex <EU0009658806> war am Freitag der einzige Gewinner in der gesamteuropäischen Branchentabelle.

Unternehmenszahlen brachten zu Wochenschluss nur wenig Gesprächsstoff. Die Aktien von EssilorLuxottica <FR0000121667> reagierten mit einem marktähnlichen Abschlag von einem halben Prozent auf Jahreszahlen und einem Ausblick, den der Jefferies-Experte James Grzinic als im Rahmen der Erwartungen bezeichnete.