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Clever sparen: die 50-30-20-Regel

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
Clever sparen: die 50-30-20-Regel. (Symbolbild: Getty)

Das Monatsende ist noch nicht in Sicht, aber das Konto schon wieder leer? Dann ist es Zeit für eine gute Strategie. Die 50-30-20-Regel hilft, den Überblick zu behalten und unterstützt beim Sparen.

Strom, Versicherungen, Rundfunkgebühren – bei den vielen Abbuchungen zu verschiedenen Terminen kann man schnell den Überblick verlieren. Das kennt fast jeder von uns. Aber wer mag schon deshalb dauerhaft pleite sein? Und wäre es nicht schön, regelmäßig zu sparen, um mal größere Anschaffungen tätigen zu können?

Elizabeth Warren, die als Professorin an der Havard Law School als Expertin für Verbraucherinsolvenzen tätig war, hat eine einfache Regel aufgestellt, mit der sich das monatliche Budget optimieren lässt: 50/30/20.

Nettoeinkommen und feste Ausgaben ermitteln

Im ersten Schritt gilt es, das verfügbare Nettoeinkommen festzustellen. Angestellte Arbeitnehmer können das ganz einfach vom Lohnzettel ablesen. Freiberufler und Selbstständige müssen ein wenig mehr rechnen und vom Einkommen etwa Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Soli und den Krankenkassenbeitrag abziehen.

Als nächstes gilt es die festen Ausgaben zu ermitteln. Dazu gehören Miete, Versicherungen, Kosten für Strom, Telekommunikation und auch Lebensmittel. Die Ausgaben dafür sollten laut der Regel nicht mehr als 50 Prozent Ihres verfügbaren Einkommens ausmachen.

Wichtig: Unterscheiden Sie dabei genau zwischen Grundbedürfnis und Wunsch. Die Zahlung an den Stromanbieter ist ein Grundbedürfnis, ein monatliches Abo für etwa Filme oder Games ein Wunsch.

Sollten die Kosten die 50-Prozent-Marke dennoch übersteigen, überlegen Sie, wie und ob sich Kosten optimieren lassen, indem Sie etwa zu einer günstigeren Versicherung wechseln.

Damit Sie den Überblick behalten, empfiehlt es sich, für die Festkosten ein Extrakonto anzulegen und per Dauerauftrag 50 Prozent des Nettoeinkommens dorthin zu überweisen.

30 Prozent für Wünsche

Damit der Spaß im Leben nicht zu kurz kommt, sollten laut Professor Warren 30 Prozent des Nettoeinkommens für Wünsche reserviert sein. Dazu gehören neue Klamotten, das Netflix-Abo, ein Restaurantbesuch oder der Kino-Abend mit Freunden.

20 Prozent fürs Sparen oder Schuldentilgen

Wer Kredite hat, sollte sie möglichst schnell tilgen. So entfallen teure zusätzliche Kreditzinsen und der Weg für Vermögensbildung ist frei. Sobald alle Schulden beglichen sind, können die 20 Prozent des Einkommens gespart werden. So ein Polster auf dem Konto gibt Sicherheit. Unvorhergesehene Kosten, wie etwa eine Nebenkostennachzahlung sorgen dann nicht mehr gleich für Panik. Wer dauerhaft spart, kann sich dann in Zukunft auch größere Dinge leisten.

Ein Beispiel für die 50-30-20-Regel

Bei einem Arbeitnehmer, der monatlich netto 2.000 Euro verdient, ergibt sich folgende Rechnung: 1.000 Euro für feste Kosten wie Miete, Versicherungen und Lebensmittel, 600 Euro für Wünsche und 400 Euro verbleiben zur Schuldentilgung oder zum Sparen. Wer in der Lage ist, die 400 Euro jeden Monat konsequent beiseite zu legen, kommt in einem Jahr auf 4.800 Euro Vermögen.

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