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Studie zu Corona-Maßnahmen: Discounter und Supermärkte müssen sich noch verbessern

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Wie setzen die Supermärkte und Discounter die Anti-Corona-Maßnahmen um? Laut einer Studie halten Aldi, Lidl und Co. viele Hygiene- und Abstandsregeln größtenteils ein. In einigen Bereichen gibt es jedoch Defizite.

Solche Desinfektionsspender stellen nicht alle Supermärkte und Discounter zur Verfügung. (Bild: Getty Images)

Die Coronakrise ist noch immer nicht überstanden. Nach wie vor müssen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, unter anderem: gründlich Händewaschen und einen Mindestabstand zu den Mitmenschen wahren. Das gilt auch in den Räumlichkeiten von Discountern und Supermärkten. In den meisten Märkten von Aldi, Lidl und Co. würden die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt, so das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos. In einigen Bereichen stellten die Marktforscher dennoch Versäumnisse fest.

Demnach würden in den 350 stichprobenartig ausgewählten Filialen von Aldi, Lidl, Edeka, Netto, Penny und Rewe größtenteils die Abstandsregeln eingehalten, so die Testkäufer. Es fänden sich zum Beispiel fast überall Plexiglasscheiben, die die Mitarbeiter von den Kunden trennen. Und: Die meisten Märkte würden die Einkäufer auf die Abstandsregeln und das kontaktlose Zahlen aufmerksam machen. In zwei Punkten hapert es dennoch hier und da. Erstens stellten viele Märkte ihren Kunden an den Eingängen keine Desinfektionsmittel zur Verfügung. Zweitens werde nicht überall die Anzahl der Kunden kontrolliert, die sich in den Geschäften gleichzeitig aufhalten.

Das sagen die Getesteten

Was sagen die Discounter und Supermärkte zu den Testergebnissen? Das Magazin Watson hat die Konzerne befragt und folgende Antworten erhalten:

Aldi Nord: "Als eine von vielen weiteren Präventionsmaßnahmen stellen wir an einigen Märkten am Eingang Desinfektionsmittel kostenlos zur Verfügung", erklärte ein Unternehmenssprecher. Es hänge von den behördlichen Regelungen vor Ort ab, wo diese Schutzmaßnahme angeboten werde. Was das andere Versäumnis angeht, so begrenze Aldi Nord in einigen Märkten durchaus die Höchstanzahl der Kunden, die sich in einem Geschäft gleichzeitig aufhalten dürfen. In 200 der rund 2200 Filialen kämen elektronische Einlasskontrollen zum Einsatz. Das Unternehmen stehe in "engem Austausch mit den Behörden", deren Empfehlungen und Vorgaben es "schnellstmöglich" umsetze.

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Aldi Süd zum Problem fehlender Desinfektionsmittel an den Markt-Eingängen: "Wir möchten darauf hinweisen, dass die Versorgungslage für Desinfektionsmittel nach wie vor knapp ist und eine Bereitstellung aus diesem Grund nicht immer gewährleistet werden kann." Und zum anderen Problem: Einlasskontrollen und -beschränkungen gebe es, wenn dies die behördlichen Auflagen oder ein sehr hohes Kundenaufkommen erforderten. In etwa der Hälfte der rund 1930 Filialen würden zudem elektronische Einlasskontrollen den Kundenstrom regulieren. Und: Um die Mitarbeiter bei der Einhaltung der Vorgaben zu unterstützen, käme "vereinzelt auch Sicherheitspersonal zum Einsatz."

Was sagen Aldi, Lidl und Co. zum Studienergebnis? (Symbolbild: Getty Images)

Lidl widerspricht den Testkäufern von Ipsos, was die Versäumnisse angeht. Man wisse nichts von fehlenden Desinfektionsmitteln. In unmittelbarer Nähe der Einkaufswagen seien Servicestationen installiert, wo die Kunden "auf Wunsch selbständig die Einkaufswagengriffe reinigen können". Hinsichtlich der Einlasskontrollen würden Kundenbetreuer die entsprechenden behördlichen Auflagen umsetzen.

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Rewe verweist ebenfalls auf die unterschiedlichen Regelungen vor Ort, die wiederum an die Vorgaben der jeweiligen Behörde orientiert sind. Den Kundenzutritt beschränken die einzelnen Märkte angeblich ebenfalls, sofern dies die Situation erfordert. Ansonsten beruft sich der Konzern auf seine heterogene, genossenschaftliche Unternehmensstruktur, weshalb man keine detaillierten Angaben über die in den einzelnen Filialen umgesetzten Maßnahmen machen könne.

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Penny: "Wo der Kundenzulauf dies notwendig macht, beschränken wir den Zugang zu den Märkten", so ein Sprecher gegenüber Watson. Hinsichtlich der Desinfektionsmittel für Kunden suche man gemeinsam mit lokalen Ordnungsämtern nach Lösungen. Laut dem Unternehmen werden alle Märkte mehrmals täglich gereinigt.

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