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Transatlantik-Koordinator: Trump agiert auf 'Steinzeitniveau'

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BERLIN (dpa-AFX) - Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, Peter Beyer, hat die Reaktion von US-Präsident Donald Trump auf Proteste scharf kritisiert. "Trump spaltet auch noch zwischen den politischen Führungsebenen. Das ist Steinzeitniveau", sagte der CDU-Politiker der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch online). Der US-Präsident bekomme die aktuellen Krisen "auch nicht ansatzweise in den Griff".

Beyer warf Trump demnach vor, nicht deeskalierend zu wirken, sondern "Öl ins Feuer zu gießen". Ihn erinnerten die "bürgerkriegsähnlichen Zustände" in rund 150 amerikanischen Städten "an die Unruhen und die Gewalt in den 60er Jahren in den Südstaaten". Es gebe in der amerikanischen Gesellschaft "tektonische Spannungen, eine tiefe Spaltung und Polarisierung", die in den letzten dreieinhalb Jahren aus dem Weißen Haus noch befeuert worden seien.

Wenn Trump erwarte, dass ihm sein Agieren bei seinen Anhängern im Wahlkampf helfen werde, sei das "ein riskantes Spiel", so Beyer. "Er versucht, aus dieser Situation Profit zu schlagen und sich als Law-and-Order-Präsident zu präsentieren. Wenn es ihm gelingt, die Proteste mit militärischer Gewalt niederzuschlagen, kann er davon womöglich sogar profitieren. Statt zu einigen, spaltet er weiter."