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AKTIE IM FOKUS 2: Kapitalerhöhung wirft Lufthansa vorbörslich zurück

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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Kapitalerhöhung der Lufthansa <DE0008232125> hat die Aktien am Montag vorbörslich belastet. Auf der Handelsplattform Lang & Schwarz rutschten die Papiere der Kranich-Linie gegenüber dem Xetra-Schluss von Freitag um gut sechs Prozent ab. Mit 7,711 Euro fielen sie damit auf das tiefste Niveau seit November 2020. Auf der Handelsplattform Tradegate dämmten die Aktien zuletzt ihre Verluste etwas ein und wurde gegenüber Xetra noch um rund drei Prozent schwächer gehandelt.

Ziel der milliardenschweren Kapitalmaßnahme ist die Rückzahlung der Hilfen, mit denen der deutsche Staat den Luftfahrtkonzern in der Corona-Krise im vergangenen Jahr vor dem wirtschaftlichen Aus gerettet hatte. Dazu will das MDax-Unternehmen <DE0008467416> neue Aktien im Gesamtwert von 2,14 Milliarden Euro ausgeben. Das Geld soll in die Rückzahlung der beiden Stillen Einlagen fließen.

Bis die Kapitalerhöhung vollzogen und das Geld bei der Lufthansa eingegangen ist, wird es aber bis nach der Bundestagswahl dauern, die am 26. September stattfindet. So sollen die neuen Anteilsscheine den Aktionären vom 22. September bis 5. Oktober im Bezugsverhältnis 1:1 zu einem Bezugspreis von 3,58 Euro angeboten werden. Ein Händler begründete die Kursverluste am Montagmorgen mit den Konditionen, etwa mit dem im Vergleich zum Aktienkurs niedrigen Bezugspreis.

Bernstein-Analyst Daniel Roeska stellte in einer aktuellen Reaktion den Zeitpunkt etwas in Frage. Möglicherweise wäre es besser gewesen, auf deutlichere Anzeichen einer Erholung auf den Fernstrecken und bei Geschäftsreisen zu warten.

Stifel-Analyst Johannes Braun vermutet den Termin mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl gewählt. Die Fluggesellschaft verfolge offenbar das Ziel, die Maßnahme noch vorher in trockene Tücher zu bringen, schrieb er in einer am Montagmorgen vorliegenden Studie. Der Abschlag zum Börsenkurs reflektiere aber die Skepsis der Anleger, ergänzte der Experte.

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