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Top-Banker rechnen 2021 mit Insolvenzwelle und Filialsterben

Holtermann, Felix
·Lesedauer: 2 Min.

Pessimismus in der Chefetage: 85 Prozent der befragten Top-Banker erwarten einen weiteren Rückgang der Renditen. Die Folgen sind potenziell einschneidend.

Es ist ein düsterer Ausblick ins Jahr 2021, den die deutsche Finanzelite wirft: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie kommen im neuen Jahr mit voller Wucht am Finanzplatz an. Das zumindest ergibt eine neue Erhebung der Frankfurter Goethe-Universität. Befragt wurden rund 400 Entscheider aus Banken, Börsen, Beratungsfirmen und Aufsichtsbehörden.

Die Finanzmanager fürchten unter anderem aufgrund der Kosten des anhaltenden Lockdowns und der auslaufenden Staatshilfen, dass die Corona-Pandemie 2021 erst so richtig auf die Realwirtschaft durchschlägt. So rechnen mehr als 92 Prozent der Befragten mit einem deutlichen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr.

Und auch die deutsche Geldwirtschaft bleibt davon nicht verschont: Fast einhellig negativ fällt der Blick der Top-Banker auf die Auswirkungen der Pandemie auf die Profitabilität im Bankensektor aus.

Für das Geschäftsjahr 2021 rechnen mehr als 85 Prozent der Befragten mit einem weiteren Rückgang der Renditen der Geldhäuser. Steigende Risiko- und Restrukturierungskosten und rückläufige Einnahmen dürften die bereits durch die Niedrigzinspolitik unter Druck geratenen Institute demnach weiter schwächen.

„Das Jahr 2021 wird eine große Herausforderung für den deutschen Bankensektor. Denn die Auswirkungen der Pandemie auf die Bankbilanzen werden sich erst im Laufe des Jahres zeigen“, sagt Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies, das die Studie geplant hat.

Beschleunigtes Filialsterben

Die Folgen sind potenziell einschneidend: So werde 2021 der Konsolidierungsdruck weiter steigen, glauben knapp zwei Drittel der Befragten. Zusammenschlüsse von Instituten sind jedoch nur eine Folge: 95 Prozent der Top-Banker rechnen auch mit weiteren Schließungen von Zweigstellen. „Die Pandemie wird aufgrund der zunehmenden Akzeptanz von Online- und Mobile-Banking-Angeboten auch die Schließung von Filialen beschleunigen“, erklärt Brühl.

Hubertus Väth, Chef des Lobbyverbands Frankfurt Main Finance, sieht angesichts der Befragung auch ermutigende Signale. „Wenn man der Pandemie etwas Positives abgewinnen will, dann gehört die höhere Akzeptanz von digitalen Bankdienstleistungen dazu.“ Immer mehr Banken kooperierten mit innovationsstarken Finanztechnologie-Start-ups (Fintechs). „Es geht darum, Kunden schneller innovative digitale Produkte anbieten zu können“, so Väth. Mit der Novelle des Forschungsstandortgesetzes erleichtere die Bundesregierung die Finanzierung solcher Innovationen.

Die Bundesregierung hatte staatliche Hilfen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie im Umfang von mehr als 750 Milliarden Euro beschlossen. Hinzu kamen umfangreiche Liquiditätshilfen durch die Staatsbank KfW, eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung und Steuererleichterungen. Einige Hilfen laufen jedoch bald aus, darunter die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht am 31. Januar.

Die Ergebnisse der Erhebung basieren auf einer vierteljährlich vom Center for Financial Studies durchgeführten Managementbefragung unter Unternehmen der deutschen Finanzbranche.