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ROUNDUP/Umweltagentur: EU könnte Klimaziele für 2020 erreichen

·Lesedauer: 3 Min.

KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Die Europäische Union ist auf dem besten Weg, zwei ihrer drei Klimaziele für 2020 zu erreichen. Einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zufolge, der am Montag in Kopenhagen veröffentlicht wurde, könnten die 27 Länder (plus Großbritannien) in zwei Bereichen Erfolg haben: bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und bei der Förderung der Erneuerbaren Energien. Unklar sei, ob das dritte Ziel, die Senkung des Energieverbrauchs, erreicht werde.

Dem Bericht zufolge sind die Treibhausgasemissionen seit 1990 ständig zurückgegangen. Im Zeitraum 1990 bis 2019 sei das Niveau um 24 Prozent gesunken. Ursprüngliches Ziel bis 2020 war eine Verringerung um 20 Prozent gegenüber 1990. Vor allem die rasche Dekarbonisierung des Energiesektors habe zu erheblichen und anhaltenden Emissionsminderungen in den vom EU-Emissionshandelssystem (EHS) abgedeckten Sektoren geführt.

Der höchste Rückgang von vier Prozent sei 2019 erreicht worden, also vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie. Das sei in einer Phase des Wirtschaftswachstums erfolgt und spiegele die langfristigen und nachhaltigen Bemühungen um niedrigere Emissionswerte wider, so der Bericht. 12 Länder lägen den Schätzungen zufolge unter ihren Zielen, dazu zählen auch Deutschland, Österreich und Polen.

Bei der Förderung von erneuerbaren Energien seien die EU-Länder ebenfalls auf dem richtigen Kurs, heißt es in dem Bericht weiter. Vorläufige EEA-Daten deuteten darauf hin, dass der Gesamtanteil des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen 2019 19,4 Prozent erreichte. Das Ziel für 2020 liege bei 20 Prozent. Während der Anteil der erneuerbaren Energien an Strom, Heizung und Kühlung zum Erreichen des EU-Gesamtziels beitrug, sei man im Transportsektor vom 10 Prozent-Ziel noch weit entfernt. 14 Mitgliedstaaten sind aufgefordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen. Der erhobene Zeigefinger richtet sich auch hier an Deutschland.

Auch bei der Senkung des Energieverbrauchs wünscht sich die Agentur mehr Einsatz. Nach ihrer Schätzungen sind nur neun der 27 Mitgliedsländer hier auf dem richtigen Weg. "Alle anderen Mitgliedstaaten müssen weitere Anstrengungen unternehmen, um ihren nationalen Energiebedarf einzudämmen und ihre Ziele für 2020 zu erreichen."

Allerdings wird damit gerechnet, dass die Covid-19-Pandemie es den Ländern erleichtern werde, ihre Ziele zu erreichen. Der wirtschaftliche Abschwung hat vor allem die Aktivität im Transportsektor gesenkt und möglicherweise den Gesamtenergieverbrauch reduziert. In welchem Maße, sei aber noch nicht errechnet. Die Umweltexperten fürchten jedoch, dass "die Auswirkungen von Covid-19-bezogenen potenziellen Reduzierungen von kurzer Dauer sein können und die Emissionen sich erholen, wenn die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder auf das Niveau vor Covid zurückkehren."

Die Agentur mahnte, dass trotz der positiven Entwicklung nachhaltige und langfristige Anstrengungen erforderlich seien, um die Ziele für 2030 und 2050 zu erreichen. Auch Frans Timmermans, EU-Kommissar für Klimaschutz, sieht keinen Grund, die Schultern zu senken. In einer Mitteilung erklärte er: "Die Europäische Union beweist, dass es möglich ist, die Emissionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu senken. Der heutige Bericht bestätigt jedoch erneut, dass wir unsere Anstrengungen in allen Wirtschaftssektoren verstärken müssen, um unser gemeinsames Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen."