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Das sollten Sie über Vergleichsportale wissen

Vergleichsportale wie Check24 leben von Provisionen – auch wenn sie objektiv erscheinen. Bei der Suche nach einem günstigen Produkt müssen Kunden einiges beachten.

Verbraucher müssen die Suchergebnisse von Vergleichsportalen kritisch hinterfragen. Foto: dpa

Auf Portalen wie Check24 kann jeder ganz bequem Stromtarife, Auto-Versicherungen und vieles mehr vergleichen. Doch nicht jedem Verbraucher ist dabei klar, dass die Portale privaten Unternehmen gehören, die Gewinne erzielen möchten. Welche Tipps Kunden im Umgang mit solchen Anbietern besser im Blick haben sollten, hat das Bundeskartellamt im Rahmen einer umfangreichen Untersuchung aufgelistet. Das sind die wichtigsten Punkte:

1. Mehrere unabhängige Portale nutzen

Verbraucher sollten bei ihrer Suche berücksichtigen, dass nicht alle Portale, die im Internet einen Vergleich anbieten, auch selbstständig und unabhängig voneinander erstellt werden. Viele Portale nutzen gemeinsame Datensätze oder Vergleichsrechner. Kunden sollten deshalb ihre Suche in mehreren, unabhängig voneinander agierenden Portalen durchführen.

2. Anbieterauswahl überprüfen

Achten Sie bei den Informationen des Portals darauf, welche Anbieter tatsächlich in den Vergleich einbezogen werden. Nicht alle Portale listen alle Anbieter auf. Berücksichtigen Sie bei der Suche, dass manche Anbieter es vorziehen, auf Vergleichsportalen gar nicht erst genannt zu werden.

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So hat das Bundeskartellamt festgestellt, dass die Vergleichsportale im Bereich Versicherungen, Hotels und Kredite einen relativ kleinen Markt abdecken. Das ist misslich für den Verbraucher, da sie nicht darüber informiert werden, welche Anbieter nicht Teil des Vergleichs sind. Das Bundeskartellamt drückt es so aus: Die Verbraucher könnten in dem Fall eine suboptimale Entscheidung treffen. Oder im Klartext: Es kann sein, dass gerade das beste Angebot für den Verbraucher herausfällt.

3. Preise und Ranking checken

Berücksichtigen Sie, dass die an oberster Stelle angezeigten, farblich markierten Angebote häufig nicht Teil des Rankings sind, sondern von den Portalen dort häufig zu Werbezwecken platziert wurden. Verbraucher sollten sich deshalb nicht allein auf das Ranking der Portale verlassen.

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Sie sollten auch überprüfen, ob beim angezeigten Gesamtpreis einer Leistung einmalige Sonderrabatte enthalten sind und welche Vertragslaufzeiten die Kontrakte vorsehen. Gegebenenfalls sollten Verbraucher die Voreinstellungen der Portale verändern, indem man die Filter anpasst oder eine andere Sortierreihenfolge wählt.

4. Nicht unter Druck setzen lassen

Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht von Hinweisen unter Druck setzen, dass ein bestimmtes Angebot nur noch begrenzt verfügbar sei oder dass andere Nutzer sich dieses Angebot auch gerade anschauten. Häufig beziehen sich diese Hinweise nicht konkret auf Ihre individuelle Suche.

Als „exklusiv“ bezeichnete Angebote eines Vergleichsportals sind häufig in gleicher oder ähnlicher Form auch auf anderen Portalen zu finden. Beim Gesamtpreis ist außerdem darauf zu achten, welche Preisbestandteile enthalten sind oder welche Bedingungen für ein Cashback zu erfüllen sind.