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Warum Sanofi die Entwicklung seines mRNA-Impfstoffs gegen Corona stoppt

·Lesedauer: 2 Min.

Das französische Pharmaunternehmen Sanofi wird die Weiterentwicklung seines mRNA-Corona-Impstoffs stoppen, trotz offenbar vielversprechender Ergebnisse der Phase 1 und 2- Studien für den Impfstoff. Der Konzern ist der Ansicht, dass es für eine Markteinführung eines weiteren mRNA-Corona-Impfstoffs zu spät sei.

An der Fertigstellung seines in Phase 3 der klinische Studien befindlichen konventiellen Corona-Impfstoffs will der Konzern aber festhalten. Diesen hatte das Unternehmen zusammen mit dem britischen Pharmakonzern GSK entwickelt. Er soll noch vor Jahresende auf den Markt kommen.

Vorbereitung auf zukünftige Pandemien

Die Ergebnisse aus den ersten Tests mit der mRNA-Technologie wertet das Unternehmen positiv. So konnten bei 91 bis 100 Prozent der Probanden zwei Wochen nach der zweiten Impfung ausreichend Antikörper nachgewiesen werden. Das Unternehmen hatte zudem verschiedene Dosen getestet. Alle drei lieferten gute Ergebnisse. Die Nebenwirkungen des Impfstoffs seien mit denen anderer mRNA-Impfstoffe vergleichbar.

Sanofi hat mehr als anderthalb Jahre mit "Translate Bio" an diesem Impfstoff gearbeitet und Anfang August das US-Biotech-Unternehmen für rund 2,7 Milliarden Euro gekauft.

Thomas Triomphe, Vizepräsident der Impfstoffsparte bei Sanofi, erklärte, dass nicht darum gehe, neue Corona-Impfstoffe mit der mRNA-Technologie zu entwickeln, sondern dass Frankreich und Europa mit einem "Arsenal an Boten-RNA-Impfstoffen" für zukünftige Pandemien und neue Krankheiten gewappnet sei.

Bis Ende des Jahres werden weltweit voraussichtlich 12 Milliarden Dosen verschiedener Corona-Impfstoffe produziert worden sei. Die Gesamtproduktion von Coronavirus-Impfstoffen wird Schätzungen des Internationalen Verbands der Pharmazeutischen Industrie bis Mitte 2022 24 Milliarden Dosen erreichen.

mRNA-Technologie soll für andere Impfstoffe genutzt werden

Sanofi will nach eigenen Angaben mit der neuen Technologie Impfstoffe gegen andere Viren entwickeln, die bei geringeren Temperaturen gelagert werden können und weniger Nebenwirkungen aufweisen.

Derzeit laufen erste Versuche für einen monovalenten Impfstoff - mit einem einzigen Virusstamm - gegen die saisonale Grippe. Am Dienstag teilte das Unternehmen mit, dass es im nächsten Jahr klinische Versuche mit einem Vierfach-Impfstoff gegen Influenzaviren durchführen will.

Sanofi versucht, nun auch von der mRNA-Technologie zu profitieren, nachdem der Konzern, einer der größten Impfstoffentwickler weltweit, bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs ins Hintertreffen geriet. Neben dem Erwerb von "Translate Bio" hat das Unternehmen im Juni angekündigt, bis 2025 mindestens zwei Milliarden Euro in die Erforschung neuer RNA-Impfstoffe zu investieren.

"Unser Ziel ist es, das Potenzial der Boten-RNA in anderen strategischen Bereichen wie der Immunologie, der Onkologie und seltenen Krankheiten zusätzlich zu den Impfstoffen zu erschließen", hatte Paul Hudson, Vorstandsvorsitzender von Sanofi, vor einigen Wochen erklärt.

Das Daten-Analyse und Consulting-Unternehmen "Global Data" geht davon aus, dass die Fortschritte, die jüngst bei der Entwicklung von RNA-Impfstoffen gemacht wurden, der pharmazeutischen Industrie zugute kommen wird - am ehesten im Bereich der Krebs-Therapien.

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