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ROUNDUP: S&T lässt Vorwürfe von Viceroy prüfen - sieht 'Fehleinschätzung'

·Lesedauer: 3 Min.

LINZ (dpa-AFX) - Der österreichische IT-Dienstleister S&T <AT0000A0E9W5> will die Vorwürfe des Finanzinvestors Viceroy Research extern prüfen lassen. Nach eigenen Angaben vom Dienstag hat S&T die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte beauftragt, eine externe "forensische Prüfung" der von Viceroy erhobenen Vorwürfe vorzunehmen. Zusätzlich werde der Aufsichtsrat einen externen, unabhängigen Experten als Chief Compliance Officer bestellen. Dieser werde künftig die Themen Recht, Compliance und gute Unternehmensführung im S&T-Vorstand übernehmen, teilte das im SDax <DE0009653386> gelistete Unternehmen in Linz mit.

Viceroy wirft S&T unter anderem vor, einige IT-Gesellschaften vor allem in Ost- und Südosteuropa sehr schnell und ohne ausreichend gründliche Prüfung erworben zu haben. Zudem weise S&T einige Beteiligungen nicht transparent genug aus, hieß es seitens des Finanzinvestors.

S&T wies diese Vorwürfe in seiner ausführlichen Stellungnahme nun erneut zurück. In einem mehrseitigen Dokument geht das Unternehmen detailliert auf diverse Behauptungen ein. Viceroy habe in seinem Report zahlreiche weitreichende Fehleinschätzungen getroffen, die einer objektiven Prüfung nicht standhielten, sagte S&T-Chef Hannes Niederhauser laut Mitteilung. Viceroy habe S&T vor der Veröffentlichung seines Reports auch nicht kontaktiert, um die darin erhobenen Vorwürfe auch nur ansatzweise zu überprüfen.

Die Untersuchung durch Deloitte dürfte laut S&T einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn einige der Fragen beträfen Ereignisse von vor mehr als zehn Jahren sowie Unternehmen in vielen verschiedenen Ländern, hieß es in der Stellungnahme. Der Abschluss der Untersuchung durch Deloitte werde jedoch im ersten Quartal 2022 erwartet. Sobald der Bericht vorliegt, werde S&T die Ergebnisse veröffentlichen und eine umfassende Stellungnahme abgeben.

Die Stellungnahme zu den Vorwürfen des spekulativen Leerverkäufers trieb den Kurs der S&T-Aktien nur kurz an. Nach einem Aufschlag von fast sechs Prozent zur Eröffnung drehte der Kurs ins Minus und sackte zuletzt fast drei Prozent auf 15,42 Euro ab. Allerdings hatten sich die Papiere zuvor vom jüngsten Tief bei 12,36 Euro bereits um fast 30 Prozent erholt.

Analyst Tim Wunderlich von der Privatbank Hauck & Aufhäuser hatte die Vorwürfe des Leerverkäufers jüngst in einer Studie als nicht haltbar bewertet. Analyst Tim Schuldt von Pareto Securities nannte die Anschuldigungen von Viceroy Research "nicht übermäßig beunruhigend".

Derweil läuft das Tagesgeschäft nach Plan. "Operativ befinden wir uns weiterhin im erwarteten Rahmen und halten an unserer aktuellen Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest", sagte S&T-Chef Niederhauser. Die im Zuge des sogenannten "TTS"-Programms (Trust-Transparency-Share) eingeleiteten Maßnahmen würden wie geplant fortgesetzt. So sollen die Komplexität der Unternehmensstruktur verringert und ein neuer Wirtschaftsprüfer bestellt werden. Der Aufsichtsrat werde der Hauptversammlung im kommenden Jahr vorschlagen, KPMG als neuen Prüfer ab dem Geschäftsjahr 2022 zu bestellen.

Hinter Viceroy Research steckt der spätestens seit der Wirecard-Pleite <DE0007472060> bekannte Spekulant Fraser Perring. In dem Skandal um den Zahlungsabwickler hatte er zu den frühen Mahnern gehört. Seitdem machte er in Deutschland vor allem mit seinen Berichten über den Leasingspezialisten Grenke <DE000A161N30> und den Immobilienunternehmen Adler Group <LU1250154413> von sich reden. Die Aktienkurse der beiden Unternehmen stürzten nach den Vorwürfen ebenfalls stark ab und konnten sich seitdem trotz der Zurückweisung und externer Untersuchungen nur etwas davon erholen.

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