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So wirkt sich der Coronavirus auf den Sport aus

Ben Barthmann
Sports Editor

Der Coronavirus beschäftigt die Welt. Insbesondere China versucht, mit gezielten Maßnahmen die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Weil bei Sport-Veranstaltungen viele Menschen zusammenkommen, stehen die Events ganz besonders im Fokus der Schutzbeauftragten.

Ein Trainer von Buriram United kommt mit Schutzmaske auf das Feld. (Bild: Getty Images)

Motorsport: Die Formel 1 hat den Grand Prix von China (19. April) abgesagt. Die Möglichkeit besteht, das Rennen später im Jahr durchzuführen. Das Rennen hätte in Shanghai stattgefunden, das unter Quarantäne steht.

Die Formel E hat ihr für den 21. März geplantes Rennen bereits abgesagt. Der Termin soll nach Möglichkeit verschoben werden, auf wann ist allerdings nicht bekannt.

Fußball: Der Start der chinesischen Fußball-Liga, eigentlich für den 22. Februar angesetzt, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Spiele in der asiatischen Champions League mit chinesischer Beteiligung wurden ausgesetzt. Einige Stars, darunter der Brasilianer Hulk, spielten laut eigenen Angaben bereits mit Wechselgedanken, um der Situation zu entgehen.

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Der Wechsel des Österreichers Marko Arnautovic aus China zurück in die Premier League ist laut Mirror an den Auswirkungen des Coronavirus gescheitert. Der Fußballer saß wohl aufgrund des Flugverbots in Shanghai fest und konnte nicht nach London fliegen. Mehrere niederländische Trainer saßen zeitweise in China fest, Roma-Star Javier Pastore sagt laut Corriere dello Sport einen Wechsel nach China ab.

Der FC Wuhan durfte nach eingehender gesundheitlicher Prüfung nach Spanien ins Trainingslager ausreisen. Die Fußball-Frauen aus China kämpfen nun in Sydney statt in Nanjing um die Qualifikation für Olympia, standen dort allerdings im Hotel unter Quarantäne. Videos von Yoga-Einheiten im Hotel machten bereits die Runde, sie verloren ihr Spiel mit 0:7.

Olympische Spiele: Die Sommerspiele in Tokio (24.07. - 09.08.) liegen aktuell noch in weiter Ferne. Die gesendeten Zeichen aus Japan sind derzeit widersprüchlich. Während sich Komitee-Chef Toshiro Muto “extrem besorgt” zeigte, wurden zuletzt wieder etwas ruhigere Töne vernommen. Mit einer Absage oder Terminverschiebung ist nach aktuellem Stand nicht zu rechnen.

Wohl aber nahm der Coronavirus bereits starken Einfluss auf zahlreiche Qualifikationswettbewerbe. Diese mussten zum Teil abgesagt oder verschoben werden.

Dopingkontrollen: Chinas Antidopingagentur gab bekannt, die Kontrollen vorerst auszusetzen.

Badminton: Die Asien-Meisterschaft, die in Wuhan hätte stattfinden sollen, werden mit großer Wahrscheinlichkeit abgesagt. Die China Masters wurde bereits aus dem Programm entfernt.

Die vom 3. bis 8. März in Deutschland stattfindenden German Open werden argwöhnisch beäugt. 40 chinesische Athleten werden erwartet, hinzukommen Betreuer und Trainer. Die Konsequenzen des Coronavirus sind hier noch nicht abzusehen.

Basketball: Das Olympia-Qualifikationsturnier der Frauen wurde von Foshan nach Belgrad verlegt.

eSports: Die League of Legends Pro League ging in eine verlängerte Pause. Die Overwatch-Liga für Februar und März wurde abgesagt.

Handball: Das Olympia-Qualifikationsturnier der Frauen wird ohne China stattfinden.

Golf: Der LPGA hat die anstehenden Turniere in Singapur und Thailand abgesagt. Weiter geht es damit erst im März in Arizona.

Kampfsport: Die Olympia-Qualifikationsturniere wurden von Wuhan nach Amman (Jordanien) verlegt.

Leichtathletik: Die geplanten nationalen Meisterschaften in China wurden abgesagt. Die Hallen-Meisterschaft, für Mitte März in Nanjing geplant, wird auf 2021 verschoben.

Radsport: Die Rundfahrt Tour of Hainan wurde abgesagt.

Segeln: Die deutschen Segler Daniel Göttlich und Linus Klasen trainierten in China. Nun hängen sie aufgrund des Reiseverbots fest und dürfen ihr Gebäude aktuell nicht verlassen.

Tischtennis: 14 Spieler und Spielerinnen aus China reisten Ende Januar nach Deutschland, um dort in Magdeburg an den German Open teilzunehmen. Das Team wurde überprüft und vor Ort ständig begleitet.

Wintersport: Der Ski-Weltcup in Yanqing, der am 15. und 16. Februar stattfinden sollte, wurde nach Saalbach (Österreich) verlegt.

Vor dem Beginn des Eissschnelllauf-Weltcups in Calgary (Kanada) wurden alle Teilnehmer auf den Coronavirus untersucht. Auch Trainer und Betreuer müssen sich einer Fiebermessung unterziehen. Wer mehr als 38 Grad Körpertemperatur aufweist, wird weiteren Untersuchungen unterzogen. Gleiches gilt für den Shorttrack-Weltcup in Dresden.