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Selenskyj bittet im Bundestag um mehr Hilfe für die Ukraine und kritisiert: Deutschland komme seiner historischen Verantwortung nicht nach

·Lesedauer: 3 Min.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht auf einer Videoleinwand im Bundestag und bekommt Applaus von der Bundesregierung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht auf einer Videoleinwand im Bundestag und bekommt Applaus von der Bundesregierung.

Drei Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videobotschaft in den Bundestag geschaltet. Dabei kritisierte er Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), die Abgeordneten und die Unternehmen für ihr zögerliches Verhalten bei den Sanktionen und der Unterstützung im Ukraine-Krieg.

Sanktionen seien zu spät gekommen, um den Krieg zu stoppen. Zu viele Unternehmen hätten sich nicht aus Russland verabschiedet. "Mitten in Europa steht wieder eine Mauer", sagte Selenskyj der Übersetzerin zufolge, und diese Mauer werde mit jeder Bombe, die auf ukrainischem Boden falle und bei jeder Entscheidung, die nicht getroffen werde, stärker. Selenskyj wendet sich daher mit einem direkten Appell an Kanzler Olaf Scholz: "Lieber Herr Bundeskanzler Scholz, zerstören Sie die diese Mauer. Geben Sie Deutschland die Führungsrolle, die Deutschland verdient!"

An die Abgeordneten im Bundestag gewandt, sagt er "Bitte, helfen Sie uns!" In seinem Land seien nun Zivilisten und Soldaten wahllos Ziel russischer Angriffe. "Russland bombardiert unsere Städte und zerstört alles, was in der Ukraine da ist. Das sind Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, alles. Mit Raketen, mit Luftbomben, mit Artillerie. Die Besatzer haben 108 Kinder getötet, mitten in Europa, bei uns im Jahre 2022", sagte Selenskyj. Und: "Wieder versucht man in Europa, das ganze Volk zu vernichten" – eine Anspielung auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

"Und auch jetzt zögern Sie bei dem Beitritt der Ukraine in die EU"

Dabei verweist der ukrainische Präsident in seiner Rede auch auf Entscheidungen zur Unterstützung der Ukraine, die teilweise abgelehnt oder noch nicht getroffen wurden: Ein Nato-Beitritt der Ukraine sei nicht bewilligt worden. "Und auch jetzt zögern Sie bei dem Beitritt der Ukraine in die EU", so Selenskyj. Für manche sei das Politik, für andere ein Stein einer "neuen Mauer" gegenüber der Ukraine.

Weiterhin kritisiert er, dass den Forderungen nach präventiven Sanktionen für Russland nicht nachgekommen werde. Stattdessen, so der ukrainische Präsident, gehe es immer nur um Wirtschaft. "Wir haben euren Widerstand gespürt", sagt er an den Bundestag und an den Kanzler gewandt. Sie hätten immer davor gewarnt, dass die deutsch-russische Gaspipeline eine Waffe Russlands sei.

Weiterhin wandte sich der ukrainische Präsident im Namen der besetzten Stadt Mariupol an den Bundestag und forderte erneut eine Flugverbotszone, wonach es russische Flugzeugen nicht mehr erlaubt wäre im Luftraum über der Ukraine zu fliegen. Nur so könne man eine Luftbrücke herstellen, um die Menschen zu unterstützen, die 24 Stunden ohne Wasser und ohne Essen auskommen müssten.

"Ich wende mich an euch, die auch vor 80 Jahren die Besatzung erlebt haben"

In seiner Rede zog Selenskyj außerdem Parallelen zu der Zeit des Zweiten Weltkriegs: "Ich wende mich an euch, die auch vor 80 Jahren die Besatzung erlebt haben", sagt er. Das solle sich niemals wiederholen, aber nun werde in der Ukraine wieder versucht, ein ganzes Volk zu vernichten. Die Menschen in der Ukraine wollten frei leben und sich nicht einem anderen Land unterwerfen, dass die Ukraine als seins betrachte.

Dabei kritisiert der ukrainische Präsident, dass Deutschland seiner historischen Verantwortung nicht nachkomme. Man schütze die Ukraine nicht, obwohl man vor 80 Jahren selbst erlebt habe, wie viele Menschen getötet worden seinen.

Präsident Joe Biden treibt das Impfprogramm der Vereinigten Staaten voran.
Präsident Joe Biden treibt das Impfprogramm der Vereinigten Staaten voran.

mit DPA

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