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Nachts fährt ein Roboter durch die dm-Filialen und arbeitet: Wie die Drogeriekette mit Maschinen Angestellte entlasten will

Zurzeit kommen in den Filialen der Drogeriekette dm kleine Roboter zum Einsatz, die das Sortiment über Nacht auf den neuesten Stand bringen.

Sind Roboter das Lagerverwaltungssystem der Zukunft? DM probiert momentan die Roboter des Bremer Start-up Ubica Robotics. - Copyright: Ekkasit919/Getty Images
Sind Roboter das Lagerverwaltungssystem der Zukunft? DM probiert momentan die Roboter des Bremer Start-up Ubica Robotics. - Copyright: Ekkasit919/Getty Images

Laden zu, Licht aus und niemand ist mehr am Arbeiten? Nicht ganz. Zurzeit kommen in den Filialen der Drogeriekette dm kleine Roboter zum Einsatz, die von Regal zu Regal düsen und das Sortiment über Nacht auf den neuesten Stand bringen.

Hinter den Robotern steht das Bremer Start-Up Ubica Robotics, das mit seinen Erfindungen den Wissenschaftspreis 2022 der EHI-Stiftung einräumen konnte. Die mobilen Sensoren von Ubica sollen die kostspielige und komplexe Logistik produktiver und effizienter machen. Schließlich müssen konventionelle Filialen in Zeiten der Digitalisierung mit den großen Online-Händlern mithalten können.

Roboter könnten die Angestellten im alltäglichen Geschäft entlasten

Die mobilen Sensoren von Ubica werden laut Roman Melcher, dem IT-Geschäftsführer von dm, derzeit in verschiedenen Märkten bundesweit getestet, berichtete das Handelsblatt. Insgesamt seien acht Roboter im Einsatz. Mit der neuen Technologie strebe die Drogerie-Kette nach innovativeren Serviceangeboten für seine Kundschaft. "Denkbar sind zum Beispiel individuelle Produktempfehlungen oder die Navigation bis zum Artikel im Regal", sagte Melcher der Wirtschaftszeitung. Auch könnten die Roboter die Angestellten im alltäglichen Geschäft entlasten, etwa bei der Inventur.

Revolution der Logistik

Momentan beschränken sich die Roboter allerdings auf Logistikaufgaben. Dazu gehört, dass die Sensoren jede Nacht den Aufbau der Filialen, den Standort der Produkte und den Warenbestand aufzeichnen, indem die Roboter mehrere tausende Fotos schießen. "Wir erstellen einen digitalen Zwilling der Filiale", sagte der Ubica-Co-Gründer Jonas Reiling gegenüber dem Handelsblatt. Nachts fährt der Roboter durch die Filiale, macht Tausende Fotos und wertet diese dann mittels moderner Bilderkennung aus – die Kundinnen und Kunden würden davon laut Reiling nichts mitbekommen.

Viele Supermarktketten zeigen sich begeistert von der Innovation. "Das wird die Logistik in der Filiale revolutionieren", sagte Torsten Toeller, Inhaber der Tierbedarfskette Fressnapf, zum Handelsblatt. Denn: "Die Hälfte aller Lieferkettenkosten fällt in der Filiale an." Mit den Robotern könnten die Filialen viel Zeit und Geld sparen.

(LH)

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