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US-amerikanische Notenbank Fed hebt erstmals seit 2018 die Zinsen an — um 0,25 Prozentpunkte

The Federal Reserve building in Washington DC superimposed on a twenty dollar bill and a grunge texture background
The Federal Reserve building in Washington DC superimposed on a twenty dollar bill and a grunge texture background

Die hohe Inflation hat in den USA eine Zinswende ausgelöst: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erhöht erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie ihren Leitzins wieder. Der wichtige Zinssatz für die weltgrößte Volkswirtschaft steigt um 0,25 Prozentpunkte und liegt damit nun in der Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent, wie die Zentralbank am Mittwoch mitteilte. Die Notenbank gehe davon aus, dass weitere Anhebungen «angemessen sein werden».

Die Kehrtwende der Geldpolitik der Fed war wegen der seit Monaten anhaltend sehr hohen Inflationsrate erwartet worden. Einer neuen Prognose der Notenbank zufolge ist in diesem Jahr noch mit mehreren Zinserhöhungen zu rechnen. Im Dezember waren die Entscheider der Fed im Durchschnitt noch davon ausgegangen, dass der Leitzins im Laufe des Jahres auf 0,9 Prozent steige - nun gehen sie von 1,9 Prozent in diesem Jahr und sogar 2,8 Prozent im kommenden Jahr aus. Auch soll die durch Corona-Notprogramme angeschwollene Fed-Bilanz bald reduziert werden, was dem Finanzmarkt Liquidität entziehen würde.

Fed rechnet mit weiter steigender

Erhöhungen des Leitzinses bremsen die Nachfrage. Das hilft dabei, die Inflationsrate zu senken, schwächt aber auch das Wirtschaftswachstum. Für die Notenbank ist es daher ein Balanceakt: Sie will die Zinsen so stark anheben, dass die Inflation ausgebremst wird - ohne dabei gleichzeitig die Konjunktur abzuwürgen.

Die US-Notenbank rechnet im laufenden Jahr mit einer deutlich höheren Inflationsrate als noch vor drei Monaten angenommen. Die Teuerungsrate soll trotz der geplanten Erhöhungen des Leitzinses 2022 durchschnittlich bei 4,1 Prozent liegen, eine Steigerung von 1,4 Prozentpunkten gegenüber der vorigen Prognose vom Dezember, wie Daten der Zentralbank am Mittwoch zeigten.

Die Fed musste ihre Prognosen zur Inflationsentwicklung seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehrfach nach oben korrigieren. Im September etwa hatte die Fed für 2022 noch mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von nur 2,2 Prozent gerechnet.

Die Verbraucherpreise waren im Februar im Vergleich zum Vorjahr um knapp 8 Prozent gestiegen, dem höchsten Wert seit 40 Jahren. Mittelfristig strebt die Zentralbank eine durchschnittliche Inflationsrate von rund 2 Prozent an. Die Fed ist den Zielen der Preisstabilität und Vollbeschäftigung verpflichtet.

EZB hält an negativem Einlagezins fest

Mit diesem Schritt leitet die Fed die also Zinswende in den USA ein. Währenddessen bleiben die Zinsen in Europa auf Negativrekord. Am vergangenen Freitag gab allerdings auch die Europäische Zentralbank (EZB) erste Signale, dass die Zinsen noch in diesem Jahr angehoben werden könnten.

Mit Material der dpa