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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Anlegerflucht wegen Corona-Sorge

FRANKFURT (dpa-AFX) - Befürchtungen über zunehmende Coronavirus-Neuinfektionen sowie eine nachgebende Wall Street haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt vor dem Wochenende die Stimmung vermiest. Der Dax <DE0008469008> drehte am Freitagnachmittag ins Minus und schloss 0,73 Prozent tiefer bei 12 089,39 Punkten. Daraus ergab sich ein Wochenverlust von knapp 2 Prozent. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenwerte büßte am Freitag 1,00 Prozent auf 25 620,35 Punkte ein.

Vor dem Wochenende hätten sich die Investoren mit neuen Engagements zurückgehalten oder Gewinne mitgenommen, denn niemand wolle zum Start in die neue Handelswoche auf dem falschen Fuß erwischt werden, kommentierte Marktexperte Timo Emden von Emden Research. Weiter anziehende Corona-Neuinfektionen bereiteten den Anlegern Bauchschmerzen. Die Sorge, dass der globale Konjunkturmotor erneut abgewürgt wird, nehme zu.

Der EuroStoxx 50 endete 0,46 Prozent im Minus bei 3204,17 Punkten. Der Cac 40 <FR0003500008> in Paris sank um rund 0,2 Prozent, der FTSE 100 <GB0001383545> in London stieg um rund 0,2 Prozent. Der Dow Jones Industrial <US2605661048> verlor zum europäischen Handelsschluss mehr als 2 Prozent.

Beim Blick auf die Kurstafel ragten nach dem Insolvenzantrag vom Vortag erneut die Wirecard-Aktien <DE0007472060> negativ heraus. Sie sackten um fast 64 Prozent auf 1,28 Euro ab. Inzwischen überdenken die Kreditkartenanbieter Visa <US92826C8394> und Mastercard <US57636Q1040> ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Zahlungsabwickler, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus Insiderkreisen erfuhr. Nach einer Serie von Hiobsbotschaften sanken Wirecard in sieben Tagen inzwischen um fast 99 Prozent.

Bei der Lufthansa <DE0008232125> währte die Freude über die letztlich doch erwartete Rettung nicht lange und es ging um mehr als 6 Prozent abwärts. Nachdem die Aktionäre am späten Donnerstag auf der Hauptversammlung grünes Licht für das Rettungspaket der nicht erst im Zuge der Corona-Krise ins Schlingern geratenen Airline gaben, rückt nun die Belastung der Aktionäre durch die Staatsbeteiligung in den Fokus, hieß es am Markt.

Schwache Geschäftszahlen des US-Sportartikelherstellers Nike <US6541061031> färbten auf die Papiere der Rivalen Adidas <DE000A1EWWW0> und Puma <DE0006969603> ab. Beide verbuchten Verluste von jeweils mehr als 2 Prozent. Es sei immerhin der erste Verlust von Nike in mehr als zwei Jahren, hieß es am Markt. Die Virus-Pandemie macht den Sportwaren- wie auch den Luxusgüterkonzernen zu schaffen. Viele Läden mussten im Zuge der Abriegelungen der Wirtschaft und der Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens geschlossen werden.

Der Euro <EU0009652759> kostete zuletzt 1,1214 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1213 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex <DE0008469107> um 0,09 Prozent auf 145,26 Punkte. Die Umlaufrendite sank im Gegenzug von minus 0,47 Prozent am Vortag auf minus 0,49 Prozent. Der Bund-Future <DE0009652644> gewann 0,20 Prozent auf 176,74 Punkte./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---