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US-Aktien befinden sich in der „Todeszone“ und könnten um 25 Prozent abstürzen, sagt ein Top-Stratege von Morgan Stanley

Mike Wilson, Chief Investment Officer bei der US-Investmentbank Morgan Stanley, vergleicht Anleger mit Bergsteigern. - Copyright: Getty Images/ STR/ AFP
Mike Wilson, Chief Investment Officer bei der US-Investmentbank Morgan Stanley, vergleicht Anleger mit Bergsteigern. - Copyright: Getty Images/ STR/ AFP

Die US-Aktien seien auf Niveaus gestiegen, die sie nicht halten können, sagt Mike Wilson, Chief Investment Officer bei der Investmentbank Morgan Stanley. Die Anleger würden sich ähnlich wie Bergsteiger verhalten, die sich blindlings auf den Gipfel des Mount Everest begeben, ohne die Risiken richtig abzuwägen.

Der Chefanlagestratege für US-Aktien sagte am Sonntag, er sehe Ähnlichkeiten zwischen den aktuellen Bewertungen und der sogenannten Todeszone. Die Todeszone ist ein Gebiet knapp unterhalb des Gipfels des höchsten Berges der Welt. Sie trägt ihren Namen, weil es dort so wenig Sauerstoff gibt, dass der menschliche Körper Minute für Minute und Zelle für Zelle zu sterben beginnt.

"Viele Todesfälle beim Höhenbergsteigen werden durch die Todeszone verursacht, entweder direkt durch den Verlust lebenswichtiger Funktionen oder indirekt – durch falsche Entscheidungen unter Stress oder körperliche Schwächung, die zu Unfällen führen", so Wilson.

"Dies ist eine perfekte Metapher für die Situation, in der sich Aktienanleger heute befinden, und offen gesagt auch für die Situation, in der sie sich in den vergangenen zehn Jahren oft befunden haben", fügt er hinzu.

Anleger haben sich mit US-Aktien eingedeckt

In Wilsons Metapher steht die Todeszone für die hohen Niveaus, auf die die Aktienkurse seit Beginn dieses Jahres geklettert sind. Der Leitindex S&P 500 ist um sechs Prozent gestiegen, während der technologielastige Nasdaq Composite im gleichen Zeitraum um 13 Prozent zugelegt hat.

Der Grund: Anleger haben sich mit Aktien eingedeckt, weil sie offenbar davon ausgehen, dass die US-Notenbank bis Ende des Jahres die Zinsen wieder senken wird. Niedrigere Zinssätze führen in der Regel zu höheren Aktienkursen. Denn sie begünstigen höhere Ausgaben und Kredite sind in diesem Fall günstiger. Dadurch steigern sie die künftigen Cashflows von Unternehmen, die einen wesentlichen Teil der Bewertungen ausmachen.

Wilson rechnet weiterhin mit einer hohen Inflation

Wilson hat bereits wiederholt davor gewarnt, dass die Marktrally nicht von Dauer sein wird. Er geht davon aus, dass sich die Inflation als hartnäckiger erweisen wird als von vielen erwartet. Dadurch wäre die Fed gezwungen, die Zinsen länger hochzuhalten, um die steigenden Preise unter Kontrolle zu bringen.

"Die Bärenmarktrally, die im Oktober ausgehend von vernünftigen Preisen und niedrigen Erwartungen begann, hat sich in einen Spekulationsrausch verwandelt, der auf einem Schwenk der Fed basiert, der nicht kommen wird", schrieb er in seiner jüngsten Mitteilung.

Wilson geht seit Ende 2022 davon aus, dass der S&P 500 in diesem Jahr seinen Tiefpunkt bei 3000 Punkten erreichen werde. Das wären 25 Prozent unter den 4012 Punkten, bei denen der S&P 500 aktuell steht.

"Das sind die Tricks, die die Todeszone dem Verstand vorspielt"

Damit ist er deutlich pessimistischer als der Großteil der Wall Street. Einige führende Marktteilnehmer, darunter Wharton-Professor Jeremy Siegel, haben sich für eine optimistische sogenannte "No-Landing"-Perspektive ausgesprochen.

Im Vergleich zu einer "harten" oder "weichen" Landung ist die Fed bei einem "No-Landing"-Szenario in der Lage, die Inflation auf zwei Prozent zu senken, ohne dass sich dies wirklich negativ auf die Wirtschaft auswirkt. Der Grund: Durch einen starken US-Arbeitsmarkt gibt es einen Spielraum für Zinserhöhungen.

Diese Art von Optimismus sei nur ein weiteres Symptom der "Todeszone", sagt Wilson allerdings. "Da (die Aktien) ein noch höheres Niveau erreicht haben, wird nun von einem "No-Landing"-Szenario gesprochen – was immer das bedeuten mag", sagt er. "Das sind die Tricks, die die Todeszone dem Verstand vorspielt – man fängt an, Dinge zu sehen, die nicht existieren, und an sie zu glauben."

Disclaimer: Aktien, Kryptowährungen und Investments sind grundsätzlich mit Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten. Sie ersetzen auch nicht eine fachliche Beratung.

Dieser Text wurde von Alexandra Habdank aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.