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Schwarzes Gold aus Zypern: Preis für Johannisbrot erreicht Rekordhoch

Etwas am Baum rütteln – und schon regnet es schwarzes Gold. Der 20-jährige Theophanis Christou aus Zypern ist mit seinem Großvater bei der Johannisbroternte.

Gesunde Alternative zu Kakao und glutenfreies Bindemittel

Zu Pulver gemahlen sind die Früchte des Baums eine gesunde Alternative zu Kakao. Und die Samen ein beliebtes veganes Bindemittel. In Zypern werden die dicken braunen Schoten auch roh gegessen oder zu Sirup, Aufstrichen oder Getränken verarbeitet.

Theophanis Christou ist eigentlich Student und verdient sich mit der Johannisbroternte etwas dazu: „Der Preis für ein Kilogramm Johannisbrot hat dieses Jahr 85 Cent erreicht, und er wird wegen der überall steigenden Preise und des Ukraine-Kriegs wohl noch auf einen Euro klettern. Die Johannisbroternte wird uns dieses Jahr also ein enormes Einkommen bescheren. Denn man gibt kein Geld für den Anbau aus, man sammelt sie einfach von den Bäumen und transportiert die Früchte zu den Mühlen. Man hat also so gut wie keine Kosten und nur Gewinn.“

Zypern gehört zu den größten Johannisbrotproduzenten der Welt. Der sehr dürreresistente Baum wird hier seit mindestens 3000 Jahren als Nutzpflanze angebaut.

In den letzten Jahrzehnten war die Produktion zurückgegangen, jetzt steigt die Nachfrage wieder. Denn Johannisbrotkernmehl ist glutenfrei und somit ein gefragtes Verdickungsmittel in der Lebensmittelindustrie.

Johannisbrot: Klimafreundliches Lebensmittel

Agrarminister Costas Kadis erklärt: "Der Johannisbrotbaum ist für Zypern sehr wichtig, weil es für seinen Anbau wenig Insektizide, Düngemittel und Wasser benötigt - und das ist wichtig, vor allem wenn man an den Klimawandel denkt. Und man kann aus Johannisbrot eine riesige Palette von Produkten herstellen, die alle Menschen kennenlernen sollten."

Zum Beispiel Johannisbrot-Toffee, das geschmacklich sehr nah an Schokoladen-Toffee kommt. Und dabei ist es viel umweltfreundlicher. Denn für die Herstellung von Kakao werden große Mengen Wasser benötigt – nicht so bei Johannisbrot.

Und auch die Lieferwege bis in unsere Regale sind viel kürzer als bei Schokolade. Denn die Erzeugnisse des Johannisbrotbaums werden meist aus Europa bezogen. Neben Zypern wächst er auch in Spanien, Kroatien und Italien.