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Bayern im Dilemma

·Lesedauer: 3 Min.
Bayern im Dilemma
Bayern im Dilemma
Bayern im Dilemma

Das Corona-Virus hat Corentin Tolisso gerade noch gefehlt.

Eigentlich sollte der Franzose beim FC Bayern für seine Zukunft in München kämpfen. Doch stattdessen ist er in der Heimat in Quarantäne. “Coco verweilt in Frankreich”, verriet der neue Bayern-Coach Julian Nagelsmann am Samstag auf SPORT1-Nachfrage.

Nagelsmann beteuerte, dass er sich bereits auf die Rückkehr des Weltmeisters von 2018 freue. Doch was ist dann? Sicher ist nur, dass Tolisso der große Wackelkandidat im Team des deutschen Rekordmeisters ist.

Tolisso: Keine 100 Pflichtspiele für den FC Bayern

Tolisso war im Sommer 2017 als großer Hoffnungsträger nach München gekommen. Die Bayern überwiesen damals satte 41,5 Millionen Euro nach Lyon. Der zu dieser Zeit 22-Jährige war plötzlich Rekordtransfer eines der größten Klubs der Welt.

Eine große Bürde für einen so jungen Mann. Eine womöglich zu große, wie sich zeigte. Denn Tolisso ist vier Jahre später ein Verkaufskandidat bei den Bayern. Die Gründe liegen auf der Hand. Der 26-Jährige ließ sein nicht bestreitbares Talent nur viel zu selten aufblitzen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Immer wieder warfen den Mittelfeldspieler Verletzungen zurück. Er hat in vier Jahren an der Säbener Straße noch nicht einmal 100 Pflichtspiele absolviert (96). Zum Vergleich: In vier Jahren bei Olympique Lyon waren es 160.

FC Bayern ist im Tolisso-Dilemma

Auch in den Zeiten kompletter Fitness – die selten über mehrere Monate hinweg anhielten – konnte Tolisso nur selten überzeugen. Das Problem war praktisch immer die Konstanz, die der Franzose nie so recht garantieren konnte.

Die Bayern stehen daher vor einem echten Dilemma. Der Vertrag von Tolisso läuft nämlich im Sommer 2022 aus. Es muss eine Entscheidung her: Verkaufen oder Vertrag verlängern. Denn ablösefrei wollen die Münchner den ehemaligen Top-Transfer sicherlich nicht ziehen lassen. Vor allem nicht nach den Geschehnissen um David Alaba.

Tolisso selbst wollte sich eigentlich durchkämpfen, weswegen seine Corona-Infektion äußerst ungelegen kommt. “Es liegt an mir zu zeigen, dass ich auch Großes leisten kann”, sagte er noch vor der Europameisterschaft.

Können sich die Bayern einen Verkauf leisten?

Derzeit stellt sich die Frage, ob die Münchner Tolisso einen neuen Vertrag anbieten wollen. Sicher ist das keineswegs. Vielmehr war klar, dass der Mittelfeldspieler in diesem Sommer ein Wackelkandidat sein wird.

Das Problem: Derzeit kann sich der FCB einen Verkauf von Tolisso kaum leisten. Das liegt an der angespannten Personalsituation. Tolisso dürfte Nagelsmann als Alternative zu Joshua Kimmich und Leon Goretzka im Mittelfeld sehen. Die andere verbliebene ist Marc Roca, der allerdings verletzt ist und noch nicht zeigen konnte, dass er das Format für den Top-Klub besitzt.

Kann sich der FC Bayern also einen Abgang von Tolisso also erlauben? Wohl nur dann, wenn noch ein Ersatz gefunden wird.

Spuren führen nach Italien und auf die Insel

Das wiederum könnte ein schweres Unterfangen werden. Präsident Herbert Hainer erklärte schon vor Wochen, dass sein Klub nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig werden will. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Bayern ein Angebot für einen Tolisso-Ersatz in der Schublade liegen haben.

Eine Spur bezüglich Tolisso führt nach Italien – genauer gesagt Turin. Juventus wollte den Mittelfeldspieler schon einmal von den Bayern loseisen. In diesem Sommer schien ein solcher Transfer nun logisch für alle Seiten.

Mittlerweile wird Tolissos Name auch im Umfeld von West Ham United gespielt. Wenn der Spieler gehen will, dann wird das Dilemma für Bayern noch größer. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

“Die Vertragssituation kennt jeder. Dazu brauche ich nichts Neues sagen. Ich gehe schwer davon, dass er alsbald wieder zu uns stößt und Teil dieser Mannschaft ist, wenn er gesund ist”, sagte Nagelsmann am Samstag auf SPORT1-Nachfrage.

Doch auch Nagelsmann weiß, dass er nicht das letzte Wort hat, wenn es um Transfers geht. Hasan Salihamidzic und Co. müssen abwägen, ob sie das Risiko eingehen wollen, Tolisso ablösefrei gehen zu lassen. Doch die Alternativen wirken auch nicht sonderlich verlockend.

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