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Ölpreise fallen deutlich - US-Reisebeschränkungen belasten zusätzlich

LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem angekündigten Einreisestopp für Europäer in die USA und heftigen Finanzmarktturbulenzen deutlich gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel auf 33,17 US-Dollar. Das waren 2,61 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 2,05 Dollar auf 30,94 Dollar. Nach dem schnellen Rückgang in der Nacht haben sich die Preise am Vormittag auf einem niedrigen Niveau stabilisiert.

In der vergangenen Nacht sind die Ölpreise in kurzer Zeit jeweils bis zu etwa zwei Dollar abgerutscht. Ausschlaggebend war die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, Reisebeschränkungen in die USA einzuführen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus werden die USA ihre Grenzen für Ausländer aus Europa für eine Dauer von zunächst 30 Tagen schließen. Ausgenommen sind Reisende aus Großbritannien.

Die Ankündigung der US-Regierung sorgte für heftige Kursverluste an den Aktienmärkten, die auch die Ölpreise mit nach unten zogen. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise befürchten Experten einen Rückgang der Nachfrage auf dem Weltmarkt. Experte Jack Allardyce vom Finanzdienstleister Cantor Fitzgerald sieht es gar als sicher an, dass die Reisebeschränkungen die Nachfrage nach Öl weiter belasten werden. Auch für weiterreichende Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gebe es weltweit klare Anhaltspunkte.

Darüber hinaus setzt ein Preiskrieg führender Ölförderstaaten den Ölpreisen zu. Zuletzt hatte das führende Opec-Land Saudi-Arabien einen starken Anstieg der Fördermenge angekündigt.