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Mercedes EQA, BMW i4 und Co.: Mit diesen Elektromodellen greifen die deutschen Autobauer zukünftig Tesla an

Elias Holdenried
·Lesedauer: 5 Min.
Die elektrische Mittelklasse-Limousine BMW i4 soll dem Tesla Model 3 die Stirn bieten.
Die elektrische Mittelklasse-Limousine BMW i4 soll dem Tesla Model 3 die Stirn bieten.

Elektrifizierung heißt die Disziplin, in der sich die Vorreiter der Autoindustrie derzeit messen lassen müssen. Die deutschen Hersteller möchten bei den batteriebetriebenen Autos das Feld nicht dem Emporkömmling Tesla überlassen - deshalb rüsten sie derzeit konsequent auf und versuchen, den kalifornischen Elektro-Spezialisten teilweise mit dessen eigenen Waffen zu schlagen.

770 Kilometer Reichweite bei Mercedes

Mercedes elektrische EQ-Familie bekommt beispielsweise noch dieses Jahr ordentlich Zuwachs. 2018 hatten die Stuttgarter ihren Erstling EQC eingeführt. Das auf dem GLC basierende Elektro-SUV war jedoch recht teuer und fiel auch deswegen mit enttäuschenden Verkaufszahlen auf. Für das im Januar enthüllte Kompakt-SUV EQA liegen schon jetzt über 20.000 Bestellungen vor. In den kommenden Monaten werden der etwas größere EQB und die elektrische E-Klasse EQE folgen.

Symbolisch für Daimlers neugewonnene Elektro-Kompetenz steht jedoch das Flaggschiff EQS. Das elektrische Pendant zur S-Klasse nutzt als erstes Modell Daimlers modulare Elektro-Architektur und beeindruckt mit einer Reichweite von bis zu 770 Kilometern, sowie seinem progressiven Aero-Design. Nach und nach sollen auch die Evergreens der Schwaben zu EVs umgewandelt werden. Sogar der kantige Kult-Geländewagen G-Klasse soll ab 2023 lautlos durch die Wälder und über die internationalen Boulevards streifen.

Der Mercedes EQA teilt sich die technische Basis mit der A-Klasse und dem GLA.
Der Mercedes EQA teilt sich die technische Basis mit der A-Klasse und dem GLA.

Der BMW i4 greift das Model 3 an

BMW brachte mit dem i3 bereits 2013 sein erstes reines E-Auto auf den Markt und nahm damit die Rolle des deutschen Elektro-Pioniers ein. Außer einigen Studien, kam von den Bayern in den folgenden Jahren jedoch wenig. Im vergangenen Jahr wurde dann mit dem iX3 die Elektroversion des X3, sowie das elektrische SUV-Flaggschiff iX mit seinen riesigen Nieren enthüllt. Unter dem polarisierendem Blechkleid von letzterem steckt die nächste und deutlich effizienter gewordene Generation von BMWs E-Antrieben.

Im Sommer startet dann die Produktion der E-Limousine i4, die voraussichtlich ab dem nächsten Winter ausgeliefert wird. Die optisch fast identische Elektro-Variante des 4er Gran Coupés soll dem Tesla Model 3 mit bis zu 590 Kilometern Reichweite einheizen. Voraussichtlich 2024 folgt eine reine E-Version des nächsten BMW 5ers. Das von E-Motoren angetriebene Derivat des kommenden BMW 7ers könnte dagegen schon nächstes Jahr enthüllt werden. Der wahrscheinlich i7 genannten Oberklasse-Limousine werden über 650 PS und 700 Kilometer Reichweite nachgesagt. Auch sie soll designtechnisch nah am Schwestermodell mit Verbrennungsmotor bleiben.

Der BMW iX hat mit seinen riesigen Nieren unter Fans heftige Diskussionen ausgelöst.
Der BMW iX hat mit seinen riesigen Nieren unter Fans heftige Diskussionen ausgelöst.

Audi nutzt großteils Konzerntechnik

Ende 2018 hat Audi das Elektro-SUV e-tron eigeführt, das auch als Sportback mit coupéartiger Dachlinie erhältlich ist. Im Februar haben die Ingolstädter ihre Modellpalette um den viertürigen und bis zu 646 PS starken Sportwagen e-tron GT erweitert. Unter der eleganten Hülle steckt zu großen Teilen die Technik des Porsche Taycan, inklusive 800 Volt-Architektur und Dreikammer-Luftfederung. Auch bei der Entwicklung des neuen Elektro-SUV Q4 e-tron hat sich Audi im Konzernregal bedient. Der im Sommer kommende Premium-Hochsitz ist eng mit dem VW ID.4 verwandt. Das Kürzel TT war bisher traditionell kompakten Zweitürern vorbehalten. Mit dem Generationswechsel soll aus dem ehemaligen Sportwagen jedoch ein modischer Elektro-Crossover mit dynamischer Linienführung werden.

Dem ohnehin nur mäßig erfolgreichen Kleinwagen A1 wird wahrscheinlich spätestens 2025 von der strengen Euro 7-Abgasnorm das Licht ausgeblasen. Berichten zufolge könnte der edle Polo-Bruder daraufhin durch eine elektrische Neuinterpretation des innovativen Minivans A2 ersetzt werden. Unter dem Projektnamen “Artemis” arbeiten die Ingolstädter zudem an einem batteriebetriebenen Nachfolger des A8, der ein innovatives Innenraumkonzept und ungewohnte Proportionen bekommen soll. Zudem soll das 2025 kommende Flaggschiff fortschrittliche autonome Fahrfunktionen bieten.

Mit der Studie AI:ME hat Audi bereits einen Ausblick auf den A2 der Zukunft gegeben.
Mit der Studie AI:ME hat Audi bereits einen Ausblick auf den A2 der Zukunft gegeben.

Der Porsche 911 bleibt ein Benziner

Porsche hat im vergangenen Jahr mit dem Taycan ordentlich vorgelegt. Bis 2030 soll jedoch ein Elektroanteil von 80 Prozent erreicht werden. Ein wichtiger Schritt dahin ist, dass das Volumenmodell Macan mit dem im nächsten Jahr anstehenden Generationswechsel zu einem reinen E-Auto mutiert. Dessen Technik dürfte später auch für ein voraussichtlich Q6 e-tron genanntes Audi-SUV genutzt werden. Dem großen Bruder Porsche Cayenne dürfte in den Folgejahren ein ähnliches Schicksal drohen. Der klassische Sportwagen 911 behält dagegen auch in Zukunft seinen charakteristischen Sechszylinder-Boxer. Laut dem Markenchef Oliver Blume sollen synthetische und nahezu klimaneutrale E-Fuels dies möglich machen.

VW erweitert seine ID-Modellfamilie

Nachdem die Hoffnungsträger ID.3 und ID.4 nach anfänglichen Software-Schwierigkeiten Volkswagen mittlerweile erfolgreich angelaufen sind, möchte die Konzernmutter Volkswagen ihre erfolgreiche Elektro-Offensive konsequent weiterführen. Neben einem Retro-Van in Bulli-Optik ist für 2023 ein Passat-ähnlicher Elektro-Kombi geplant, der in Emden vom Band laufen soll. Mit der Studie ID. Space Vizzion hatte VW bereits 2019 einen ersten Ausblick auf den Familienlaster der Zukunft geworfen. Mit zwei Designskizzen haben die Wolfsburger zudem das Publikumsinteresse an einer potenziellen Cabriolet-Version des ID.3 angetestet.

Ab 2025 könnte ein neuer E-Kleinwagen den Polo ersetzen und einen günstigen Einstieg in die E-Mobilität bieten. Einfachere Lithium-Eisenphosphat-Batterien könnten die Produktionskosten des ID.1 genannten Modells im Rahmen halten. Für 2026 arbeiten die Wolfsburger an der Elektro-Limousine Trinity, die in ihrem Segment neue Maßstäbe setzen soll. Das siebensitzige SUV ID.6 hat das Format des VW Touareg, startet dieses Jahr in China und kommt möglicherweise später auch hierzulande auf den Markt.

Der VW ID. Space Vizzion soll der Passat Variant des Elektrozeitalters werden.
Der VW ID. Space Vizzion soll der Passat Variant des Elektrozeitalters werden.

Opel bleibt der PSA-Strategie treu

Die Stellantis-Tochter Opel setzt, wie seine französischen Schwestermarken Peugeot, Citroën und DS Automobiles, weiterhin auf optisch identische Elektroversionen der herkömmlich angetriebenen Modelle. Nach dieser Anleitung haben die Hessen bereits die Stromer Corsa-e und Mokka-e gestrickt. Welcher Rüsselsheimer als nächstes eine BEV-Option bekommt, steht noch in den Sternen. Die nächste Generation des Golf-Gegners Astra wird auf der EMP2-Plattform aufbauen, die nur reine Verbrenner und Plug-in-Hybridantriebe ermöglicht. Allerdings kommt 2023 die neue Konzernplattform eVMP, die speziell auf Elektroantriebe zugeschnitten ist. Auf dieser Basis könnte Opel tatsächlich einen Elektro-Astra und ein über dem Insignia positioniertes Topmodell realisieren.