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Marke gegen No-Name: Drogerieartikel im Vergleich

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Wer bei Drogerieartikeln wie Kosmetik, Waschmittel und Co zu No-Name greift, kann ordentlich sparen. Bis zu 375 Prozent sind drin, errechnete Stiftung Warentest. 

Ein starker Markenname ist sein Geld wert, dass wissen die Handelsunternehmen nur zu gut. Denn weithin bekannten Produkten sprechen viele Menschen auch gute Qualität zu. Dass so ein positives Image nicht in jedem Fall gerechtfertigt ist, fand Stiftung Warentest in groß angelegten Untersuchungen heraus.

Bild: Stiftung Warentest

Für die neueste Ausgabe des Verbrauchermagazins test, nahmen die Experten Drogerieartikel unter die Lupe. Sie verglichen No-Names mit Markenprodukten, um herauszufinden, ob die preiswerten Artikel qualitativ mit etablierten Marken wie Nivea, Pril und Ariel mithalten können. Dafür wurden 21 Untersuchungen von Drogerieartikeln aus den Jahren 2017 und 2018 ausgewertet, für die die Stiftung Qualitätsurteile vergeben hat.

„Das Ergebnis ist eine Einladung zum Sparen: Die 176 Billigprodukte der Handelsketten schneiden etwas häufiger sehr gut oder gut ab als die 195 Markenartikel und sind seltener mangelhaft. Im durchschnittlichen Qualitätsurteil liegen beide dichtauf“, so Stiftung Warentest zur aktuellen Untersuchung.

Riesige Preisvorteile bei Drogerieprodukten

Im Ergebnis zeigt sich: Die sechs günstigsten der besten Wasch- und Reinigungsmittel von Markenhersteller sind 138 Prozent teurer als die sechs günstigsten No-Names. Für den Marken-Korb waren an der Kasse 25,14 Euro fällig, für den mit No-Names nur 10,55 Euro.

So können Kunden etwa bei Spülmaschinen-Tabs eine Menge sparen, wenn Sie zum Testsieger von Stiftung Warentest greifen. Beim Qualitätstest landete nämlich das Discounter-Produkt alio auf Platz 1 (Note 2,0), 40 Tabs kosten 2,75 Euro. Das prominente Somat Gold schnitt dagegen zwei Zehntelnoten schlechter ab und kostet mit 4,70 für nur 24 Tabs einen ordentlichen Batzen mehr.

Das gleiche Bild beim Vollwaschmittel: Der Testsieger Bravil (Testsieger, Note 2,0) kostet im Pack mit 2025 Gramm glatte vier Euro. Für den Markenklassiker Ariel (Note 2,1) müssen Kunden dagegen sehr viel tiefer in die Tasche greifen: 1350 Gramm schlagen durchschnittlich mit 4,80 Euro zu Buche.

Größte Ersparnis bei Kosmetik

Bei Kosmetikartikeln sparen Konsumenten sogar noch um ein Vielfaches mehr, wenn sie zu den günstigen Markenartikeln greifen. Der Warenkorb mit zehn Produkten wie Nivea, Signal, Listerine ist laut Berechnung von Stiftung Warentest um 375 Prozent teurer, als der mit den günstigen No-Names.

Dabei liegen die Produkte qualitativ ebenfalls meist gleichauf: So zahlen Kunden für 500 Milliliter Listerine 3,40 Euro, die Mundspülung schnitt im Test mit der Note 1,7 ab. Für den Testsieger Dontodent (Note 1,4) sind für die gleiche Menge nur sparsame 75 Cent fällig. Bei den Feuchtigkeitscremes für Männer ging der Testsieg mit der Note 2,1 an das Markenprodukt Weleda. Die Discounter-Marke Balea schnitt mit der Wertung 2,3 nur wenig schlechter ab. Der Riesenunterschied zeigt sich aber im Preis: 30 Milliliter des Testsiegers kosten 9,15 Euro, 75 Milliliter der No-Name-Creme nur 2,55 Euro.

Fazit: Günstige Drogerieprodukte liegen durchschnittlich mit den Marken gleichauf, schonen die Haushaltskasse aber ganz enorm.

Den vollständigen Testbericht von Stiftung Warentest zum Thema „Handelsmarke gegen Marke“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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