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"Naked-Banana-Shitstorm": Supermarkt verkauft geschälte Bananen in Folie verpackt

Mutter Natur hat Bananen mit einer geradezu perfekten Verpackung gesegnet. Die  österreichische Supermarktkette Billa scheint von dieser allerdings noch nicht ganz überzeugt gewesen zu sein. Sie verkaufte die Frucht kurzerhand geschält und folienverschweißt - und musste daraufhin einen gehörigen Shitstorm über sich ergehen lassen.

Das weiche Bananen-Fruchtfleisch wird durch die dicke, gelbe Schale lückenlos ummantelt. Selbst wenn die schützende Hülle sich unappetitlich braun verfärbt, ist das Innere der Frucht meistens noch genießbar. Bananenschalen lassen sich fix und problemlos mit bloßen Händen öffnen und sind auch noch kompostierbar. Das ist von keiner industriellen Verpackung zu toppen - sollte man denken.

Dennoch konnte man die Frucht in der Obstabteilung der österreichischen Supermarktkette Billa in gänzlich anderer Verpackung vorfinden: Geschält, in einer Styroporpackung liegend und mit Folie umspannt. Schnell kursierte ein Handyfoto der merkwürdigen Verpackungsweise im Internet – und sorgte in der Netzgemeinde für große Empörung.

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Sogar der bekannte US-Technik-Blog Gizmodo widmete dem so üppig verpackten Obst einen Beitrag und nannte ihn das „verschwenderischste Vorzeichen der Apokalypse“. Auch auf Twitter wurde der Verpackungswahnsinn unter dem Hashtag #nakedbanana ausgiebig diskutiert. "Österreich ist eine Bananenrepublik. Wieso muss ich dabei jetzt an @BILLA_AT denken?", fragt sich User CarFreiTag. "Zu viele Österreicher hatten sie einfach mitgegessen...“, glaubt hingegen Nutzer Viktor Deleski.

Auf seiner Facebook-Seite hat sich das Unternehmen mittlerweile zu dem Vorfall geäußert: Angeblich sei die ungewöhnliche Verpackung bloß ein Einzelfall und basiere auf der Kreativität eines Mitarbeiters. "Die Bananen wurden vermutlich auf Eigeninitiative in einer Filiale in dieser Form verpackt. Dies entspricht in keinem Fall unserer Sortimentspolitik und es gab niemals eine Anweisung, so etwas durchzuführen". Weiter heißt es: "Zwar freuen wir uns normalerweise über innovative Ideen, die von unseren Filialen auch selbständig umgesetzt werden können. Dieses Beispiel hat aber gezeigt, dass wir das Thema Nachhaltigkeit noch intensiver direkt an unsere Mitarbeiter vermitteln müssen".

Billa ist jedoch nicht das erste Unternehmen, das in Plastik verpackte Bananen feilgeboten hat. Auch in Deutschland verpacken viele Supermärkte Obst, inklusive Bananen, doppelt und dreifach in Folie - oftmals handelt es sich dabei sogar um Bioprodukte. So überrascht es nicht, dass jeder Deutsche im Jahr mehr als 500 Kilogramm Abfall produziert - etwa die Hälfte davon sind Verpackungen.

Laut einem Gizmodo-Beitrag aus dem vergangenen Jahr hatte die Firma Del Monte sogar Bananen im Angebot, die jeweils einzeln in Plastik verpackt waren. Mit dem Slogan "Sealed for Freshness" warb die Firma für die unsinnige Mehrfachverpackung. Nachdem diese in zahlreichen Medien kritisiert worden war verteidigte sich ein Sprecher von Del Monte mit dem Argument, auf diese Weise  könnten  "Kunden an Orten erreicht werden, die vorher aufgrund der leichten Verderblichkeit nicht mit Bananen versorgt werden konnten". Als Beispiel nannte er die Möglichkeit, Bananen dank der Plastikfolie auch in Automaten verkaufen zu können. Zudem sei das Obst durch die Folie länger haltbar und müsste folglich seltener weggeschmissen werden.