Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    13.298,96
    +46,10 (+0,35%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.539,27
    +22,17 (+0,63%)
     
  • Dow Jones 30

    30.218,26
    +248,74 (+0,83%)
     
  • Gold

    1.842,00
    +0,90 (+0,05%)
     
  • EUR/USD

    1,2127
    -0,0022 (-0,18%)
     
  • BTC-EUR

    15.778,86
    +63,09 (+0,40%)
     
  • CMC Crypto 200

    365,19
    -14,05 (-3,71%)
     
  • Öl (Brent)

    46,09
    +0,45 (+0,99%)
     
  • MDAX

    29.517,75
    +230,57 (+0,79%)
     
  • TecDAX

    3.117,66
    +32,33 (+1,05%)
     
  • SDAX

    13.969,70
    +127,08 (+0,92%)
     
  • Nikkei 225

    26.751,24
    -58,13 (-0,22%)
     
  • FTSE 100

    6.550,23
    +59,96 (+0,92%)
     
  • CAC 40

    5.609,15
    +34,79 (+0,62%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.464,23
    +87,05 (+0,70%)
     

Quartalsbilanz: Apple bricht das China-Geschäft wegen iPhone-Schwäche weg

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 4 Min.

Showdown nach Handelsschluss am “Super Thursday”: Alle GAFA-Konzerne vermeldeten binnen Minuten ihr neustes Zahlenwerk für das abgelaufene September-Quartal – und nicht alle vier Zugpferde der Nasdaq überzeugten. Apple konnte nur knapp die Erwartungen der Wall Street übertreffen – die Aktie fällt.

Apple Store in China: Apples Problemzone (Foto: © Apple)
Apple Store in China: Apples Problemzone (Foto: © Apple)

Apple konnte bei Vorlage seiner Geschäftsbilanz für das dritte Kalenderquartal 2020, das bereits das vierte des laufenden Geschäftsjahres des Kultkonzerns aus Cupertino ist, die zuvor wegen der Corona-Krise moderaten Schätzungen der Wall Street nur noch knapp übertreffen.

In den 92 Tagen zwischen Anfang Juli und Ende September erlöste der iKonzern mit 64,7 Milliarden Dollar nur noch ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. CEO Tim Cook übertraf damit ebenfalls nur noch knapp die Analystenerwartungen, die zuvor bei 63,70 Milliarden Dollar gelegen hatten.

Apple verdient eine Milliarde Dollar weniger

Auch das Konzernergebnis entwickelte sich nur noch marginal besser als im Vorfeld prognostiziert: Die Konsensschätzungen, die noch bei einem Gewinn je Aktie von 0,70 Dollar gelegen hatten, konnten mit einem Ergebnis je Anteilsschein von 0,73 Dollar knapp übertroffen werden. Gegenüber dem Vorjahresquartal, als der iPhone-Hersteller noch 0,76 Dollar je Aktie verdient hatte, muss CEO Tim Cook gar einen Gewinnrückgang eingestehen, der durch den massiven Rückkauf der eigenen Aktien, die damit den Freefloat verkleinern, noch kaschiert wurde.

iPhone 12 Werbung in China (Photo by Liu Junfeng/VCG via Getty Images)
iPhone 12 Werbung in China (Photo by Liu Junfeng/VCG via Getty Images)

Unterm Strich gaben die Gewinne in der Corona-Krise spürbar nach: Nach 13,69 Milliarden Dollar im dritten Kalenderquartal des Vorjahres konnte das Kultunternehmen aus Cupertino zwölf Monate später nur noch einen Nettogewinn von 12,67 Milliarden Dollar ausweisen. Das Konzernergebnis verringerte sich damit um mehr als eine Milliarde Dollar – ein Minus von knapp 8 Prozent.

iPhone-Absätze brechen um 21 Prozent ein

Maßgeblichen Anteil am nachgebenden Gewinn hatte die langjährige Lebensversicherung des iKonzerns: das iPhone. Mit seinem Kultsmartphone konnte Apple nach 33,36 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum im diesjährigen September-Quartal nun nur noch 26,44 Milliarden Dollar umsetzen – ein krachendes Absatzminus von 7 Milliarden Dollar bzw. 21 Prozent. Die iPhone-Schwäche, die für einen Umsatzeinbruch von mehr als drei Milliarden Dollar in China verantwortlich war, kommt nicht ganz von ungefähr.

Im vergangenen Jahr hatte Apple in den letzten zehn Tagen des Jahres bereits die neuen iPhone-Modelle – die iPhone 11-Serie – gelauncht, während sich der Verkaufsstart des iPhone 12 in diesem Jahr Corona-bedingt um einen Monat verzögerte. Entsprechend fehlten Apple im September-Quartal 2020 entscheidende iPhone-Absätze. Trotzdem hatten Analysten in ihren Prognosen mit einem Umsatz von 27,93 Milliarden Dollar und damit einem weniger großen Erlöseinbruch der iPhone-Sparte gerechnet.

Internetdienste wachsen erneut zweistellig

Punkten konnte Apple dagegen erwartungsgemäß mit seinem Hoffnungsträger für die Zukunft. Die Servicesparte verbuchte erneut einen dynamischen Umsatzzuwachs von diesmal 16 Prozent auf nunmehr 14,55 Milliarden Dollar.

Das Geschäft mit iTunes, dem App Store, Apple Music, der iCloud, Apple Care, Apple Pay, Lizenzgebühren (wie durch Googles vorinstallierte Suche auf iOS-Geräten), dem Gaming-Angebot Apple Arcade und dem neuen Streaming-Dienst Apple TV+, das längst zum zweitgrößten Unternehmensbereich angewachsen ist, macht inzwischen mehr als die Hälfte der iPhone-Umsätze und 22 Prozent der gesamten Konzernumsätze aus.

Wearables legen um 21 Prozent zu

Weiterer Wachstumstreiber in Apples Bilanz bleibt der noch relativ junge Geschäftsbereich “Wearables, Home and Accessories”, hinter dem sich in erster Linie das Geschäft mit der Apple Watch und den boomenden Drahtlos-Kopfhörern AirPods sowie dem smarten Lautsprecher HomePod verbirgt. (Ältere Apple-Produkte wie der iPod oder Apple TV sind ebenfalls in dem Segment zusammengefasst.)

Dank der im September gelaunchten Apple Watch Series 6 und der dritten AirPods-Generation legten die Umsätze des jüngsten Konzernbereichs nochmals um 21 Prozent auf nunmehr 7,88 Milliarden Dollar zu – ein Umsatzplus von bereits 1,35 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Home Office-Boom: iPad und Mac erleben starkes Comeback

Zum eigentlichen Krisenprofiteur entwickelten sich erneut Apples ältere Hardwaresparten, deren Absätze in Zeiten der Pandemie deutlich anzogen. Während die iPad-Sparte rasant um 46 Prozent auf 6,79 Milliarden Dollar zulegte, erlebte Apples ältester Unternehmensbereich, das Computergeschäft, mit einem Umsatzsprung um 29 Prozent auf 9,03 Milliarden Dollar gar das stärkste Quartal aller Zeiten!

Anlegern reichte der Boom der „Home Office“-Sparte dennoch nicht. Nach Handelsschluss gab die Apple-Aktie um knapp 5 Prozent auf unter 110 Dollar nach – auch, weil CEO Tim Cook einen Ausblick auf das Weihnachtsquartal verweigerte.