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Eine Milliarde Euro: Enpal sichert sich Kreditzusagen von Großbanken

Mit 3,6 Milliarden Euro auf Kundenfang: Enpal-Gründer Mario Kohle - Copyright: Enpal
Mit 3,6 Milliarden Euro auf Kundenfang: Enpal-Gründer Mario Kohle - Copyright: Enpal

Das Greentech-Unicorn Enpal stellt seine Signale auf schnelles Wachstum. Das will das Berliner Unternehmen insbesondere durch attraktive Finanzierungsangebote erreichen. Die Logik: Nicht jeder hat genug Bares griffbereit, um sich eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe leisten zu können – und Bankkredite haben oftmals zu kurze Laufzeiten, um für die langfristige Finanzierung der Anlagen gut geeignet zu sein.

Um passende Finanzierungs- und Ratenkaufangebote anbieten zu können, hat Enpal nun eine Milliarde Euro an Refinanzierungs-Zusagen von mehreren Banken erhalten, darunter Barclays Europe, Bank of America und Credit Agricole. Auch Enpal selbst beteiligt sich mit Eigenkapital in geringem Umfang an den Kreditzusagen.

Es handelt sich dabei um eine Verbriefung, besichert sind die Kredite mit den Kundenforderungen des Solar-Startups. Die Kreditlinien sollen dazu genutzt werden, mehr als 35.000 deutsche Wohnkunden mit einer Finanzierungslösung für neue Photovoltaik-Systeme und andere erneuerbare Energieprodukte zu versorgen. Erstmals wird das Angebot auch auf die Finanzierung von Wärmepumpen ausgeweitet – ein Geschäft, das für das Unternehmen strategisch wichtiger werde, wie der Enpal-Finanzierungsverantwortliche Béla Schramm gegenüber Gründerszene sagt. Zwei Jahre hat Enpal nun Zeit, die Milliarde Euro an Kunden herauszugeben.

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Enpal verkauft Energiespeicher, elektrische Fahrzeugladestationen und Wärmepumpen, die alle über Enpals eigene Energiemanagementplattform verbunden, verwaltet und optimiert werden. Das Unternehmen wurde 2017 von Mario Kohle gegründet, der zuvor sein Startup Käuferportal für einen Millionenbetrag verkauft hatte.

Kapitalbeschaffung als Hauptaufgabe

Um die Anschaffung der teuren Anlagen zu finanzieren, hat Enpal bereits mehrfach auf Kreditprodukte zurückgegriffen. Zuletzt nahm das Unternehmen im Juni 2023 mehr als 400 Millionen Euro an Schulden von DWS, Phoenix Group, ING Deutschland und Black Rock auf. Die Gesamtverbindlichkeiten für die strukturierte Refinanzierung des Unternehmens belaufen sich derzeit nach eigenen Angaben auf mehr als 3,6 Milliarden Euro.

Ende 2023 hatte sich Enpal auf eine besondere Art frisches Kapital für neue Projekte gesichert: Das Solar-Startup verkaufte den Großteil seines bestehenden Kundenportfolios. 160 Millionen Euro spülte das nach eigenen Angaben in die Firmenkasse. Übernommen wurde das Portfolio von Energiesystemen von den Infrastrukturinvestoren Equitix und Keppel, letzteres ist eine Tochter des Staatsfonds Temasek aus Singapur. Den Kundenkontakt will das Startup von Mario Kohle derweil auch in Zukunft bei sich halten. Auch die neuen Kreditfinanzierungen will Enpal später verkaufen – laut Schramm in einer öffentlichen Transaktion am Kapitalmarkt. Ein Zeitpunkt dafür stehe allerdings noch nicht fest.

Seit mehr als einem Jahr arbeitet das 2017 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben profitabel. Nach vorläufigen Geschäftszahlen hoben die Berliner im Jahr 2023 den Umsatz auf etwa 900 Millionen Euro an. Das entspräche einem Wachstum von 117 Prozent, da im Vorjahreszeitraum etwa 415 Millionen Euro umgesetzt wurden. Finale Geschäftszahlen will Enpal in einigen Wochen präsentieren.

Konkurrenzkampf mit 1Komma5°

Damit muss sich Enpal zwar dem anderen deutschen Solar-Einhorn 1Komma5° von Gründer Philipp Schröder beim Umsatzwachstum knapp geschlagen geben. Dessen Umsatz war 2023 um 122 Prozent auf 458 Millionen Euro gestiegen. Allerdings machte Enpal im zurückliegenden Geschäft knapp doppelt so viel Geschäft. Für das laufende Jahr geht 1Komma5°-Chef Schröder von einer Steigerung des Umsatzes auf 700 bis 750 Millionen Euro aus.

Wie auch Enpal arbeitet 1Komma5° profitabel, nach eigenen Angaben stand 2023 ein Gewinn von 48 Millionen Euro vor Steuern zu Buche. Damit konnte das Startup seinen Profit mehr als verdoppeln. 1Komma5° verfolgt ambitionierte Pläne. Das Startup plane Ostern 2025 den Gang an die Börse. Zuvor könnte es laut einem Medienbericht eine finale Finanzierungsrunde im zweiten Quartal 2024 geben. Bis zu 100 Millionen Euro sollen demnach eingesammelt werden. 1Komma5° sei hierfür in Gesprächen mit Risikokapitalgebern wie KKR und Vermögensverwaltern wie Blackrock und Morgan Stanley.

Im Solarsegment ist in den vergangenen Monaten ein harter Wettbewerb entfacht. Neben den beiden Platzhirschen buhlen auch Startups wie Zolar oder Neoom um die Gunst der Kunden. Enpal beansprucht dabei die Marktführerschaft, mehr als 60.000 Haushalte seien derzeit mit der Enpal-Energieplattform ausgestattet, 1Komma5° verweist auf rund 170.000 verkaufte Einzelsysteme – also Solaranlagen, Wallboxen oder Steuersysteme.