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ROUNDUP/Aktien New York: Crash verschärft sich noch

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Aktienkurse an der Wall Street haben am Donnerstag den freien Fall beschleunigt fortgesetzt. Der wegen des Coronavirus von den USA verhängte Einreisestopp für die meisten Europäer verschärfte noch die Talfahrt. Nach erneut panikartigen Verkäufen unmittelbar nach der Startglocke wurde der Aktienhandel für 15 Minuten unterbrochen. Nach der Wiederaufnahme des Handels büßte der Dow Jones Industrial <US2605661048> zuletzt acht Prozent auf 21 666,92 Zähler ein.

Das war der niedrigste Stand des Börsenbarometers seit Juli 2017. In den zurückliegenden nur drei Wochen hat der Dow rund 7500 Punkte oder gut ein Viertel verloren. Auch die Ankündigung stützender Maßnahmen gegen die Coronavirus-Krise durch die Europäische Zentralbank kann den fortgesetzten Ausverkauf an den weltweiten Aktienmärkte nicht bremsen.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> verlor am Donnerstag sieben Prozent auf 2547,62 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 <US6311011026> ging es um sechs Prozent auf 7524,67 Zähler ebenfalls steil abwärts.

US-Präsident Donald Trump hatte am Vorabend angekündigt, die Grenzen für Reisende aus Europa für 30 Tage zu schließen. Gleichzeitig warf er der EU vor, nicht genug gegen die Coronavirus-Krise getan zu haben. Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank nannte die Aussagen Trumps "verwirrend". An den Märkten habe man vielmehr mit der Ankündigung stimulierender Impulse für die US-Wirtschaft gerechnet - vergeblich.

Die US-Einreiseverbote treffen die ohnehin schon schwer kriselnde Reise- und Freizeitbranche nur noch härter. Aktien aus dem US-Luftfahrtsektor gerieten erneut in den Abwärtstaumel. American Airlines <US02376R1023>, Delta Air Lines <US2473617023> <US2473617023> und United Airlines <US9100471096> verloren zwischen 12 und 16,5 Prozent. Aktien des Kreuzfahrtanbieters Carnival sackten um fast 20 Prozent ab. Carnival stellte den Betrieb der Marke Princess Cruises wegen des Coronavirus für 60 Tage ein.

Nach ihrem Vortagesrutsch von 18 Prozent setzten auch die Boeing-Papiere <US0970231058> ihren freien Fall fort mit einem Minus von weiteren 14 Prozent. Analyst Seth Seifman von JPMorgan glaubt, dass die Coronavirus-Krise zu Auftragsverschiebungen und Stornierungen seitens der Fluggesellschaften führen werde. Zudem könnte der Flugzeugbauer die Dividende kürzen, schrieb er und stufte die Papiere von "Overweight" auf "Neutral" ab.

An den Rohstoffmärkten brach der Ölpreis erneut um sechs Prozent ein. Das Coronavirus dürfte die globale Energienachfrage stark drosseln. Die Papiere von US-Branchengrößen wie Chevron <US1667641005>, Halliburton <US4062161017> und Occidental Petroleum weiteten die Verluste der vergangenen Tage um weitere 10 bis 16,5 Prozent aus. Experten zufolge drohen vor allem im Geschäft mit der Förderung von Schieferöl und -gas in den USA finanzielle Schieflagen.

Der US-Paketdienst UPS <US9113121068> holt mit Carol Tomé eine Frau an die Spitze des Konzerns. Die frühere Finanzchefin der US-Baumarktkette Home Depot <US4370761029> übernimmt den Chefposten am 1. Juni von David Abney. Im sehr schwachen Gesamtmarkt nutzte das den Papieren aber nichts, mit dem Kurs ging es um 5,5 Prozent nach unten.