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Ein Unternehmer verrät, wie ihr euch als junge Marke Reichweite bei Tiktok aufbauen könnt

·Lesedauer: 4 Min.
Hat Tiktok für sich und sein Unternehmen entdeckt: Christof Jugel.
Hat Tiktok für sich und sein Unternehmen entdeckt: Christof Jugel.

Hätte Christof Jugel vor 40 Jahren gelebt, hätte er es wahrscheinlich nicht so einfach gehabt, sein Produkt zu vertreiben. Und das nicht nur, weil sein junges Unternehmen Gaming-Mäuse anbietet und damit ein Produkt, mit dem in den 90er-Jahren naturgemäß noch niemand etwas anfangen konnte. Sondern auch, weil die Werbemöglichkeiten beschränkt waren auf teure Anzeigen in Medien und auf Litfaßsäulen.

Zum Glück entwickelt sich Marketing weiter. Der Sprung von Zeitung zu Facebook war groß, aber Christof Jugel ist im Moment begeistert von Tiktok und erzählt Business Insider, was seine Erfahrungen mit dem 2016gegründeten Netzwerk sind.

Die Konkurrenz in Jugels Branche ist groß

Jugels Unternehmen „Nyfter“ hat die Gaming-Maus Mitte 2020 gelauncht. Man muss zur Gaming-Maus-Industrie sagen, dass die Konkurrenz groß ist. Jugel will sich mit einem hochwertigen Produkt von der Konkurrenz abheben.

„Unsere erste Frage war ganz banal: Wie kommen wir an Leute, die unser Produkt testen?“, sagt Jugel. Eine junge Marke brauche Glaubwürdigkeit – und die könne man sich über Reichweite holen, auch unter Influencern eine der wichtigsten Währungen. Facebook war Jugel zu teuer. „Selbst Instagram ist schwierig. Eine junge Marke hat nicht die Expertise, auf allen Plattformen gleich gut zu funktionieren.“

Noch nicht alle Unternehmen sehen Tiktok als eine gute Werbeplattform

Ab und zu hatte Jugel Videos, die er für Youtube und Twitch produziert hatte, nebenher bei Tiktok hochgeladen. „Mein erster Berührungspunkt war die agressive Marketingkampagne von Tiktok bei Youtube“, sagt Jugel. „So wie viele andere Menschen auch habe ich Tiktok nicht unbedingt mit einer guten Chance für mein Business assoziiert.“

Also hat Christof Jugel immer wieder bei Tiktok „herumgespielt“, wie er es nennt. Er sagt, er sei überrascht gewesen, wie hoch die Reichweiten waren, die er erreicht hat. „Für unsere Verhältnisse waren 250.000 Views extrem viel – wir konnten damit direkt 7000 Follower sammeln.“ Inzwischen hat der Tiktok-Account von "Nyfter" fast 1,5 Millionen Likes.

https://www.tiktok.com/@nyfter/video/6971429657648401669?is_copy_url=0&is_from_webapp=v1&sender_device=pc&sender_web_id=6979529392938845702

Der Tiktok-Algorithmus tickt anders als der von Instagram & Co.

Tiktok sei in der Form wesentlich unstrukturierter und dynamischer. Der Algorithmus, so Jugel, gebe jedem fast die gleichen Chancen, mit dem Video auf der „For you“-Page, also auf der Startseite der App, zu landen. Das Prinzip dahinter ist, dass man nicht nur Inhalte von Profilen angezeigt bekommt, denen man folgt (das klassische Prinzip bei Facebook und Instagram), sondern auch von anderen Profilen, von denen Tiktok glaubt, sie könnten für den Nutzer interessant sein. Der plötzliche Reichweiten-Kick habe Jugel motiviert, zu prüfen, was noch alles möglich sei.

Und wie geht der Unternehmer um mit den kritischen Stimmen zu dem Konzern hinter Tiktok, den Zensurvorwürfen? Jugel sagt, er habe den Eindruck, dass die Nutzer aktuelle Themen auf der Plattform durchaus auch kritisch diskutieren. „Solange das passiert, muss man sich keine großen Gedanken machen, finde ich. Dass in typischer Internetmanier ein bisschen hitziger diskutiert wird, finde ich normal.“

Drei Tipps, wie ihr als junge Marke schnell Reichweite aufbauen könnt

Christof Jugel sagt, es sei wichtig, die Plattform auch privat zu nutzen, um ihre Regeln zu verstehen und aktuelle Trends mitzubekommen. Er hat Business Insider drei Tipps verraten, um euch als junge Marke bei Tiktok zu positionieren:

Seid konsistent
Jugel glaubt, das Wichtigste ist, regelmäßig Inhalte zu liefern. „Es gibt natürlich Phasen, da kommen die Videos besser an und man hat mehr Views und manchmal läuft es nicht so gut. Wir sind gut gefahren mit dem Rat, einfach konsequent dabei zu bleiben.“ Dafür empfiehlt er euch, einen Social-Media-Plan zu erstellen, der die Frage beantwortet: An welchem Tag will ich in welcher Woche was posten?

Seid authentisch
Es sei bei Tiktok im Vergleich zu Youtube eben nicht so, dass man einfach nur sein Produktvideo hochlädt, sagt Jugel. „Man muss sich auch mal kontroversen Fragen stellen. Wenn man dann nicht ausweicht, sondern die Gesichter des Unternehmens zeigt, Dinge erklärt – dann sind die Nutzer eher bereit, zu folgen.“ Wer dagegen Leichen im Keller und etwas zu verstecken habe, für den ist Tiktok aus Jugels Sicht nicht die richtige Plattform.

Baut euch eine Community auf
Jugel empfiehlt, sich eine Community aufzubauen und regelmäßig mit ihr zu interagieren. „Gerade im Produktfindungsprozess waren unsere Tiktok-Follower eine wertvolle Basis. Wir haben regelmäßig Abstimmungen gemacht, um direktes Feedback zu bekommen.“ Das sei natürlich mehr Arbeit, habe sich aber gelohnt.

Lohnt es sich als junge Marke heute überhaupt noch, auf Tiktok-Marketing zu setzen oder ist der Zug bereits am Abfahren? Nach Christof Jugels Einschätzung lohnt es sich noch. Er glaubt, dass Tiktok noch ein bis zwei Jahre lang ein gutes Nährbett für junge Marken sei, um schnell viel Reichweite zu bekommen. „Es ist Arbeit“, gibt er zu. Ein Freifahrtschein für Reichweite sei es aber trotz allem nicht.

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