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Um diese Uhrzeit erreichen Menschen ihr Leistungstief

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Jetzt ist es offiziell: Eine Studie hat nun den exakten Zeitpunkt ermittelt, an dem Arbeitnehmer den Punkt erreichen, ab dem es mit der Leistungskurve steil bergab geht. Das sind die Gründe.

Kennen Sie das auch? Sie kehren nach der Mittagspause an Ihren Arbeitsplatz zurück und nur wenig später verspüren Sie starke Müdigkeit. Damit sind Sie nicht allein.

Mit einer Studie hat das britische Unternehmen Pro Plus jetzt sogar den exakten Zeitpunkt ermittelt, an dem die meisten Arbeitnehmer schlapp machen: 14.17 Uhr. Ab da geht es mit der Leistungskurve bergab.

Auch die Gründe bringt die Untersuchung zu Tage. Auch wenn der ermittelte Zeitpunkt kurz nach dem Mittagessen liegt, ist bei weniger als jedem Zehnten ein voller Bauch schuld am Leistungstief. Die Hauptgründe für die Antriebslosigkeit, seien erschöpfte Energiereserven, Schlafmangel und Stress.

Wird die Müdigkeit zum Dauerzustand, kann dies auch die Stimmung und die gesamte Lebensqualität beeinflussen.

Fehlerquote steigt durch fehlende Energie

Die Mehrheit der Befragten gab an, durch den Energieeinbruch reizbar zu werden, bei einem Drittel leidet die Produktivität bei der Arbeit. Ein Viertel der Studienteilnehmer gab zu, während der negativen Phase Fehler zu machen und 22 Prozent gaben an, mies gelaunt zu sein.

Schlechter, gestörter oder zu wenig Schlaf ist laut der  Forscher ein Grund warum wir ins Leistungstief fallen. 40 Prozent der Befragten sehen das genauso. Davon meinten 38 Prozent, dass sie unter Schlafmangel leiden, 34 Prozent gaben an, zu früh aufzuwachen und ein weiteres Drittel ist am Tag zuvor zu spät aufgestanden.

Schlaf sei zwar wichtig, um das Energieniveau über den Tag konstant zu halten, so die Forscher, aber auch nicht der einzige Grund, warum Müdigkeit auftreten kann. Zu 48 Prozent sei Stress ein entscheidender Faktor für Müdigkeit, besonders vor lebensverändernden Ereignissen, wie etwa der Geburt eines Kindes oder der Umzug in ein neues Zuhause.

Mit 40 Prozent folgen dunkle Wintertage, danach stehen Überstunden und Reisen mit jeweils 31 Prozent auf der Liste.

Experte rät zu kurzen Erholungsphasen

44 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, keine Zeit zum Entspannen oder Erholen zu haben. Etwa die gleiche Anzahl hat das Gefühl, vier bis zehn Stunden in der Woche völlig ausgelaugt zu sein.

Nick Littlehales, Schlafcoach für Spitzensportler, sagt: „Schlaf ist eine wichtige Säule für die Gesundheit, die es uns ermöglicht, gut zu essen, gut zu trainieren und uns gut zu erholen. Leistungseinbrüche während des Tages, sind eine völlig natürliche Form der Erholung. Die Ermüdung am Nachmittag entsteht, weil wir versuchen, uns nachts in einem Block zu erholen, obwohl wir darauf ausgelegt sind, häufiger in kürzeren Zeiträumen aufzutanken.“

Wer mit diesem Ansatz seine Erholungsphasen neu aufstelle, erreiche ein gleichmäßigeres Maß an geistiger und körperlicher Erholung, werde dauerhaft leistungsfähiger, gelassener und motivierter.

„Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um sich auszuruhen und zu erholen. Das gilt nicht nur für den Schlaf. Wenn Sie zur Mittagszeit 20 Minuten spazieren gehen, auf einer Bank sitzen oder ihr Mittagessen mit freiem Kopf einnehmen, können Sie Ihr Energieniveau am Nachmittag verbessern“, rät Littlehales.

Kaffee ist das Mittel der Wahl

Die Mehrheit ( 69 Prozent) der Studienteilnehmer gab an, das nachmittägliche Leistungstief mit Koffein zu bekämpfen. Während nur zwei von fünf der Befragten morgens Kaffee konsumieren, brauchen die meisten um 14 Uhr eine Tasse Kaffee.

Energieeinbrüche zwischen 14 und 16 Uhr sind also bei den meisten Menschen an der Tagesordnung und beeinträchtigen sowohl unsere Verfassung als auch die Leistungsfähigkeit. Wer kein Mittagsschläfchen machen kann, ist sicher mit den Tipps vom Schlafcoach gut beraten.

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