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Stau, Chaos und Lieferengpässe: Wie sich das Evergiven-Drama im Suezkanal jetzt auf Deutschland auswirkt

·Lesedauer: 2 Min.

Die Auswirkungen der Sperrung des Suezkanals im März werden in Deutschland jetzt immer spürbarer. Damals war der Riesenfrachter Evergiven in dem Kanal stecken geblieben, der das Mittelmeer mit dem Indischen Ozean verbindet. Dadurch kam es weltweit zu logistischen Problemen.

Da der Suezkanal so eng ist, dass nur ein großes Schiff ihn gleichzeitig befahren kann, haben schon kleinste Verzögerungen eine Auswirkung auf weltweite Lieferketten, denn viele Schiffe mussten über andere Routen umgelenkt werden.

Das bekommen jetzt auch deutsche Unternehmen zu spüren. So musste beispielsweise Kiosk-Großhändler Lekkerland seine Mitarbeiter bitten, ihren eigenen Laptop mit zur Arbeit zu bringen, da die bestellten Lenovo-Rechner im Suezkanal stecken geblieben waren.

Aktuell stauen sich die verspätet eingetroffenen Güter in Europas Häfen

Hart getroffen wurde auch die Baumarktkette Hornbach. 15 Container mit Klimageräten, Terrassendielen, Markisen, Natursteinen, Gartenmöbeln und Pools des Pfälzer Unternehmens waren ebenfalls an Bord der Evergiven und liegen seitdem bei den zuständigen ägyptischen Behörden.

Viele andere Unternehmen sind jedoch indirekt betroffen, da die Schiffe, die ihre Ware enthielten, umgeleitet werden mussten und erst mit Verspätungin ihren Zielhäfen eintrafen. „Die Verzögerungen sind enorm“, klagt Axel Mattern, Chef der Vermarktungsorganisation des Hamburger Hafens. „Nach der Suezkanal-Blockade war die Zahl der Schiffsanläufe im April zunächst gering, nun aber folgt ein enormer Peak.“

Jetzt müsse all die verspätet angekommene Fracht gleichzeitig gelöscht und weiter verschickt werden. Nicht nur der Hafen selbst sei betroffen, wo der Ansturm der verspäteten Frachter an den drei Terminals abgebaut werde, sondern „wir müssen ihn auch bei der Bahn wegarbeiten“, so Mattern weiter.

In Rotterdam, Europas größtem Nordseehafen, ist die Situation noch angespannter. Dort kommt es sogar zu Staus, nachdem 80 von der Suez-Blockade betroffene Dampfer fast gleichzeitig mit Verspätung angekommen waren. Viele Schiffe warten dort im Hafen darauf, ihre Waren entladen zu können.

Die Folgen werden erst jetzt voll spürbar

Zur Suezblockade hinzu kommen auch Arbeitskämpfe und Corona-Infektionen in anderen Häfen, welche ebenfalls die globalen Lieferketten beeinträchtigen. Auch die anziehende Weltkonjunktur spielt eine Rolle. Bereits in den Monaten vor der Krise waren viele Seerouten weltweit aufgrund des starken chinesischen Exports fast ausgebucht.

Daher stieg die durchschnittliche Verspätung pro Container schon vor der Evergiven-Havarie im Januar auf 129 Stunden. Ein Jahr zuvor hatten diese noch lediglich 43 Stunden betragen.

Wie sehr die Logistikbranche weltweit durch die erst jetzt voll spürbar werdenden Folgen der Suezkrise betroffen sein wird, lässt sich bisher noch nicht komplett absehen. Die größte deutsche Reederei Hapag-Lloyd geht allerdings davon aus, dass die Folgen noch das ganze Jahr spürbar sein werden und hat deshalb in 150.000 neue Container investiert.

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