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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax wegen Corona-Sorgen schwer unter Druck

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Furcht vor den negativen Folgen schneller Lockerungen in der Corona-Krise hat den Dax <DE0008469008> am Mittwoch wieder mit voller Wucht eingeholt. Der deutsche Leitindex weitete sein Minus im Späthandel auf 2,56 Prozent aus und beendete den Handel bei 10 542,66 Punkten. Er entfernte sich damit wieder deutlich von der Marke von 11 000 Punkten, die er zu Wochenbeginn vorerst erfolglos getestet hatte.

Dabei trübte sich das Bild auch im Einklang mit den US-Börsen ein, die am Vorabend spät abgerutscht waren und nun am Mittwoch nochmals ziemlich schwach in den Handel starteten. Für den MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte ging es derweil zur Wochenmitte etwas weniger stark um 1,15 Prozent auf 23 546,44 Punkte nach unten.

Als Anstoß für die neuen Sorgen wurde angesehen, dass der prominente US-Immunologe und Regierungsberater Anthony Fauci am Dienstagabend in der Corona-Krise vor einer übertrieben schnellen Rückkehr zur Normalität gewarnt hatte. Dazu passt, dass Wissenschaftler nun in einer neuen Modellrechnung in den USA von fast 150 000 Corona-Toten bis Ende Juli ausgehen.

Experten zufolge zeigen sich die Anleger nun wieder besorgter wegen der Gefahr einer zweiten Infektionswelle - mit dann wieder drohenden neuen Lockdown-Maßnahmen. Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets bemühte am Mittwoch außerdem die Börsenweisheit "Sell in May and go away" als Belastungsfaktor, nach der sich der Mai vor den Sommermonaten als guter Rückzugszeitpunkt erweisen soll. Im Dax gab es am Ende keinen einzigen Gewinner. Unter den größeren Verlierern versammelten sich die konjunkturempfindlichen Aktien zum Beispiel aus der Auto- oder der Chemieindustrie. Ferner gehörten die 6,4 Prozent schwächeren Aktien der Deutschen Bank <DE0005140008> zu den Kellerkindern. Das Bankhaus treibt den durch die Corona-Krise vorübergehend auf Eis gelegten Stellenabbau wieder voran.

Die Stimmung im deutschen Bankensektor wurde aber vor allem durch die Commerzbank <DE000CBK1001> eingetrübt, die aus Furcht vor vielen Kreditausfällen ihre Risikovorsorgen drastisch erhöht hat. Das erste Quartal enttäuschte mit einem höher als erwarteten Fehlbetrag. Den Begleitaussagen war zu entnehmen, dass nun das bisherige Gewinnziel in diesem Jahr wackelt. Ihre Aktien rutschten im MDax um sieben Prozent ab.

Positiv aufgenommen wurden die Zahlen von United Internet <DE0005089031>, die Aktien gewannen an der MDax-Spitze fünf Prozent. Im Schlepptau rückten im Nebenwerteindex SDax auch die Papiere der Mobilfunktochter 1&1 Drillisch <DE0005545503> ähnlich deutlich vor. Laut Analyst Ulrich Rathe von der Investmentbank Jefferies sind beide Unternehmen nach dem ersten Quartal auf einem guten Weg.

Im SDax <DE0009653386> bildeten die Anteilscheine von Salzgitter <DE0006202005> mit einem Kursrutsch um fast 14 Prozent das Schlusslicht. Ein schwacher Stahlmarkt hatte das Unternehmen im ersten Quartal in die roten Zahlen gedrückt. Ein Experte sorgte sich vor allem um das deutlich gestiegene Schuldenniveau des Stahlkochers.

Dagegen zogen die Aktien von SAF-Holland <LU0307018795> im Kleinwerte-Index als einer der Favoriten um knapp zehn Prozent an. Der Nutzfahrzeugzulieferer überzeugte seine Anleger mit soliden Geschäftszahlen. Das Analysehaus Warburg hält die Papiere im aktuell schwierigen Marktumfeld für attraktiv bewertet.

Nicht nur an der Frankfurter Börse trübte sich das Bild am Mittwoch wieder deutlich ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> fiel auf Augenhöhe mit dem Dax um 2,55 Prozent auf 2810,55 Zähler. In Frankreich sackte der Cac 40 <FR0003500008> sogar um 2,9 Prozent ab, während sich der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> mit Verlusten in Höhe von 1,5 Prozent besser schlug. Der Dow Jones Industrial <US2605661048> stand zum hiesigen Handelsschluss in New York mit 1,5 Prozent im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,50 Prozent am Vortag auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,10 Prozent auf 145,33 Punkte. Der Bund-Future <DE0009652644> rückte um 0,11 Prozent auf 173,64 Zähler vor.

Der Euro <EU0009652759> notierte zuletzt etwas leichter bei 1,0839 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0875 (Dienstag: 1,0858) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9195 (0,9210) Euro./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---