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Software-Unicorn Contentful entlässt 50 Mitarbeitende

Trabbi in Firmenfarben in der Empfangshalle des 8.200 Quadratmeter großen Büros von Contentful in Berlin-Wedding. - Copyright: Koy + Winkel
Trabbi in Firmenfarben in der Empfangshalle des 8.200 Quadratmeter großen Büros von Contentful in Berlin-Wedding. - Copyright: Koy + Winkel

Weil die Zeiten es erfordern: Eine Sprecherin des Berliner Software-Unicorns Contentful bestätigte auf Nachfrage von Gründerszene, dass in den vergangenen zwei Wochen rund 50 Personen entlassen werden mussten. Sie spricht dabei von einer „kleinen Anzahl von Stellen“, die gestrichen wurden, um sich als Unternehmen „in einer sich schnell verändernden Branche“ auf die wichtigsten Schwerpunktbereiche fokussieren zu können: „Contentful passt sich weiterhin den Marktbedingungen an und wägt sorgfältig zwischen Wachstum und Effizienz ab, um langfristigen Erfolg zu gewährleisten."

Nach Aussagen des Unternehmens im Sommer 2022 arbeiteten bislang rund 750 Menschen für Contentful, 350 davon in einem neueröffneten Büro in Berlin, die anderen an den Standorten San Francisco, Denver – oder remote. Die Kündigungswelle soll laut Sprecherin in gleichem Maße Mitarbeitende aller Regionen betroffen haben.

Top-Kunden und Top-Investoren

Das Unternehmen, das Sascha Konietzke und Paolo Negri 2012 in Berlin gegründet haben, bietet Headless CMS-Systeme an, die mittlerweile die größten Firmen weltweit nutzen, wie Siemens, Plaid, Danone, Bang & Olufsen, Zalando und N26. Spotify, Heineken, Wework, Chanel und die Tui. Nach eigener Aussage setzen 30 Prozent der Fortune 500-Firmen auf Contentful. Die Software bietet ihnen die Möglichkeit, schnell und ohne selbst zu programmieren, die Inhalte sämtlicher Digitalauftritte, von Apps und Webseiten der Firma, bearbeiten und aktualisieren zu können.

Im Sommer 2021 durchbrach Contentful mit einer Series-F-Finanzierung in Höhe von 148 Millionen die Unicorn-Marke. Die Bewertung damals lag bei rund drei Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro). Zu den Investoren gehören unter anderem Tiger Global, Sapphire Ventures, General Catalyst und Salesforce Ventures, Tidemark, Balderton Capital, Benchmark, Hercules und Point Nine Capital.

2023 – das Jahr der Tech-Kündigungen

2023 hatte bereits mit einer massiven Welle von Kündigungen bei Tech-Unternehmen begonnen, das ganze Jahr über folgten Nachrichten über Entlassungen bei Startups wie Staffbase, Taxfix, McMakler oder Spotify. Die vergleichsweise kleine Runde bei Contentful fügt sich da nun ein. Experten halten die Entwicklung für weniger bedrohlich als viel mehr für nötig: Viele Firmen müssten sich immer noch von dem High des Boomjahres 2021 erholen, in dem zu viel Kapital am Markt und ein extremer Fokus auf die Techbranche zu nicht nachhaltigem Wachstum bei vielen Startups geführt hat.

„Entscheidungen, die Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben, werden nie auf die leichte Schulter genommen", versichert die Contentful-Sprecherin gegenüber Gründerszene. Ihre Firma unterstütze alle betroffenen Mitarbeiter. „Obwohl sich Dinge immer ändern können, haben wir derzeit keine Pläne für eine weitere Reihe von Kürzungen im gesamten Unternehmen."