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ROUNDUP: Auch Brauereigasthöfe bekommen nun Coronahilfen

·Lesedauer: 3 Min.

BERLIN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Nach scharfer Kritik der Bierbranche bekommen nun auch Brauereigasthöfe Coronahilfen. Darauf hat sich die Bundesregierung in Abstimmung mit dem Freistaat Bayern verständigt, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für Unternehmen mit angeschlossener Gaststätte werde der Zugang zu den November- und Dezemberhilfen verbessert und vereinfacht.

Künftig ist der "Gaststättenanteil" einer Brauerei unabhängig von den sonstigen Umsätzen antragsberechtigt. Das betrifft nicht nur Brauereigaststätten, sondern auch die Vinotheken auf Weingütern und Straußwirtschaften - die Regelung gilt also bundesweit. Vor allem die Bierbranche hatte zuvor bemängelt, dass Brauereigasthöfe bislang fast alle durchs Förderraster fielen.

"Die Brauereigaststätten stehen für unser Lebensgefühl und prägen Bayerns Kulturlandschaft", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der jetzt erleichterte Zugang zur November- und Dezemberhilfe werde ihnen helfen, die schwere Belastung durch die Corona-Pandemie zu lindern. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte die Verständigung ein "wichtiges Signal".

Bevor Altmaiers Ministerium einlenkte, hatte es monatelangen Streit gegeben. "Es ist ein längst überfälliger Schritt", erklärte Thomas Geppert, der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Bayern. Auch der Bayerische Brauerbund hatte die Ungleichbehandlung gegenüber Bäckern, Konditoren oder Metzgern mit angeschlossener Bewirtung beklagt.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, sprach von einem wichtigen Schritt, um das Überleben der traditionsreichen Brauereigaststätten zu sichern. "Wir sind dankbar, dass die Bundesregierung die Ungleichbehandlung beendet und Gaststätten von Brauereien mit dem übrigen Gastgewerbe gleichstellt. Damit haben die Gaststätten endlich wieder eine gewisse Perspektive."

Die Brauwirtschaft sei durch die Corona-Krise hart getroffen, so Eichele. "Von Woche zu Woche stehen mehr Unternehmen vor der drohenden Insolvenz. Wir sind in engem Kontakt mit Bund und Ländern, um Lösungen auszuloten, wie der Branche geholfen werden kann." Keine andere Branche sei so eng mit dem Gastgewerbe verbunden wie die 1500 Brauereien. "Der seit November andauernde Lockdown hat den Fassbiermarkt über Nacht zugrunde gerichtet. Die Abfüllanlagen stehen still, Mitarbeiter sind in Kurzarbeit oder freigestellt. Viele Brauereien stehen vor dem Aus und benötigen dringend Hilfe."

Nach Angaben des Brauer-Bundes sind von den derzeit rund 1500 deutschen Brauereien 640 aus Bayern. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ging nach Altmaiers Ankündigung gleich einen Schritt weiter: "Jetzt muss die schrittweise Öffnung der Gastronomie erfolgen, damit diese Traditionsbetriebe ihr Geld wieder am Markt verdienen können und nicht auf Dauer am Tropf des Steuerzahlers hängen müssen."

Die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner sagte: "Wir von der Unionsfraktion hätten uns eine Lösung des Themas schon im Januar gewünscht. Aber wir freuen uns, dass nun nach Monaten endlich auch die Erkenntnis im Bundesfinanzministerium gereift ist, dass es schlicht ungerecht wäre, wenn gerade die Familienunternehmen und inhabergeführten Betriebe einen Nachteil bei der Antragstellung der November- und Dezemberhilfe hätten, die regionale Produkte veredeln und sich über Jahre hinweg in einem veränderten Markt wettbewerbsfähig aufgestellt haben."