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Ukraine: Russische Rakete trifft Frachter in Odessa - ein Toter und Verletzte

Russland hat angedroht, Frachter im Schwarzen Meer mit Ziel Ukraine als mögliche Transporter militärischer Güter und Waffen anzusehen. Nun trifft eine Rakete erstmals ein ziviles Schiff im Hafen von Odessa. Was bedeutet das für den ukrainischen Seekorridor?

A general view shows Liberia-flagged bulk carrier Kmax Ruler damaged by a Russian missile strike in the sea port Pivdennyi, amid Russia's attack on Ukraine, in Odesa region, Ukraine November 9, 2023. REUTERS/Stringer
Russland hat angedroht, Frachter im Schwarzen Meer mit Ziel Ukraine als mögliche Transporter militärischer Güter und Waffen anzusehen (Stringer . / reuters)

Russland hat bei einem neuen Raketenangriff auf einen Hafen im Gebiet Odessa nach örtlichen Militärangaben erstmals ein ziviles Frachtschiff getroffen. Ein ukrainischer Lotse an Bord sei getötet, drei Mitglieder der Besatzung - philippinische Staatsangehörige - seien verletzt worden, teilten die Streitkräfte im Süden des Landes am Mittwochabend mit. Demnach war eine von einem russischen Flugzeug über dem Schwarzen Meer abgeschossene Antiradarrakete in den Decksaufbau des Frachters eingeschlagen. Auf Fotos der Streitkräfte waren Zerstörungen zu sehen. Das Schiff fuhr demnach unter der Flagge des westafrikanischen Landes Liberia und transportierte Eisenerz.

Nach seinem international stark kritisierten Aufkündigen des Schwarzmeer-Abkommens über den Transport von ukrainischem Getreide im Sommer hatte Russland den Seeweg für unsicher erklärt. Die russische Militärführung drohte damit, Schiffe mit Ziel Ukraine als potenzielle Träger von Waffen und militärischen Gütern anzusehen. Der Beschuss des Schiffes könnte nach Einschätzung von Beobachtern der Versuch sein, weitere Frachter von Reisen in die Ukraine abzuhalten.

Der Frachter war nach ukrainischen Angaben in den Hafen eingelaufen, als er beschossen wurde. Der 43 Jahre alte Lotse kam laut Hafenverwaltung an Bord, um dem Schiffskapitän beim Manövrieren zu helfen. Auch ein Arbeiter wurde den Angaben zufolge verletzt. Der ukrainische Infrastrukturminister Olexander Kubrakow teilte mit, der Frachter habe Eisenerz nach China transportieren sollen. Nach seinen Angaben war dies der 21. russische Angriff auf den Hafen von Odessa seit Moskaus Ausstieg aus dem Schwarzmeer-Abkommen.

Die EU verurteilte den russischen Angriff auf das Schiff. Ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell bezeichnete ihn als "weitere Eskalation" und Beweis dafür, dass Russland auch den zivilen Seeverkehr terrorisiere. "Indem Russland Häfen und Exportanlagen ins Visier nimmt, verschärft es absichtlich die globale Ernährungskrise", kommentierte er.

Nato-Generalsekretär fordert anhaltende Hilfe für Ukraine

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die Bündnispartner aufgerufen, in ihrer militärischen Unterstützung der Ukraine für den Kampf gegen die russischen Angreifer nicht nachzulassen. «Wir müssen den Ukrainern weiterhin die Waffen geben, die sie brauchen, um auf dem Schlachtfeld stark zu bleiben, damit sie morgen am Verhandlungstisch stark sein können», sagte er am Donnerstag vor einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin.

Stoltenberg würdigte den deutschen Beitrag als zweitgrößter Unterstützer der Ukraine nach den USA. Konkret nannte er die Lieferung von Schützen- und Kampfpanzern sowie Flugabwehrsystemen. «Diese Beiträge helfen der Ukraine, ihre Freiheit zu verteidigen. Und sie helfen, Europa sicher zu halten.»

Kreml: Putin hält im Dezember wieder große Pressekonferenz

Nach einer kriegsbedingten Pause im vorigen Jahr wird Russlands Präsident Wladimir Putin laut Kreml im Dezember erstmals wieder eine große Pressekonferenz abhalten. Die Fragerunde für Journalisten werde mit der Fernsehshow «Der direkte Draht», bei dem Bürger ihre Probleme schildern können, zusammengelegt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Ein konkretes Datum nannte er nicht, in sozialen Netzwerken kursierte aber bereits der 19. Dezember. Das Medienereignis ist damit vor der Präsidentenwahl im März angesetzt, bei der Putins Kandidatur und Wiederwahl erwartet wird.

Wegen seines Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte Putin die stets auf mehrere Stunden anberaumte Pressekonferenz im vergangenen Dezember erstmals seit zehn Jahren ausfallen lassen. Beobachter waren damals überzeugt, dass Putin die Fragen der internationalen Journalisten vermeiden wollte - angesichts des am 24. Februar 2022 begonnenen Krieges gegen die Ukraine, wo seine Armee immer wieder Niederlagen einstecken musste. Inzwischen tritt Putin wieder zunehmend selbstbewusst auf, dass er den Krieg gewinnt.

Die nationale Fernsehsprechstunde «Direkter Draht», bei der Bürger normalerweise alljährlich persönlich Beschwerden bei Putin vorbringen können, war ebenfalls ausgefallen im vergangenen Jahr. Sie wurde zuletzt am 30. Juni 2021 organisiert. Putin hatten in den vergangenen Monaten immer wieder auf Fragen linientreuer Journalisten geantwortet, die ihn etwa auf seinen Reisen begleiten oder im Kreml treffen. Unabhängige Medien sind zu solchen Runden schon seit langem nicht mehr zugelassen.