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MeidasTouch: Die Agentur hinter der Kampagne, die Donald Trump stoppen will

Mitten in den heftigen Unruhen, die seit dem gewaltsamen Tod von George Floyd in den USA grassieren, startet die US-Agentur MeidasTouch eine Kampagne gegen den Präsidenten: Unter dem Hashtag #VoteOutHate soll die Wiederwahl von Donald Trump verhindert werden.

Donald Trump strebt eine zweite Amtszeit an - eine Agentur will das verhindern (Symbolbild: Saul Martinez/Getty Images)

Dass man bis vor wenigen Wochen noch nichs von MeidasTouch gehört hat, hat einen guten Grund: Es gab die Agentur bis vor Kurzem noch nicht. Innerhalb kürzester Zeit produzierten sie einige der bekanntesten politischen Werbespots des Jahres.

Hinter der MeidasTouch stecken drei Brüder aus Long Island, die ihre Agentur starteten, als das Coronavirus sie in Quarantäne zwang und die diese seitdem weitestgehend ohne weitere Mitarbeiter führen.

Drei Brüder wollen Trump in die Knie zwingen

Sie sind keine unbeschriebenen Blätter. Ben Meiselas ist Anwalt und verteidigte unter anderem Colin Kaepernick in seiner Klage gegen die NFL. Der Football-Star war 2016 zum Symbolfigur gegen Polizeigewalt geworden, als er während der Nationalhymne vor Spielen niederkniete, was große Kontroverse hervorrief - auch Trump übte damals heftige Kritik an Spielern, die sich an dem stillen Protest beteiligten. Kaepernick wurde nach der Saison 2016 entlassen und erhob daraufhin Anklage gegen die NFL, die in einem Vergleich endete.

Colin Kaepernick: "Revolte die einzige logische Reaktion"

Brett Meseilas ist ein erfahrener Video Redakteur und TV-Produzent, der unter anderem jahrelang für die “Ellen DeGeneres Show” gearbeitet hat. Jordan Meiselas arbeitet als Marketing Manager und vertritt unter anderem Top-Marken wie die NFL und AT&T. Auch der Name ist nicht zufällig gewählt: Abgesehen vom eigenen Familiennamen spielt MeidasTouch auf König Midas, der alles durch Berührung in Gold verwandelte. Der Slogan der Agentur lautet: “Because truth is golden.” (Deutsch: Weil Wahrheit aus Gold ist)

Kein Wunder also, dass ihre Kampagne Anklang findet. Vor allem der Clip “Vote out Hate” trifft einen Nerv. Der Spot zeigt, wie Trump bei einer Veranstaltung spöttisch ruft: “I can’t breathe” (Deutsch: Ich kriege keine Luft). Dies waren die letzten Worte von George Floyd, die unmittelbar zuvor gezeigt werden.

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Die Aufnahmen von Trump sind keine direkte Reaktion auf Floyd. Sie wurden vier Jahre vor dessen Tod aufgenommen, doch selbst damals sahen viele Menschen die Worte, die eigentlich an Mitt Romney gerichtet waren, als Verhöhnung von Eric Garner - einem dunkelhäutigen Mann, der 2014 ebenfalls durch Ersticken starb, als er bei einer Polizeikontrolle in den Würgegriff genommen wurde. Seine letzten Worte lauteten ebenfalls: “I can’t breathe.”

Trumps Worte sollten gegen ihn verwendet werden

Dies zeigt die Strategie der Agentur: Trumps eigene Worte gegen ihn zu verwenden. “Ungeschnitten und ungefiltert”, wie Ben Meleidas im Gespräch mit “Adweek” sagt, “gegenübergestellt mit der entsetzlichen Zustand, in dem das Land sich jetzt befindet, um zu zeigen, dass seine Sprache nicht nur falsche Prahlerei ist, sondern bösartige Prahlerei”.

Passend zu diesem viralen Video starteten die Meseilas-Brüder den Hashtag ‘VoteOutHate und wollen den Wahlkampf mit ihrer Kampagne aufmischen. Sie sehen ihre Aussichten zuversichtlich. “Wir sind in den 30 Tagen seit unserer Gründung die Polit-Marke mit dem größten Wiederkennungswert und der größten Reichweite geworden”, sagte Ben Meseilas “Adweek”. Finanziert werden sie derzeit vor allem durch Spenden und den Verkauf von Werbeartikeln.

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